Märkte Insight: US-Notenbankchef Warsh geht auf Kollisionskurs
Amerikanische Notenbankchefs haben in den vergangenen Jahren das traditionelle Treffen in Jackson Hole immer wieder für große Ankündigungen genutzt. Die malerische Bergkulisse der Rocky Mountains eignet sich bestens dafür, neue Strategien oder Zinspläne vor den Geldpolitikern aus der ganzen Welt zu verkünden.
In diesem Jahr könnte es anders sein. Zwar drängen Ökonomen und Anleger auf mehr Klarheit. Doch der neue Gastgeber, Kevin Warsh, steht gleich aus mehreren Gründen isoliert da.
Der Fed-Chef hat, erstens, selbst erklärt, dass er weniger kommunizieren will. Schon seit dem Beginn seiner Amtszeit lässt er offen, wie genau die mächtigste Notenbank der Welt ihr Inflationsziel von zwei Prozent erreichen soll. Derzeit liegt die Teuerung in den USA bei 3,7 Prozent. Auch wenn sich Warsh zuletzt zum Stabilitätsziel bekannt hat, bleibt weiter offen, wann und wie er dorthin kommen will. Zudem sollen die von ihm eingesetzten Arbeitsgruppen erst zum Jahresende Ergebnisse für den geplanten Umbau der Fed liefern.