Madonna trauert um ihren Produzenten William Orbit: "Du warst mein Lichtblick"
Er war einer der großen britischen Produzenten der Achtigzer- und Neunzigerjahe. Er prägte Aufnahmen von so unterschiedlichen Bands wie den Cockteau Twins, Erasure, Sting, Robbie Williams oder Blur. Eine seiner spektakulärsten Kooperationen aber war die mit Madonna. 1998 verhalf Orbit der Künstlerin, die im Laufe der Neunziger in eine schwere Schaffenkrise geraten war, mit dem von ihm produzierten Album »Ray of Light« (auf Deutsch: Lichtstrahl, Hoffnungsschimmer) zu erneuter Größe und einem unerwarteten Sound. Funkelnder Ambient Techno traf hier auf scharfkantigen Trip-Hop, der hippsten elektronischen Musik aus Großbritannien zu dieser Zeit. Am Freitag war bekannt geworden, dass Orbit schon Ende Juli im Alter von 69 gestorben ist . Nun widmet ihm Madonna einen opulenten Nachruf auf Instagram und in anderen sozialen Medien. Beigestellt sind Aufnahmen von der Grammy-Verleihung 1999, auf der Madonna an der Seite von Orbit die Doppelehrung für das beste Pop- und das beste Dance-Album des Jahres entgegennimmt. Zudem wurde damals das Video zum Titeltrack des Albums als bestes Dance-Video ausgezeichnet. Später arbeiteten Madonna und Orbit immer wieder zusammen. Im Instagram-Post schwärmt Madonna über ihren Produzenten: »Ich hatte eine Erleuchtung, als ich dich getroffen hatte und wir anfingen zusammenzuarbeiten. Ich verstand auf einmal, dass Musik nicht in Schubladen oder Genres passen muss. Also haben wir unsere eigenen erschaffen.« Orbit habe magische Knöpfe bei ihr gedrückt, so dass sie Träume ausleben konnte, von denen sie gar nichts geahnt hatte. Er habe sie gleichsam auf einem fliegenden Teppich verschiedene Orte aufsuchen lassen. »Traurig und glücklich zugleich sang ich, wie ich noch nie zuvor gesungen hatte.« Detailliert beschreibt Madonna, wie sie damals in stiller Andacht im Studio gesessen habe, um darauf zu warten, welche explosiven Ideen Orbit ihr auf dem Keyboard oder auf der Gitarre präsentieren würde. Und in Anspielung auf den Titel des gemeinsamen Albums, das ihre Karriere rettete, schwärmt sie: »Du warst mein Hoffnungsschimmer.«