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Macron will Ölhafen in Saudi-Arabien militärisch schützen

Welt

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will Soldaten und Verteidigungssysteme nach Saudi-Arabien entsenden. Wie er in einem Fernsehinterview sagte, solle damit die Ölinfrastruktur in der Hafenstadt Yanbu am Roten Meer geschützt werden. Es gehe aber nicht darum, sich in Konflikte einzumischen, betonte der Präsident.

In Yanbu endet die wichtige Ost-West-Ölpipeline, über die Rohöl von den Förderstätten am Persischen Golf fließt. Mit ihrer Hilfe kann die von Teheran seit Beginn des Iran-Krieges blockierte Straße von Hormus umgangen werden.

Zuletzt waren Yanbu und die Pipeline vermehrt zu Zielen der Huthi-Miliz im Jemen geworden. Macron sagte, die Einrichtungen in Yanbu seien bei den Huthi-Angriffen "stark beschädigt" worden. In den vergangenen Wochen übernahm die Miliz die Kontrolle über große Teile der jemenitischen Küste an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab, die das Rote Meer mit dem Indischen Ozean verbindet.

Macron will Ölmarkt entspannen

Täglich könnten über Yanbu fünf Millionen Barrel (Fässer zu je 159 Liter) Rohöl verladen werden, sagte Macron. Eine solche Menge habe direkte Auswirkungen auf den Spritpreis. Wenn sich die Lage dort entspanne, werde man das zwei Tage später auch an niedrigeren Preisen an der Tankstelle merken, argumentierte er.

Macron machte in dem Interview keine genauen Angaben zur Zahl der französischen Soldaten, die nach Saudi-Arabien entsandt werden sollen. Auch präzisierte er nicht, welche militärischen Systeme dorthin entsandt werden sollen. Seine Erwähnung von Radareinrichtungen legt die Vermutung nahe, dass es bei dem Einsatz vornehmlich um Luftabwehr gehen dürfte. "Wir werden die Entwicklung beobachten und bei Bedarf handeln", sagte er auf die Frage nach der Entsendung von Kampfflugzeugen.

Appell des Jemens

Die international anerkannte Regierung des Jemens hat die Weltgemeinschaft zu stärkerer Unterstützung im Kampf gegen die Huthi-Miliz aufgerufen. Der Jemen sei in der Lage, die von der Miliz ausgehende Bedrohung zu beenden und seine Häfen und Hoheitsgewässer zu schützen, sagte Abdullah al-Alimi von Jemens Präsidialrat bei der UN-Generaldebatte.

Dazu müsse jedoch der Zufluss von Waffen und Technologien an die Huthi gestoppt und die Sicherheitskräfte sowie die Wirtschaft des Landes gestärkt werden. Jemen verlange nicht, dass andere seinen Kampf führten, sagte al-Alimi. Eine dauerhafte Sicherheit der wichtigen Schifffahrtswege im Roten Meer und an der Meerenge Bab al-Mandab sei ohne die Wiederherstellung staatlicher Kontrolle im Jemen nicht möglich.

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