Manchester City auffielen: Gnadenlose Reds
Drei Dinge, die bei Liverpool - Manchester City auffielen: Gnadenlose Reds-Fans können Skyblues nicht stoppen
Von Thomas Gaber
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Manchester City lässt sich in Spiel eins nach dem Urteil im Finanzskandal auch nicht von einer außergewöhnlichen Atmosphäre an der Anfield Road beeindrucken und fährt den sechsten Sieg im sechsten Premier-League-Spiel ein. Während Coach Enzo Maresca den Dreier einwechselt, lässt Liverpool im Offensivspiel alle Wünsche offen und zerfällt nach Gelb-Rot für Ryan Gravenberch in seine Einzelteile.
Es wurde der erwartet feindselige Empfang für Manchester City im ersten Ligaspiel nach dem Urteil im Finanzskandal.
Ausgerechnet Liverpool, ausgerechnet Anfield. Über viele Jahre lieferten sich Skyblues und Reds eine intensive sportliche Rivalität, geprägt von gegenseitigem Respekt. Über dem Spiel am Sonntag stand aus Liverpooler Sicht etwas ganz anderes: Die "Betrüger" waren in der Stadt.
Die Fans der Reds gaben alles, um City die Dienstreise so ungemütlich wie möglich zu machen. Dumm nur, dass ihre Lieblinge auf dem Rasen da nicht mithalten konnten. Manchester drehte den Spieß beim 3:0 (0:0)-Sieg einfach um und fuhr einen hochverdienten Sieg ein.
Drei Dinge, die bei Liverpool - Manchester City auffielen:
1.) Anfield kann gnadenlos sein
Schon bei der Ankunft im Teambus bekam Manchester City einen Vorgeschmack dessen, was die Skyblues im Stadion an der Anfield Road erwartete. Liverpooler Anhänger begrüßten Englands neuen Staatsfeind Nr.1 mit Buhrufen, Spottgesängen und Beschimpfungen.
"Eine ganze Generation Fans wurde betrogen", stand auf einem Banner, das in der legendären Anfield-Kurve "The Kop" aufgehängt wurde. Citys Spieler wurden insbesondere in der ersten Halbzeit gnadenlos ausgepfiffen, die eigenen Kicker dagegen lautstark nach vorne gepeitscht und nach jedem gewonnenen Zweikampf abgefeiert.
Es herrschte eine außergewöhnliche Atmosphäre, die selbst Thomas Hitzlsperger beeindruckte. "Was die Fans von Liverpool da veranstalten, ist schon besonders. Ein schwierigeres Pflaster kann es für Manchester nicht geben im ersten Spiel nach dem Urteil", sagte der "Sky"-Experte.
City wird sich in naher Zukunft bei jeder Auswärtsfahrt Anfeindungen gefallen lassen müssen. Anfield war da ein gnadenloser Vorreiter.
2.) Liverpooler Offensive - welche Offensive?
Der Anhang der Reds gab alles - und wurde von den eigenen Spielern im Stich gelassen. Defensiv machte Liverpool wenigstens eine Stunde lang alles richtig. City-Urgewalt Erling Haaland kam bis zu seinem Führungstreffer auf mickrige zwölf Ballkontakte.
Demgegenüber steht eine Offensive, die diese Bezeichnung nicht verdient. Abgesehen von zwei Soli von Ryan Gravenberch und ein paar Fernschüssen zu Beginn der zweiten Halbzeit war Ebbe im Angriff der Reds.
Florian Wirtz konnte den Aufwind aus den jüngsten Nations-League-Spielen nicht mit nach Liverpool nehmen. Neben einigen schlampigen Pässen übersah Wirtz hin und wieder den besser postierten Mitspieler und schlug schwache Standards.
125-Millionen-Euro-Einkauf Bradley Barcola war kein Faktor auf dem linken Flügel und wartet nach vier Spielen weiter auf seine erste Torbeteiligung. Zudem war Mittelstürmer Lewis Koumas in seinem ersten Einsatz von Beginn an nahezu unsichtbar.
In sechs Premier-League-Spielen erzielte Liverpool nur sieben Tore und kollabierte gegen City nach der Gelb-Roten Karte für Gravenberch (62.). Da stand es noch 0:0 ...
3.) Der Entscheider kommt von der Bank
Aufgrund einer Wadenverletzung spielte Jeremy Doku vor der Partie in Liverpool nur 15 Minuten in dieser Saison. Am Sonntag wurde der Begier in der 56. Minute eingewechselt - just in Liverpools beste Phase.
Doku ersetzte Antoine Semenyo auf der linken Außenbahn, Semenyo wechselte auf die andere Seite. Ein genialer Schachzug von Trainer Enzo Maresca. Doku spielte Ronald Araujo Knoten in die Beine, bereitete Haalands Führungstor vor (65.) und schlenzte den Ball wenig später überragend mit rechts in den rechten Giebel (68.).
"Jeremy war ein entscheidender Faktor. Er hat viel zu unserem Sieg beigetragen", lobte Maresca und sprach anschließend allen, die es mit Manchester City halten, aus der Seele: "In diesem Moment hat der gesamte Verein diesen Sieg gebraucht."
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