Mann zerstört Wohnhaus absichtlich mit Bagger: Große Spendenwelle für Familie
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Mann zerstört Wohnhaus absichtlich mit Bagger: Große Spendenwelle für Familie
Von: Nora Kraft
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Nachdem ein Nachbar ein Haus im südhessischen Mörlenbach mit einem Bagger verwüstete, steht eine Familie vor dem Nichts. Eine Spendenaktion bringt nun überwältigende Hilfe.
Mörlenbach – Es sind Szenen wie aus einem Albtraum, die sich kürzlich im Mörlenbacher Ortsteil Bonsweiher (Kreis Bergstraße) abgespielt haben: Von einem Moment auf den anderen verlor eine fünfköpfige Familie ihr gesamtes Zuhause. Ein 44-jähriger Nachbar soll mit einem Bagger gezielt auf das Grundstück gefahren sein und die schwere Schaufel wiederholt in die Hauswand gerammt haben. Die Fassade stürzte über mehrere Stockwerke teilweise ein, Decken brachen herunter und Möbel wurden nach draußen gerissen. Das Gebäude ist einsturzgefährdet und unbewohnbar. Doch inmitten der Zerstörung formiert sich nun eine Welle der Solidarität.
Wie knapp die Eltern und ihre drei Kinder einer Katastrophe entkamen, schilderte die Mutter gegenüber Reportern der Nachrichtenagentur 5Vision.News. „Meine Kinder haben mich gerufen: ‚Der Mann ist wieder da.‘ Er stand mit seinem Bagger bei uns im Hof“, berichtete sie. Nach einer kurzen verbalen Auseinandersetzung und der Erinnerung an das bestehende Hausverbot habe der Mann unvermittelt begonnen, am Keller zu baggern.
Augenzeugenbericht: „Das wird jetzt abgerissen“
„‚Das wird jetzt abgerissen‘, rief er mir zu“, so die Betroffene weiter. Sie packte geistesgegenwärtig ihre Kinder und brachte sie ins Freie. „Die Kinder haben geschrien und geweint, es war ganz furchtbar.“ Körperlich blieb die Familie unverletzt, doch der Schock sitzt tief.
Nach Angaben der Bewohnerin hatte die Familie vor Jahren lediglich flüchtigen, damals unauffälligen Kontakt zu dem Mann. Am vorangegangenen Freitag sei die Situation jedoch eskaliert: Der Nachbar sei erstmals aufgetaucht und habe behauptet: „Das Spiel ist jetzt aus. Sie richten Schallwaffen auf mich.“
Familie flüchtete im Schlafanzug – Freunde starten Spendenaufruf
Auf Anraten der Polizei stellte die Familie daraufhin ein Grundstücksverbot gegen den Mann aus, das ihm am Samstag zugestellt wurde. Nur zwei Tage später stand er mit der Baumaschine auf dem Hof. Wie die Polizei mitteilte, wurde der Tatverdächtige noch vor Ort festgenommen und aufgrund seines Zustands in eine psychiatrische Fachklinik eingewiesen. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Zerstörung von Bauwerken.
Das Ausmaß der Verwüstung lässt die Familie fassungslos zurück. Die Bewohner konnten sich lediglich in ihren Schlafanzügen retten – Kleidung, Schuhe, Schulsachen, persönliche Erinnerungsstücke und das Spielzeug der Kinder sind verloren oder unter den Trümmern unerreichbar. Aktuell ist die Familie bei Verwandten untergekommen und auf geliehene Kleidung angewiesen.
Überwältigende Resonanz: Mehr als 21.000 Euro in 24 Stunden
Um den Betroffenen schnell und unbürokratisch durch die erste Zeit zu helfen, initiierten Freunde aus Bonsweiher eine Online-Spendenkampagne auf der Plattform GoFundMe. Das Ziel: Mittel für die dringendste Erstausstattung bereitzustellen – von Kleidung und Schuhen über Schulutensilien bis hin zu neuen Kuscheltieren, die den Kindern in der fremden Umgebung wieder Halt und Sicherheit geben sollen.
Die Hilfsbereitschaft in der Region und darüber hinaus übertraf alle Erwartungen. Innerhalb von nur 24 Stunden kamen laut Beschreibungstext der Kampagne durch 553 Unterstützerinnen und Unterstützer bereits 21.222 Euro zusammen.
„Wir sind überwältigt, zu Tränen gerührt und einfach sprachlos“, teilten die Initiatoren mit. Ein solcher Betrag sei nicht vorstellbar gewesen und zeige, „wie viel Menschlichkeit, Mitgefühl und Zusammenhalt in unserem kleinen Dorf, aber auch außerhalb in unserer Gesellschaft steckt“. Auch die betroffenen Eltern seien unendlich dankbar für die riesige Anteilnahme, die ihnen in dieser schweren Phase den Rücken stärkt.