Marktbericht: DAX pendelt um 25.000 Punkte
Der DAX hat am Morgen sein zähes Ringen um die 25.000-Punkte-Marke fortgesetzt. Im frühen Handel sank der deutsche Leitindex um 0,02 Prozent auf 24.995 Punkte - vortags hatte er minimal unter 25.000 Punkten geschlossen. Seit vergangener Woche schon pendelt das Börsenbarometer in einer engen Spanne um diese runde Marke. Analyst Martin Utschneider von Robomarkets spricht denn auch von einer "richtungslosen Grundtendenz". Dieser dürfte der DAX auch heute treu bleiben, zumal er sich auch am Mittwoch nicht aus seiner jüngsten Seitwärtsspanne habe lösen können. Das belege eine "ausgeprägte Unentschlossenheit der Marktteilnehmer". Umso spannender ist da der Blick auf die Einzelwerte, besonders auf Delivery Hero. Uber übernimmt den deutschen Essenslieferanten. Der US-Konzern legte den Aktionären ein Angebot über 41,50 Euro je Anteilsschein vor. Das entspricht einem Transaktionsvolumen von etwa 12,7 Milliarden Euro. Der Großaktionär Prosus habe bereits zugestimmt, seine knapp 17-prozentige Beteiligung an Delivery Hero abzugeben - dem Deal steht also nichts im Weg. Denn inklusive Derivaten hatte sich Uber zuvor bereits knapp 37 Prozent der Anteile an Delivery Hero gesichert. Der US-Fahrdienstvermittler und -Essenslieferant Uber machte die Übernahme von einer Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus einer Aktie abhängig. Aktuell läuft die Berichtssaison läuft Hochtouren. Vor allem beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) ist das Interesse groß und so warteten Anleger heute gespannt auf die Zahlen von TSMC. Und sie wurden nicht enttäuscht: Dank einer ungebrochenen Nachfrage nach KI-Prozessoren hat TSMC seinen Gewinn erneut überraschend stark gesteigert. Der Überschuss stieg im zweiten Quartal um 77 Prozent auf umgerechnet 19,15 Milliarden Euro, teilte der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger mit. Analysten hatten mit rund zwei Milliarden Euro weniger gerechnet. Die starken TSMC-Zahlen haben den Ausverkauf im asiatischen Technologiesektor aber nicht stoppen können. In Tokio verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index rund drei Prozent, während der breiter gefasste Topix rund 1,5 Prozent nachgab. In Südkorea brach der technologielastige Leitindex Kospi um gut sechs Prozent ein. "Trotz starker Gewinn- und Umsatzsteigerung bleibt die Skepsis der Investoren über die weitere Entwicklung im KI- und Rechenzentrumsgeschäft in der spätzyklischen Phase vorhanden", sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. Gleichzeitig trieben die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten den Ölpreis weiter in die Höhe. US-Präsident Donald Trump hat Iran mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur des Landes gedroht. Unterdessen startete das US-Militär nach eigenen Angaben die zweite Angriffswelle des Tages, die Angriffe richten sich demnach gegen militärische Fähigkeiten Irans, die dafür genutzt worden seien, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu bedrohen. Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,5 Prozent auf 85,36 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,7 Prozent fester bei 80,17 Dollar. Anders als am deutschen Aktienmarkt waren die Anleger an der Wall Street am Mittwoch in Kauflaune. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent höher bei 52.659 Punkten. Einer der Gründe: Überraschend gesunkene Erzeugerpreise schürten die Hoffnung, dass die US-Notenbank Fed von weiteren Zinserhöhungen absehen könnte. Dieser Hoffnung hat Fed-Direktorin Lisa Cook allerdings direkt einen Dämpfer verpasst: Sie sei dann "bereit zu handeln", sollte die Inflation nicht bald abebben. Doch halte sie es für ratsam, sich noch etwas Zeit zu lassen, um zu beobachten, wie sich die Teuerung entwickele: "Für die Zukunft bin ich jedoch der Ansicht, dass die Risiken für eine höhere Inflation weiterhin überwiegen." Im Fokus heute steht erneut die Konjunktur. Die US-Einzelhändler dürften ihren Umsatz im Juni kaum gesteigert haben. Von Reuters befragte Ökonomen erwarten, dass die Einnahmen nur um 0,2 Prozent zugelegt haben, nach einem Plus von 0,9 Prozent im Vormonat. Für zusätzlichen Rückenwind sorgten positive Unternehmenszahlen aus dem Finanzsektor. Der Vermögensverwalter BlackRock und die Investmentbank Morgan Stanley übertrafen die Gewinnerwartungen für das zweite Quartal. Heute rückt nun die Tech-Branche in den Fokus, der Streaminganbieter Netflix läutet mit seinen Quartalsergebnissen die Bilanzsaison der US-Techgiganten ein. Dabei steht der Konzern unter Druck, Investoren von seiner Wachstumsstrategie zu überzeugen. Da der Schub durch das Vorgehen gegen das Passwörter-Teilen und durch Preiserhöhungen nachlässt, ist das Werbegeschäft als entscheidend für das künftige Wachstum. Um Werbekunden anzulocken, setzt Netflix auf Live-Events und prüft Medienberichten zufolge ein Gebot für die US-Übertragungsrechte der Fußball-Weltmeisterschaften 2030 und 2034. Der Agrarkonzern Syngenta hat BASF im US-Bundesstaat Delaware wegen einer mutmaßlichen Patentverletzung verklagt. In der Klageschrift wirft Syngenta dem deutschen Chemiekonzern vor, mit dem neuen Mais-Herbizid Ridivex ein Patent auf das Konkurrenzprodukt Storen zu verletzen. Das Unternehmen beantragte vor Gericht, die Markteinführung in den USA zu stoppen und verlangte Schadenersatz in nicht bezifferter Höhe.