DAX -0,99 % 26.078,14 Pkt 11:45:02 MDAX -1,60 % 31.839,94 Pkt 11:45:02 Euro Stoxx 50 -0,01 % 6.467,55 Pkt 11:45:00 Dow Jones -0,72 % 53.343,40 Pkt 22:40:06 S&P 500 -1,21 % 7.691,76 Pkt 22:38:24 Nasdaq -1,64 % 26.289,71 Pkt 23:15:59 Nikkei -3,16 % 65.326,42 Pkt 08:45:03 Gold +1,13 % 4.415,30 USD 11:50:01 Silber -1,10 % 63,24 USD 11:49:59 Brent +0,77 % 91,72 USD 11:49:58 WTI -0,25 % 84,73 USD 11:49:56 Bitcoin -0,48 % 64.371,57 USD 11:59:19 EUR/USD +0,23 % 1,16100 USD 11:59:56 EUR/GBP +0,14 % 0,85600 GBP 12:00:02 EUR/CHF +0,15 % 0,94030 CHF 12:00:01 EUR/JPY +0,06 % 184,641 JPY 12:00:02

Marktbericht: Anleihen machen Aktien Konkurrenz

Allgemein

Der DAX ist heute nahezu unverändert bei 26.153 Punkten in den Handel gestartet. Am Dienstag hatte Deutschlands wichtigster Börsenindex mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 26.128 Punkten geschlossen. Zunächst hatten die Vorgaben aus den USA und Asien größere Abschläge vermuten lassen. Vor allem an den US-Börsen waren die Kurse ins Rutschen geraten, weil steigende Anleihezinsen und eine anhaltend schwierige Lage in Nahost den Risikoappetit deutlich gezügelt hatten. Positive Nachrichten kamen dagegen aus der deutschen Industrie: Ihr Auftragspolster ist so groß wie seit gut einem Jahrzehnt nicht mehr: Ein Plus im Juni von 9,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Renditen von Anleihen steigen indessen immer weiter, vor allem in den USA. Für US-Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit werden so hohe Zinsen fällig wie seit 20 Jahren nicht. Das lockt Aktien-Investoren an, die hier eine zunehmend lukrative Alternative sehen. Vor allem im Technologie-Sektor ist das zu sehen: Große Unternehmen wie Amazon, Meta oder Microsoft, die bisher ihre steigenden Investitionen aus eigener Kraft gestemmt haben, werden mehr und mehr Schuldner am Anleihenmarkt. Und da sie als sehr solide gelten, greifen Investoren zu. "Um den Ausbau von Rechenzentren und Infrastruktur zu finanzieren, treten die großen Hyperscaler vermehrt als Anleiheemittenten auf", sagt Stephan Kemper, Chief Investment Officer BNP Paribas Wealth Management. Ihr Gewicht im US-Investment-Grade-Index habe sich von 2,7 auf 4,8 Prozent nahezu verdoppelt und könnte bis 2030 die Marke von zehn Prozent erreichen. "Diese Emissionsoffensive führt zu Verdrängungseffekten und treibt das Renditeniveau zusätzlich nach oben." Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst von der Consorsbank ergänzt: "Hohe Renditen dürften die Zahlungsbereitschaft für Aktien begrenzen, da Anleger jetzt ernsthafter über Anleihen im Depot nachdenken werden. Die Konkurrenz für Aktien durch Anleihen ist real." Doch die Medaille hat zwei Seiten: Der Rendite-Anstieg bedeutet auch, dass das Schuldenmachen teurer wird. Das belastet vor allem KI-Werte, die ihr Wachstum stark über Kredite finanzieren. Auf der anderen Seite steht die Furcht vor einer Überschuldung von Staaten. Was mitten im KI-Boom der letzten Wochen verdrängt worden war, rückt wieder ins Bewusstsein: Allein die USA geben pro Tag drei Milliarden Dollar für Zinsen auf Schulden aus. Kjersti Haugland, Chefvolkswirtin der Investmentbank DNB Carnegie, sagt, die Anleihemärkte träten in eine neue Ära ein. Es ende die Phase niedriger Zinsen ​und vergleichsweise niedriger Inflation nach der globalen Finanzkrise von 2008. "Dies fällt mit der sehr hohen Staatsverschuldung in vielen Ländern zusammen, insbesondere in Japan, den USA, Frankreich und Großbritannien." Entsprechend groß waren denn auch die Verluste an den US-Börsen am Dienstag. An der Wall Street hatte der Dow Jones 0,2 Prozent auf 53.343 Punkte verloren. Der breit gefasste S&P 500 hatte 0,7 Prozent auf 7.692 Zähler nachgegeben und der technologielastige Nasdaq 1,3 Prozent auf 26.290 Stellen. Kursverluste häuften sich auch an Asiens Märkten. Wichtiger Taktgeber könnte heute das Protokoll der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zur letzten Sitzung des Federal Open Market Committees (FOMC) werden. Dieser Ausschuss entscheidet über die Zinsen in den USA. Investoren erwarten hier Hinweise, inwieweit die US-Notenbank zu einer Zinserhöhung bereit ist oder eben nicht. Im Juli hatte die Notenbank den Leitzins trotz der anhaltend hohen Inflation in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent belassen. Ein Viertel der stimmberechtigten Mitglieder im Offenmarktausschuss hatte allerdings für eine Erhöhung votiert. Mit dem allmählichen Abebben der Berichtssaison stehen nur noch wenige Bilanzen auf dem Terminkalender. Heidelberger Druckmaschinen als wichtiger Vertreter des deutschen Maschinenbaus berichtete für das erste Quartal von weniger Umsatz und mehr Verlust als gedacht. Das Unternehmen bestätigte aber seine Jahresprognose und will in die Geschäftsfelder Drohnenabwehr und Energiespeicher einsteigen.

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