Mamdani setzt vor Trump-Rede ideologischen Kontrapunkt
Startseite Politik 250 Jahre USA: New Yorks Bürgermeister Mamdani setzt Trump mit Einwanderer-Rede unter Druck Von: Bettina Menzel Uns auf Google folgen Zohran Mamdani nutzt den 250. Geburtstag der USA für eine klare Botschaft: Amerika sei ohne Einwanderer nicht denkbar. New York City – Das erste Treffen von US-Präsident Donald Trump und New York Citys Bürgermeister, Zohran Mamdani, verlief im November vergangenen Jahres überraschend harmonisch. „Wir waren uns in viel mehr einig, als ich dachte“, sagte selbst Trump im Anschluss. Zuvor hatte sich der Demokrat Mamdani immer wieder offen gegen die Abschiebepolitik der US-Regierung gestellt, der US-Präsident wiederum hatte den Demokraten als „linksradikalen Irren“ bezeichnet und drohte ihm gar mit Abschiebung. Am 250. Geburtstag der USA sind die beiden Politiker längst wieder zurück in ihrer Rolle als ideologische Konkurrenten. Mamdani betonte in einer Rede am Freitag (3. Juli) im New Yorker Rathaus die Rolle Amerikas als Einwanderungsland. New York City beschrieb er als eine Art Bühne der US-amerikanischen Geschichte. „Hunderttausende irische Einwanderer kamen mit schmerzenden Mägen an, gezeichnet von einer Hungersnot, die durch imperialistische Grausamkeit verursacht worden war“, zitiert ihn eine Mitschrift des New Yorker Bürgermeisteramts. „Chinesische Seeleute ließen sich im heutigen Chinatown nieder. Millionen weitere reisten unter der Freiheitsstatue hindurch und über Ellis Island. Juden flohen vor Pogromen, Italiener vor der Armut. Syrer suchten nach wirtschaftlichen Chancen.“ Trump will Geburtsrecht kippen: Oberstes Gericht setzt ihm vorerst Grenzen Der Oberste Gerichtshof der USA hatte wenige Tage zuvor, einen Versuch Trumps zurückgewiesen, das Geburtsrechtsprinzip in den USA abzuschaffen, wie Reuters berichtete. „Das Erbe jeder Generation von Amerikanern, die darauf bestanden haben, dass das Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück auch für sie gilt, ist kein Relikt der Vergangenheit“, sagte Mamdani in seiner Rede in Anspielung darauf. Der demokratische Bürgermeister ist selbst Sohn indischstämmiger Eltern und in Uganda geboren. Im Alter von sieben Jahren zog der heute 34-Jährige mit seiner Familie nach New York City. Mamdani hielt seine Rede aus seinem New Yorker Büro, an einem Schreibtisch sitzend, der einst dem Gründervater und ersten Präsidenten der USA – George Washington – gehört hatte. Mamdani erinnerte daran, wie weit Amerika seitdem kam. „Die Stadt, die ich heute sehe, unterscheidet sich stark von der, die George Washington empfing.“ Die USA seien besonders, wegen ihrer Fähigkeit zur Veränderung: „Die Wahrheit, meine Freunde, ist, dass Amerika außergewöhnlich ist, weil hier nichts in Stein gemeißelt ist.“ Trump erklärt Kommunismus zur Bedrohung Amerikas Mamdani erinnerte auch an die Macht des Volkes. „Jeder von Ihnen besitzt eine besondere Macht. Die Macht, zu bestimmen, was Amerika bedeutet.“ Doch die „Mächtigen“ würden argumentieren, Amerika verliere an Bedeutung, je mehr Menschen es aufnimmt. Es gebe jene, „die durch Ausgrenzung und Isolation regierten“ und so versuchten, „Macht zu erlangen und sich zu bereichern, indem sie uns gegeneinander aufhetzen. Spaltung ist der älteste und billigste Trick der Politik“, erinnert der erste muslimische Bürgermeister New York Citys weiter. „Die Ideale, auf denen unsere Nation gegründet wurde, sie sind stark genug, um jedem autoritären Regime zu widerstehen, aber nur, wenn wir uns ihnen verschreiben“, mahnte er weiter.