Macron schickt Soldaten nach Saudi-Arabien
Von t-online
Aktualisiert am 25.09.2026 - 00:08 UhrLesedauer: 3 Min.
Frankreich will den Ölexport Saudi-Arabiens schützen und schickt Soldaten. Präsident Emmanuel Macron hofft, dass so auch die Spritpreise sinken.
Frankreich will Soldaten und Militärgerät nach Saudi-Arabien entsenden. Sie sollen den saudi-arabischen Öl-Hafen Yanbu gegen Angriffe der Huthi-Miliz schützen. Es sollen Radaranlagen und Verteidigungssysteme samt Besatzung geliefert werden, erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron. Sein Land wolle nicht in den bestehenden Konflikt eingreifen, sondern nur den Hafenort schützen, erklärte Macron am Donnerstag im französischen Fernsehen.
In Yanbu endet die wichtige Ost-West-Ölpipeline, über die Rohöl von den Förderstätten am Persischen Golf fließt. Mit ihrer Hilfe kann die von Teheran seit Beginn des Iran-Krieges de facto gesperrte Straße von Hormus umgangen werden.
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Zu Beginn der Woche hatte sich auch Großbritannien bereit erklärt, Saudi-Arabien militärisch gegen die Huthi-Angriffe aus dem Jemen zu unterstützen. Es handele sich dabei um eine "defensive" Hilfe, sagte Premierminister Andy Burnham am Montag. Italien hatte ebenfalls angekündigt, eine Entsendung von Kriegsschiffen ins Rote Meer zu prüfen, um italienische Handelsschiffe zu schützen. Macron sagte auf die Frage, ob er auch Kampfflugzeuge schicken wolle: "Wir werden die Entwicklung beobachten und bei Bedarf handeln".
Huthis kontrollieren wichtige Meerenge
Die Huthis hatten im Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien im Roten Meer angekündigt und seither Ziele in dem Königreich angegriffen und die Kontrolle über große Teile der jemenitischen Küste an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab übernommen.
Die Meerenge Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und damit dem Indischen Ozean. Sie ist ein wichtiger Abschnitt internationaler Schifffahrtsrouten, besonders für den Export von saudi-arabischem Öl.
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Macron kritisiert möglichen Diesel-Stopp der USA
Macron will mit der Entsendung auf eine Entspannung an den Ölmärkten hinarbeiten, sagte er. Sollte sich die Lage entspannen, würde sich dies "zwei Tage später an den Preisen an den Zapfsäulen zeigen". Das saudi-arabische Ölunternehmen Aramco will laut Medienberichten im Oktober kein Öl nach Europa liefern, weil es Engpässe nach einem Anschlag auf eine Pipeline gibt. Die Rohölpreise waren zuletzt gestiegen, da die alternative Route für saudische Ölexporte über Yanbu von den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen aus dem Jemen mit Raketen angegriffen worden war.
Einen möglichen US-Exportstopp für Diesel nannte Macron eine "schlechte Entscheidung". Diese gelte nicht nur für den Rest der Welt, sondern auch für die US-Wirtschaft selbst, fügte er hinzu.
Trump hatte sich am Dienstag für einen Exportstopp ausgesprochen. Nach Angaben seines Finanzministers Scott Bessent prüft die US-Regierung gerade, "ob ein vollständiges oder teilweises Verbot funktionieren würde". Zuletzt hatten die USA während der Ölkrise der 1970er Jahre ihre Ausfuhren von Rohöl weitgehend gestoppt, um die heimischen Preise zu senken.
Mit Blick auf das eigene Land beteuerte Macron, "alles zu tun", um Treibstoffknappheit an französischen Tankstellen zu verhindern. Derzeit sind vor allem die Total-Tankstellen von Treibstoffknappheit betroffen, da Total die Preise gedeckelt hat. Dies führt seit Wochen zu langen Schlangen vor den Tankstellen des Energieunternehmens.
Jemen bittet um internationale Unterstützung
Die international anerkannte Regierung des Jemens ruft die Weltgemeinschaft zu stärkerer Unterstützung im Kampf gegen die Huthi-Miliz auf. Der Jemen sei in der Lage, die von der Miliz ausgehende Bedrohung zu beenden und seine Häfen und Hoheitsgewässer zu schützen, sagte Abdullah al-Alimi von Jemens Präsidialrat, der die international anerkannte Regierung im Jemen anführt, bei der UN-Generaldebatte in New York.
Dafür müsse die internationale Gemeinschaft jedoch ihre Verantwortung wahrnehmen, den Zufluss von Waffen und Technologien an die Huthi stoppen und die Sicherheitskräfte sowie die Wirtschaft des Landes stärken. Der Jemen verlange nicht, dass andere seinen Kampf führten, sagte al-Alimi. Eine dauerhafte Sicherheit der wichtigen Schifffahrtswege im Roten Meer und an der Meerenge Bab al-Mandab sei ohne die Wiederherstellung staatlicher Kontrolle im Jemen nicht möglich.