Mareile Höppner und Charlotte Engelhardt teilen im "Kölner Treff" verstörende Deepfake-Erlebnisse
Immer wieder werden Bilder von Frauen technisch gefälscht und zu Nacktfotos verwandelt. Moderatorin Mareile Höppner kann davon ein Lied singen. "Das ist alles ganz leicht zu finden", sagte sie am Freitagabend in der WDR-Talkshow "Kölner Treff". "Es gibt kein Bild von mir, das in den letzten 30 Jahren entstanden ist, das nicht 'ausgezogen' wurde. Kein Bild. Mein Sohn ist 16 Jahre alt, und wenn du meinen Namen ein paarmal mit dem Wort 'nackt' googelst und ein paarmal abbiegst, bist du da." Moderatorin und Schauspielerin Charlotte Engelhardt hat genau das erlebt, berichtet sie im "Kölner Treff". "Mein Sohn kam vor einem halben oder dreiviertel Jahr auf mich zu und fragte: 'Mama, gibt es einen Job, den du total bereust oder für den du dich schämst?' Es gibt bestimmt einige Jobs, für die ich mich schämen sollte, aber ich bin eigentlich immer happy mit dem, was ich mache." Ihr Sohn sei zunächst zufrieden gewesen mit der Antwort, habe aber nach ein paar Stunden wieder nachgefragt. Charlotte Engelhardt hakte nach und fand heraus: "Da hatte er so etwas zugespielt bekommen: Bilder, auf denen mein Kopf auf pornografischen Körpern war." Ihr Sohn war damals zehn Jahre alt!d Mareile Höppner: "Ich will diesen Männern die Stirn bieten" Die Bilder seien schlecht gewesen, zum Glück, sagte die Ex-Frau von Rapper Sido, die unlängst den Nachnamen Würdig wieder ablegte. Ihr Sohn habe sie sofort als Deepfakes erkannt. "Aber mein Sohn hat sich natürlich erschrocken", so Engelhardt, "und die Bilder waren echt pervers." Er habe sie sehr schnell auf diese Bilder angesprochen. "Da verlässt es den öffentlichen Raum und geht ins Private. Und dann trifft es das Herz. Und das ist nicht okay", sagte ihre Kollegin Mareile Höppner. Deepfakes, also mithilfe von KI gefälschte und oft pornografische Bilder, "dürfen kein Tabu-Thema sein", forderte Höppner im "Kölner Treff". Sie kenne Internetforen, in denen sich Männer gegenseitig erklären, wie man derartige Bilder herstellt - und welchen Spaß man damit haben kann. "Das geht bis hin zu Aufforderungen, was alles passieren sollte mit diesen Frauen", erzählte die Moderatorin von "Extra - Das RTL-Magazin". Sie habe schon viele Fotos zur Anzeige gebracht. Passiert sei fast nichts. "Ich kriege dann irgendwann Post: Es wurde eingestellt." Höppner forderte: "Wir müssen uns ganz dringend auseinandersetzen: Wie machen wir uns überhaupt auch selbst kenntlich im Netz? Wir müssen uns dort mit Klarnamen bewegen, sonst ist das ein offenes Feld." Deepfakes will sie sich nicht gefallen lassen. "Ich will diesen Männern die Stirn bieten", betonte die Moderatorin.