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LVB schränken wegen Hitze in Leipzig Straßenbahn- und Busverkehr ein

Nation

Leipzig. Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) waren auf die Gluthitze diesmal besser vorbereitet als noch vor fünf Wochen. Vorsorglich schränkte das Unternehmen am Donnerstagnachmittag bei Temperaturen von über 37 Grad Celsius im Schatten mehrere Bus- und Straßenbahnlinien ein, um Schäden an der Infrastruktur zu verhindern. Es sind Maßnahmen aus dem neuen Hitzeplan des Verkehrsunternehmens. Weiterlesen nach der Anzeige Schienenfugen sind zu weich geworden „Wir haben vorsorglich vier Buslinien von den Gleisen genommen und den Friedrich-List-Platz stadteinwärts für den Straßenbahnverkehr gesperrt“, sagte LVB-Sprecher Marc Backhaus am Nachmittag gegenüber der LVZ. Diese Busse und Bahnen fuhren Umleitungen. LVB schränken wegen Hitze den Straßenbahn- und Busverkehr in Leipzig ein Weiterlesen nach der Anzeige An den betroffenen Stellen seien Fugen in den Gleisbetten angesichts der sehr hohen Temperaturen so weich geworden, dass man sich für Betriebseinschränkungen entschieden habe. Die Fugenmasse habe sich teilweise auf mehr als 60 Grad Celsius erwärmt. Drei Bahnlinien mussten vorübergehend umgeleitet werden Der Hitzeplan sehe vor, dass Busse ab einer Temperatur von 33 Grad vorsorglich nicht mehr über Schienen fahren dürfen. Das ist in Leipzig regulär an vielen Stellen der Fall. Die Busse mussten entweder an den Fahrbahnrand ausweichen oder eine Umleitung fahren. Auch die Straßenbahnlinien 3, 8 und 31 mussten im Leipziger Osten vorübergehend umgeleitet werden. Seit dem frühen Abend fahren die Bahnen wieder, wie Backhaus auf LVZ-Anfrage sagte. Die Verkehrseinschränkungen für die Busse gelten bis zum Betriebsschluss am Abend, weil sonst die Gefahr besteht, dass sich die klebrige Fugenmasse verteilt und das Schienennetz so verunreinigt, dass der Betrieb wieder eingestellt werden muss. Diese Linien sind von Einschränkungen betroffen Betroffen sind die Buslinien 67, 70, 74 und 131, die in Teilen über Gleise fahren müssen. Konkret geht es um folgende Änderungen: Weiterlesen nach der Anzeige Busse auf den Linien 67 und 131 fahren zwischen den Haltestellen Queckstraße und Angerbrücke in beiden Richtungen über Merseburger Straße, Lützner Straße und Zschochersche Straße. Busse auf der Linie 74 können nicht auf dem Lindenauer Markt halten. Sie fahren in Richtung Leutzsch ab Angerbrücke über Bowmannstraße, Lützner Straße und Odermannstraße. In Richtung Holzhausen verkehren sie ab Uhlandstraße über Calvisiusstraße, Georg-Schwarz-Straße, Merseburger Straße, Lützner Straße und Zschochersche Straße (Bedienung der landwärtigen Haltestelle Bus 74). Die Haltestelle Erich-Köhn-Straße wird nicht bedient. Busse auf der Linie 70 fahren in Richtung Mockau ab Richard-Lehmann-Straße über An der Tabaksmühle und Prager Straße (Bedienung Haltestelle Bus76). Abkühlung erwartet: Rollt der Verkehr am Freitag wieder? Die Verkehrsbetriebe wollten in der Nacht entscheiden, wie der Bus- und Bahnverkehr am Freitag rollen kann. Fahrgäste sollen sich über die Informationssysteme der LVB vor Fahrtantritt über den aktuellen Stand informieren. Anders als Ende Juni seien jetzt die Nächte kühler, sagte LVB-Sprecher Backhaus. Das bedeute, dass sich die erhitzte Fugenmasse besser abkühlen könne. Weiterlesen nach der Anzeige Bei der Hitzewelle Ende Juni hatten die LVB noch den gesamten Straßenbahnbetrieb einstellen müssen. Grund: Bitumenfugen, die als Schwingungspolster zwischen Stahlschienen und Asphalt eingebaut sind und das Gleisbett auch vor Frost- und Wasserschäden schützen, waren durch die tagelang anhaltende extreme Hitze aufgeweicht. Die Fugenmasse hatte sich dann im laufenden Betrieb als klebrige Klumpen über 37 Kilometer des Schienennetzes verbreitet, die erst aufwändig per Hand wieder abgekratzt werden musste. Neuer Hitze-Notfallplan in Kraft Vor diesem Hintergrund entwickelte das Verkehrsunternehmen einen Hitze-Notfallplan. Dieser sieht unter anderem vor, durch Temperaturmessungen im Gleisbett schon früh kritische Veränderungen der Fugenkonsistenz zu erkennen und so schneller darauf reagieren zu können. Außerdem sieht der Plan vor, hitzegefährdete Stellen mit Steinmehl zu benetzen, um zu verhindern, dass verflüssigte Fugenmasse an Rädern anhaften kann. Stellenweise ist auch die Abkühlung der Gleisanlagen durch Wasser vorgesehen und als letzte Maßnahme: die Einschränkung des Fahrbetriebes. Besonders gefährdet ist der gesamte Innenstadtring, weil es dort an Verschattung fehlt. Außerdem fungiert der Ring als zentrale Drehscheibe für den Straßenbahnverkehr in der Stadt. Weiterlesen nach der Anzeige Die genaue Ursache für die Hitzeprobleme ist noch nicht geklärt. Ein Gutachter des TÜV Süd ist eingeschaltet. Von den Ergebnissen erhoffen sich die LVB unter anderem Informationen darüber, ob es möglicherweise Schwächen beim Fugenmaterial und bei der Einbauweise gibt. Auch andere Verkehrsunternehmen setzen das Material ein, allerdings ist es nur in wenigen Städten zu ähnlichen Problemen wie in Leipzig gekommen. Busse spielten vermutlich zentrale Rolle bei Hitze-Desaster Es wird unterdessen allerdings vermutet, dass Busse eine zentrale Rolle bei dem Juni-Desaster gespielt hatten. Mit ihrer Bereifung haben sie weich gewordene Fugenmasse aus dem Gleisbett gepult und über weite Teile des Bahnnetzes verteilt. Die Straßenbahnen selbst haben mit ihren Rädern normalerweise keinen Kontakt zu den Fugen. LVZ

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