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Lufthansa-Fahrwerk eingeknickt: Mehr Verletzte bei Unfall am Flughafen Frankfurt

Nation

Mehr als einen Monat nach dem Unfall eines Lufthansa-Dreamliners am Frankfurter Flughafen veröffentlichte die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) am Donnerstag einen Zwischenbericht. Demnach wurden bei dem Unfall insgesamt 23 Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer.

Bisher hatte die Lufthansa von fünf Verletzten gesprochen.

Außerdem beschreiben die Ermittler erstmals einen wichtigen technischen Befund: Der Verriegelungsstift des Bugfahrwerks war nicht eingesetzt. Er wurde später in einer Aufbewahrungskiste gefunden. Ob dies mit dem Unfall zusammenhängt, lässt der Zwischenbericht ausdrücklich offen.

Bugfahrwerk fuhr bei Wartungstest ein

Der Zwischenbericht schildert erstmals den genauen Ablauf des Unfalls: Zwei Techniker führten im Cockpit einen Wartungstest durch, um eine Beanstandung an der Steuerung der Hauptfahrwerkstüren zu überprüfen.

Dabei bewegten sie den Hebel, mit dem das Fahrwerk normalerweise nach dem Start eingefahren wird. Unmittelbar danach fuhr das Bugfahrwerk ein, obwohl die Boeing noch auf ihrer Parkposition stand.

Das Flugzeug sackte mit der Nase auf den Beton. Auch beide Triebwerksverkleidungen schlugen auf. Dabei fiel nach Angaben der BFU die Stromversorgung aus, die Beleuchtung im Flugzeug erlosch und die Cockpittür schlug zu.

Ursache weiter ungeklärt

Die BFU betont, dass die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen seien. Noch müssten weitere technische, menschliche und organisatorische Faktoren untersucht werden. Erst der Abschlussbericht soll die Unfallursache nennen und mögliche Sicherheitsempfehlungen enthalten.

Die Behörde weist außerdem darauf hin, dass ihre Untersuchung ausschließlich der Verhütung künftiger Flugunfälle dient. Sie soll weder Schuld noch Haftungsfragen klären.

Dreamliner sollte nach Los Angeles fliegen

Der Unfall hatte sich am 4. Juni auf einer Parkposition vor Terminal 1 des Frankfurter Flughafens ereignet. Die Boeing 787-9 sollte als Lufthansa-Flug LH450 in Richtung USA nach Los Angeles starten.

An Bord befanden sich ausschließlich Crewmitglieder, Techniker und weiteres Bodenpersonal. Die Passagiere warteten noch auf das Boarding, von ihnen wurde niemand verletzt.

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