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Malaria-Fälle in Frankfurt: Eingeschleppte Mücken fliegen ins Stadtgebiet

Nation

Nach den jüngsten beiden Malaria-Fällen nahe dem Frankfurter Flughafen weitet das Gesundheitsamt seine Untersuchungen aus. Seine am Dienstagabend freigeschaltete Hotline wird derweil "rege genutzt, pro Stunde gehen fünf bis zehn Anrufe ein", wie die Behörde am Mittwoch mitteilte.

Die anrufenden Bürgerinnen und Bürger "machen sich Sorgen", ergänzte das Gesundheitsamt. Es gebe viele Fragen zu Prävention und Mückenschutz. Das Mückenmonitoring am Flughafen werde nun auch konkret auf den betroffenen Stadtteil Schwanheim erweitert, hieß es.

Die Fälle waren im Umkreis von fünf Kilometern um den Frankfurter Flughafen in Schwanheim aufgetreten. Das Gesundheitsamt rief am Dienstag Anwohner und Ärzte dort zu besonderer Wachsamkeit auf.

"Mücken, die über den Flughafen nach Frankfurt kommen, können sich über mehrere Kilometer bewegen", erläuterte Amtsleiter Peter Tinnemann in der hessenschau. "In diesem Fall gehen wir davon aus, dass eine Mücke mit großer Wahrscheinlichkeit so weit geflogen ist und dann die beiden erkrankten Personen infiziert hat", so Tinnemann.

Erkrankte arbeiteten nicht im Flughafen

Bereits im Juli waren sechs Beschäftigte des Frankfurter Flughafens an Malaria erkrankt, zwei von ihnen starben. Auch damals wurde die Übertragung der Krankheit durch eine mit der Fracht eingeschleppte Anopheles-Mücke vermutet.

Die in Schwanheim erkrankten Menschen arbeiten nicht am Flughafen und haben auch keine kürzlichen Fernreisen in Risikogebiete unternommen, wie das Gesundheitsamt betonte. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch sei nicht möglich.

Aufruf an Ärzte, Hotline für Bewohner

Gesundheitsamt-Leiter Tinnemann rief die Bevölkerung sowie Ärzte und Ärztinnen auf, bei Symptomen an eine sogenannte "Flughafen-Malaria" zu denken. Beispielsweise bei Fieber, aber auch bei unspezifischeren Symptomen wie etwa Bauchbeschwerden.

Generell seien "die Frankfurterinnen und Frankfurter nicht durch Malaria gefährdet", betonte Tinnemann. Er sprach von einem "außergewöhnlich seltenen Ereignis". Dennoch richtete das Gesundheitsamt für die Bevölkerung eine Hotline unter 069/212-30030 ein, bei der sich die Bevölkerung informieren kann.

Es handele sich bei den neuen Erkrankungen wie bei den vorherigen Fällen um Malaria tropica - die gefährlichste Variante der Krankheit, erklärte Tinnemann. Ob es einen Zusammenhang mit den bereits bekannten Fällen gebe, werde noch untersucht. Eine solche Infektion bei Anwohnern eines Flughafens sei in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland nicht bekanntgeworden.

Stechmücke als Überträger

Wenn die Krankheit nicht behandelt wird, ist Malaria laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lebensbedrohlich. Mögliche Symptome sind:

Fieber

Schüttelfrost

Kopfschmerzen

Verwirrtheit

Krampfanfälle

Atembeschwerden

Auf den Menschen übertragen wird Malaria durch Anopheles-Stechmücken, wenn diese sich zuvor selbst mit dem Erreger infiziert haben.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) gibt es in Deutschland stellenweise Anopheles-Arten, die unter geeigneten Umweltbedingungen Malaria-Erreger übertragen können. Solche Fälle waren bislang jedoch extrem selten.

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