Marktbericht: DAX-Bilanzflut dürfte den Handelstag bestimmen
Vor dem Xetra-Start taxiert der Broker IG den deutschen Leitindex mit plus 0,3 Prozent auf 26.216 Punkte. Gestern war der DAX mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 26.126 Punkten aus dem Handel gegangen. Zuvor hatte er allerdings bei 26.403 Zählern ein neues Rekordhoch erreicht. Anschließend beschlossen die Anleger allerdings, Kasse zu machen. "In Anbetracht der überraschenden Dynamik und der Schnelligkeit, mit der der Markt in den ersten beiden Handelstagen des Monats von einem Rekord zum nächsten geeilt ist, werden die Anleger jetzt vorsichtiger", kommentierte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. "Wir sehen die ersten Gewinnmitnahmen", schrieb der Marktexperte Thomas Altmann von QC Partners. Nach dieser beeindruckenden Rally sei das absolut normal. Ein Durchatmen sei gesund für die so hoch gelaufenen Indizes. Noch immer ist es die Hoffnung auf einen Erfolg der diplomatischen Bemühungen im Iran-Konflikt, der für die freundliche Stimmung der Anleger sorgt. Daneben sorgt die Bilanzsaison für Auftrieb - bislang sind die Investoren trotz einiger Ausreißer mit den Zahlen der Unternehmen zufrieden. Und es gibt Bilanz-Nachschub: Heute werden acht DAX-Konzerne berichten. Der Technologiekonzern Siemens hat im dritten Quartal weiter Fahrt aufgenommen und beim operativen Ergebnis Rekordwerte erzielt. Der Konzern blickt auf ein robustes Geschäft in seinen beiden digitalen Kernsparten. Siemens profitiert von einer hohen Nachfrage im Zusammenhang mit dem massiven Ausbau von KI-Rechenzentren sowie bei der Sparte Digital Industrie, die die Industrieautomatisierung sowie das Software-Geschäft enthält. Der Umsatz stieg um sieben Prozent auf rund 20,8 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente Siemens mit 2,6 Milliarden Euro 15 Prozent mehr. Auch die deutsche Telekom stellte die Quartalszahlen vor: Im zweiten Quartal verbesserte sich der Umsatz um etwas mehr als vier Prozent auf rund 29,9 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente der Konzern mit rund 2,5 Milliarden Euro aber rund sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Hauptgrund für den Gewinnrückgang waren Integrationskosten für UScellular bei T-Mobile US. An der Wall Street erreichte der Dow Jones am Mittwoch einen weiteren Rekordstand. Der US-Leitindex schloss 0,5 Prozent fester auf 54.349 Punkten. Für den marktbreiten S&P 500 ging es hingegen um 0,2 Prozent auf 7.723 Zähler nach unten. Der technologielastige Nasdaq 100 fiel um 0,8 Prozent auf 29.487 Punkte. Die Quartalszahlen von SpaceX hatten enttäuscht. Die Aktie stürzte zweistellig ab und belegte im Nasdaq 100 den letzten Platz. Der Chipentwickler AMD konnte die immer höher gesteckten Erwartungen der Marktteilnehmer ebenfalls nicht erfüllen. Gewinnmitnahmen im Technologiesektor haben die asiatischen Börsen heute belastet. Die jüngste KI-getriebene Rally geriet ins Stocken, nachdem die Quartalszahlen einiger US-Technologiefirmen, wie angesprochen, die hohen Erwartungen der Anleger nicht erfüllen konnten. Der japanische Nikkei-Index verliert derzeit rund ein Prozent. In Südkorea fällt der Kospi um etwa vier Prozent. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gibt um 0,7 Prozent nach.