DAX +0,66 % 25.629,24 Pkt 18:00:00 MDAX -0,82 % 31.980,52 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,21 % 6.358,01 Pkt 18:00:00 Dow Jones +1,73 % 52.485,03 Pkt 23:22:18 S&P 500 +2,37 % 7.489,72 Pkt 23:22:12 Nasdaq +3,81 % 25.373,85 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,50 % 62.754,53 Pkt 03:37:00 Gold +1,43 % 4.106,90 USD 03:41:59 Silber +1,34 % 58,37 USD 03:41:57 Brent 0,00 % 90,12 USD 20:28:19 WTI -5,04 % 80,40 USD 03:42:01 Bitcoin -0,62 % 63.105,21 USD 03:52:01 EUR/USD +0,10 % 1,15350 USD 03:51:55 EUR/GBP 0,00 % 0,85600 GBP 03:52:01 EUR/CHF +0,43 % 0,93270 CHF 03:52:02 EUR/JPY -2,34 % 180,260 JPY 03:52:02

„Man kann alles erreichen“

Wissenschaft

Das Erforschen und Verstehen von naturwissenschaftlichen und technischen Zusammenhängen hat es Claudia Drayß schon immer angetan. Den einen Moment, der sie auf die Laufbahn zur Professorin brachte, gebe es aber nicht. „Es war mehr ein allgemeiner Weg“, so Drayß. Seit Januar ist Claudia Drayß Professorin im Studiengang Informatik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Karlsruhe. Und das mit gerade einmal 32 Jahren. Damit ist sie die jüngste Professorin der Hochschule. Freilich gab es bundesweit vereinzelt schon jüngere Professoren und Professorinnen, für die DHBW ist Drayß aber die Rekordhalterin. Drayß’ Weg beginnt am Karlsruher Bismarck-Gymnasium Drayß ist in Karlsruhe aufgewachsen und hat das Bismarck-Gymnasium besucht. Das Interesse für Technik hat sie schon von zu Hause aus mitbekommen. „Mein Vater war Ingenieur bei den Stadtwerken und hat mich in der achten Klasse dort für den Girl’s Day angemeldet“, so Drayß. Bei besagtem Girl’s Day hat die junge Claudia dann zum ersten Mal gelötet. Die Liebe zur Informatik entdeckte sie in der Oberstufe am Bismarck-Gymnasium. Sie wählt Informatik als freiwilliges Wahlfach. „Obwohl ich davor nie programmiert habe“, erinnert sich die 32-Jährige. Doch sie war neugierig, mehr über die weite Informatikwelt zu erfahren. Dass ich mal Professorin werde, hätte ich damals noch nicht gedacht. Claudia Drayß Professorin an der DHBW Wer jetzt denkt, dass sie damals schon wusste, wo ihr Weg hinführt, der fehlt. „Ich war damals schon offen, was die Zukunft bringt. Dass ich mal Professorin werde, hätte ich damals noch nicht gedacht.“ Nach dem Abitur studiert Drayß Elektro- und Informationstechnik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Dort spezialisierte sie sich auf Signalverarbeitung und Medizintechnik. Während ihrer Promotion am Institut für Biomedizinische Technik forschte sie an computergestützten Herzmodellen: „Ich habe Computermodelle und -simulationen des Herzens entwickelt und analysiert, um mit Machine-Learning-Verfahren Risikomarker für Vorhofflimmern in EKG-Signalen zu identifizieren.“ Besonders prägend war für sie bereits in dieser Zeit die Arbeit mit Studierenden: „Die Betreuung von Abschlussarbeiten und der Austausch mit der wissenschaftlichen Community haben mir sehr gut gefallen.“ Nach ihrer Promotion arbeitete sie an der Softwareentwicklung für vernetzte Medizingeräte und gewann Einblicke in reale Anwendungen der Kommunikations- und Netztechnik: „Da auch der OP-Tisch mit anderen Geräten im Krankenhaus Daten austauscht, konnte ich wertvolle Einblicke aus der Praxis erhalten.“ Der Ausschlag, dass Claudia Drayß den Weg als Professorin einschlägt, fiel im Jahr 2025. Als Lehrbeauftragte kommt sie an die DHBW. „Ich wollte den kommunikativen Part und die Wissensvermittlung weiter in meinen beruflichen Alltag integrieren“, sagt sie heute. Schnell merkt sie, wie viel Freude ihr der Lehrberuf macht. „Da wusste ich, dass ich das zu meinem Hauptberuf machen will.“ Ich will versuchen, dass Leute sich mit mir identifizieren können. Claudia Drayß Professorin an der DHBW Dass sie als junge Professorin, noch dazu in einem technischen Umfeld, ein Vorbild für andere sein kann, freut sie. „Ich will versuchen, dass Leute sich mit mir identifizieren können.“ Gerade jungen Mädchen will sie vermitteln, dass man diesen Weg gehen kann, auch in der Technik. „Wenn man gut ist und sich dahinterklemmt, kann man alles erreichen.“ Genau das will sie auch in ihren Vorlesungen aufgreifen, um die Studierenden mitzunehmen. Was Drayß jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen rät Gerade in technischen Bereichen sei es wichtig, mutig voranzugehen. „Traut euch, Neues auszuprobieren, und seid neugierig“, rät sie allen jungen Nachwuchswissenschaftlern. Und weiter: „Lasst euch nicht davon abschrecken, auch mal außerhalb der Komfortzone zu agieren.“ Ihre eigenen Erfahrungen sind nur ein Aspekt, den Drayß in ihre Arbeit einfließen lässt. Inhaltlich legt sie großen Wert auf die Vermittlung zukunftsrelevanter Kompetenzen. Dazu gehört auch der reflektierte Umgang mit neuen Technologien. Außerhalb der Hochschule stehen Radreisen und Laufen auf der Tagesordnung der 32-Jährigen. „Eigentlich sehr monotone Tätigkeiten. Aber da kann ich gut abschalten und den Kopf freikriegen.“ Ich habe nie Pläne gemacht, wo ich in fünf Jahren stehen will. Claudia Drayß Professorin an der DHBW Rund ein halbes Jahr ist Claudia Drayß nun schon Professorin. Doch genauso wie früher ist sie auch heute noch offen, was die Zukunft bringt. „Ich habe nie Pläne gemacht, wo ich in fünf Jahren stehen will. Ich lasse das auf mich zukommen und gehe auf das ein, was die Zeit mit sich bringt.“ Kurz- bis mittelfristig hofft sie, dass sie an der DHBW einen kleinen Forschungsbereich aufbauen kann. Doch bis dahin setzt sie alles daran, die Studierenden an der DHBW bestmöglich zu betreuen und in ihrer Rolle als jüngste Professorin der Hochschule ein nahbares Vorbild für Studierende und solche, die es werden wollen, zu sein.

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