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„Man braucht etwa 20 Drohnen, um ihn außer Gefecht zu setzen“: Frankreichs Armee will ihren Leclerc-Panzer nicht aufgeben - und übt mit Drohnen

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Frankreichs Armee will den Kampfpanzer Leclerc trotz der Erfahrungen aus dem Krieg in der Ukraine nicht ausmustern. Bei einem mehrtägigen Manöver rund um Reims trainierte das 501. Kampfpanzerregiment den Einsatz von Drohnen gemeinsam mit Panzern, leichten gepanzerten Fahrzeugen und Kommandokräften, berichtet der französische Sender BFM TV.

An der Übung in der Region Marne nahmen rund 500 Soldaten teil. In einem Gefechtsstand auf dem früheren Luftwaffenstützpunkt 112 verfolgten Soldaten auf mehreren Bildschirmen Livebilder, die Drohnen einige Kilometer weiter nördlich aufgenommen hatten. Zu sehen waren demnach feindliche gepanzerte Fahrzeuge. Die Daten sollten den französischen Soldaten helfen, an der fiktiven Front eine Lücke zu öffnen.

Nicht „auf den Schrottplatz“ schicken: Frankreich hält am Leclerc fest

Im Regiment gelten Drohnen nicht als Ersatz für den Panzer, sondern als Ergänzung. Oberst Gille, Kommandeur des 501. Regiments, sagte: „Damit er überleben kann, geben wir ihm Drohnen, elektronische Kampfführung und Robotik an die Seite.“ Den Leclerc wolle die Armee nicht „auf den Schrottplatz“ schicken. Im Juni stellte das Regiment dafür eine neue Einheit auf. Dort arbeiten Soldaten für Kommandounternehmen und für den Einsatz von Drohnen zusammen.

Gille hält den Leclerc weiter für kriegstauglich. „Man braucht etwa 20 Drohnen, um ihn außer Gefecht zu setzen“, sagte er. Außerdem arbeiteten Armeen bereits am Nachfolger des Kampfpanzers. Für ihn bleibt der Leclerc im schweren Gefecht unverzichtbar. „Das ist das einzige Fahrzeug, das Treffer einstecken, schießen und vorwärtsfahren kann“, sagte der Offizier. Der Panzer bleibe „das Raubtier, die große Bedrohung“.

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Auch aus Sicht der Besatzungen erweitern Drohnen den Handlungsspielraum. Sie lieferten Aufklärung vor den eigenen Linien und direkt am Feind. Ein Panzerkommandant namens Bastien sagte laut BFM TV, Drohnen werden für die Crew „Augen und Ohren“ sein.

Übung nördlich von Reims mit Wald, Freiflächen und Dorf

Nördlich von Reims wurde das praktisch erprobt. Zwei gepanzerte Fahrzeuge lagen in einem Wald verborgen. Daneben startete ein Drohnenpilot ein nur wenige Zentimeter großes Aufklärungsgerät. Es sollte prüfen, ob sich in der Umgebung Gegner versteckten. Das Gelände in der Landschaft der Marne ist vielerorts offen. Die Drohne sollte deshalb verhindern, dass Leclerc-Panzer früh erkannt und unter Beschuss genommen werden.

Kurz darauf kam per Funk die Entwarnung: „Nichts zu melden! Die Drohne kehrt zu ihrer Basis zurück!“ Erst danach rückten vier Leclerc-Panzer vor. Mit bis zu 70 Stundenkilometern fuhren die jeweils fast 60 Tonnen schweren Fahrzeuge auf ein einige Kilometer entferntes Dorf zu und wirbelten dabei große Staubwolken auf.

Projekt Odin: Drohnenstart direkt vom Panzer aus

Das Regiment arbeitet bereits am nächsten Schritt. Im Projekt Odin soll ein Fluggerät künftig selbstständig in unmittelbarer Nähe des Panzers operieren. Der Panzerkommandant würde auf einem Tablet die Bilder sehen, die die Drohne aus der Luft liefert – eine breite Sicht „aus der dritten Person“.

Nach Angaben von BFM TV befindet sich das Vorhaben noch in der Entwicklung. Das Regiment arbeitet dafür mit einem Unternehmen aus Reims zusammen, das Rückmeldungen der Soldaten direkt aufnehmen soll. Gille denkt auch an eine Plattform auf dem Panzer, von der aus Beobachtungs- oder Angriffsdrohnen starten und landen können. Später seien auch Glasfaser-Drohnen denkbar, die per Kabel mit dem Panzer verbunden sind und so weniger anfällig für Störungen wären.

Für das 501. Regiment bleibt der Leclerc damit fester Bestandteil künftiger Gefechte. Die Übung führte die Truppe weiter nach Norden in Richtung Sissonne. Auf dem Weg liegt Berry-au-Bac. In dem Ort setzte Frankreich im April 1917 erstmals Kampfpanzer ein.

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