Märkte: Wie China die deutsche Medizintechnik mit Hochtechnologie herausfordert
Shanghai. Das durchsichtige Herz aus Kunststoff schlägt, Dutzende Schläuche simulieren die Blutbahnen eines Körpers – vom Gehirn bis in die Zehen. „Die deutschen Kunden mögen dieses Modell“, sagt Verkaufsmanager Wu Bing von Preclinic Medtech. Das chinesische Unternehmen, das 2017 im Umfeld der Shanghaier Jiaotong-Universität entstanden ist, stellt künstliche Gefäße, Organe und Körperattrappen her, an denen Ärzte Verfahren und Medizintechnikhersteller ihre neuen Geräte testen können.
Europa sei ein wachsender Markt für das Unternehmen, sagt Wu. Wie so viele chinesische Anbieter hofft Preclinic auf ein wachsendes Europa-Geschäft. Chinas Medizintechniksektor ist als Absatzmarkt und Produktionsstandort schon lange bedeutsam – auch für deutsche Hersteller wie Siemens Healthineers und Fresenius Kabi.
Zugleich kämpfen westliche Anbieter um Marktanteile in China, wo der Wettbewerb immer schwieriger wird. „Chinesische Unternehmen haben natürlich Vorteile in ihrem Heimatmarkt“, sagt ein Sprecher von Siemens Healthineers. „Wir halten diesem Wettbewerb stand und gewinnen in unserem synergetischen Kern aus Bildgebung und Präzisionstherapie weiterhin Marktanteile, aber die Situation ist durchaus herausfordernd.“