DAX +2,24 % 26.202,35 Pkt 18:00:00 MDAX +1,81 % 32.559,91 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,94 % 6.486,70 Pkt 18:00:00 Dow Jones +3,05 % 54.085,88 Pkt 22:42:17 S&P 500 +3,30 % 7.736,52 Pkt 22:42:18 Nasdaq +4,77 % 26.584,99 Pkt 23:15:59 Nikkei +2,98 % 65.861,00 Pkt 04:35:03 Gold +3,84 % 4.188,70 USD 05:27:03 Silber +5,90 % 61,07 USD 05:27:03 Brent -6,48 % 78,34 USD 05:23:56 WTI -7,16 % 74,59 USD 05:26:59 Bitcoin +0,05 % 64.083,94 USD 05:37:02 EUR/USD +0,28 % 1,15390 USD 05:36:57 EUR/GBP +0,04 % 0,85730 GBP 05:37:05 EUR/CHF -0,09 % 0,93170 CHF 05:37:05 EUR/JPY +0,22 % 181,673 JPY 05:37:06

Lufthansa: Gewinn bricht ein, Kerosinkosten und Streiks belasten Quartalszahlen

Wirtschaft

Mit Sparprogrammen kämpft Carsten Spohr seit Jahren gegen die schwächelnde Performance seines Unternehmens an. Nun muss der Lufthansa-Chef einen weiteren Tiefschlag wegstecken: Das Betriebsergebnis im zweiten Quartal (Ebit) brach um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein, wie die Airline mitteilte. Als Hintergrund gelten vor allem die durch den Irankrieg gestiegenen Kerosinkosten und ein einwöchiger Streik im April. Wegen der Unsicherheit über die weitere Entwicklung der ‌Ölpreise und des Trends zu sehr kurzfristigen Buchungen schließt der MDax-Konzern aber auch einen operativen Gewinnrückgang im Gesamtjahr nicht mehr aus. Die Prognose änderte die Lufthansa auf eine Spanne von 1,7 bis 2,2 Milliarden nach 2,0 Milliarden Euro im Vorjahr. Bislang hatte sie das obere Ende angepeilt. Die Lufthansa verdiente von April bis Juni auch weniger als erwartet: Analysten hatten einen Gewinnrückgang auf rund 400 Millionen Euro erwartet. Die Marge sank entsprechend um fünf Prozentpunkte auf 3,4 Prozent – weit entfernt von dem mittelfristigen Ziel von acht bis ​zehn Prozent. Dabei stiegen die Umsätze des Konzerns gar an, um acht Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Im vorbörslichen Handel verloren die im MDax gelisteten Lufthansa-Aktien mehr als drei Prozent. Lufthansa-Chef Carsten Spohr sprach von einem anspruchsvollen Quartal mit Krisen und geopolitischer Unsicherheit. Trotz verbesserter Auslastung und ‌höherer Durchschnittserlöse, eines Gradmessers für die Ticketpreise, wurden die gestiegenen Treibstoffkosten nicht vollständig kompensiert. Die Nachfrage nach Flugreisen sei global ​aber ungebrochen, vor allem im Premiumsegment ‌und auf Asien-Strecken. Die hohen Investitionen in Premiumangebote an Bord, wie die neuen Sitzplätze und mehr Zusatzservices, begännen sich auszuzahlen, ergänzte Spohr. Cargo und Wartung machen gute Geschäfte Die gesamte Luftfahrt leidet unter dem Ende Februar begonnenen Krieg Israels und der USA gegen Iran, weil die Ölversorgung durch die Kämpfe in der Straße von Hormus massiv gestört ist und die Kerosinpreise hoch sind. Die Lufthansa wird trotz preislicher Absicherung von 80 Prozent ihres Spritbedarfs härter getroffen als ‌die anderen beiden großen europäischen Airlinegruppen. Beim britisch-spanischen Konzern IAG sank das operative Ergebnis im zweiten Quartal um ein Viertel, bei Air France-KLM um ein Drittel. Beide schraubten das Kapazitätswachstum zurück. Ähnlich wie die Konkurrenten erwartet die Lufthansa für das Gesamtjahr einen deutlichen Anstieg der Treibstoffkosten um mehr als eine Milliarde ‌auf 8,66 Milliarden Euro. Das Sitzplatzangebot der Airlines wie Lufthansa, ​Swiss, Austrian Airlines oder ITA Airways bleibt auf Jahressicht unverändert, statt wie geplant um bis ‌zu zwei Prozent zu steigen. Das liegt an den gestrichenen Flügen in die Nahostregion wie den ‌ausgefallenen Dubai-Strecken der Tochter Eurowings. Auch der gezielte ​Abbau von Kurzstreckenflügen infolge der Schließung der Tochter Cityline spielt eine Rolle. Die Lufthansa-Gruppe beförderte im zweiten Quartal mit ihren zehn Airlines 35,6 Millionen Fluggäste, vier Prozent weniger als vor Jahresfrist. Die Netzwerkairlines boten im ​zweiten Quartal drei Prozent weniger Sitzplätze an, beim Ferienflieger Eurowings schrumpfte das Angebot um sechs Prozent. Die ⁠Jahresprognose sieht aber Wachstum im zweiten Halbjahr vor. Dazu beitragen könnte auch die zum 1. Juli gesenkte Luftverkehrsteuer. Der Rabatt soll eigentlich Flugreisenden zugutekommen, doch die Lufthansa-Tochter Eurowings hat bereits angekündigt, die Senkung nicht vollständig weitergeben zu wollen. Spohr zeigte sich jedenfalls trotz des schwachen Quartalsergebnisses bereits selbstbewusst. »Gerade in einem volatilen Umfeld zeigt sich: Unser Geschäftsmodell ist robust, anpassungsfähig ‌und zunehmend resilient«, ‌sagte er. In der ​Luftfracht und ​der Flugzeugwartung läuft es bereits deutlich besser. Hier konnte die Lufthansa den Betriebsgewinn steigern. Lufthansa Cargo profitierte von höheren Frachtraten und zusätzlicher Kapazität durch die seit diesem Jahr integrierte italienische Tochter ITA Airways.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren