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Marktwert-Gewinner Biondic: „Viel mehr, als ich mir je hätte erträumen können“

Sport

Der steile Aufstieg von Mateo Biondic geht im Marktwert-Update der Jupiler Pro League weiter. Der 23 Jahre alte Stürmer wechselte im Januar vom Regionalligisten Eintracht Trier zu Champions-League-Teilnehmer Royal Union Saint-Gilloise und machte bei den Belgiern auf sich aufmerksam. Seit dem Transfer hat sich sein Marktwert um das 70-Fache gesteigert.

Neben U21-Nationalspieler Nicolò Tresoldi (+10 Mio. auf 35 Mio.) vom Club Brügge und Liverpool-Verpflichtung Lucca Brughmans (+16 Mio. auf 20 Mio.) vom KRC Genk zählt Biondic zu den großen Gewinnern des Updates. Sein Marktwert klettert nach einem starken Saisonstart von 2 Mio. auf 7 Mio. Euro. Der Angreifer erzielte in acht Partien drei Treffer und legte vier weitere vor. In der Europa League war er beim 3:0 gegen Viktoria Pilsen erstmals auf internationaler Bühne erfolgreich. Auch dank seiner Torbeteiligungen ist Union Saint-Gilloise in der Jupiler Pro League weiterhin ungeschlagen und wieder ein Kandidat für die Meisterschaft.

„Biondic wurde im vergangenen Winter mit der Absicht verpflichtet, ihm nach seinem Wechsel aus der deutschen vierten Liga zu einem Champions-League-Team eine halbe Saison Zeit zu geben, um sich einzugewöhnen“, erklärt Bart Tamsyn, Marktwert-Admin Belgien bei Transfermarkt. Dabei profitierte der Angreifer auch von Verletzungen der Konkurrenz, kam häufiger zum Einsatz und zeigte als Joker seine Qualitäten. „In dieser Saison scheint er in derselben Form weiterzumachen und ist gesetzt. Union hat bereits in den vergangenen Sommern gezeigt, dass der Verein seine besten Spieler für mehr als 20 Millionen Euro verkaufen kann, und derzeit deutet nichts darauf hin, dass Biondic nicht in ihre Fußstapfen treten könnte.“

USG hat an den Beispielen Deniz Undav, Victor Boniface und Franjo Ivanović gezeigt, wie gut der Klub Angreifer entwickeln kann. Als Biondic den Wechsel nach Belgien angetreten ist, lag sein Marktwert bei 100.000 Euro. Im März ging er auf 400.000 Euro, im Juni folgte sein erster siebenstelliger Marktwert mit 2 Mio. Euro. Mit dem Upgrade auf 7 Mio. Euro hat sich sein Marktwert seit dem Wechsel um das 70-fache gesteigert.

Auch in der Kabine sind die Bewertungen ein Thema, wie Biondic im Gespräch mit Transfermarkt erzählt: „Marktwerte sind bei uns vor allem dann ein Thema, wenn neue Spieler kommen. An den Summen, die im Transferfenster ausgegeben werden, lässt sich ja schon erahnen, welche Qualität ein Spieler mitbringt – das ist im Fußball kein Geheimnis. Untereinander vergleichen wir uns aber nicht nach dem Motto, wer den höheren Marktwert hat. Besfort Zeneli und Massiré Sylla hätten bei ihrer Qualität aber definitiv einen höheren verdient!“ Für Zeneli geht es im Update von 6 Mio. auf 10 Mio. Euro, Sylla steigert seinen Marktwert um mehr als 500 Prozent auf 5 Mio. Euro.

Biondic über Transfer zu USG: „Total surreal!“

In der Saison 2023/24 spielte Biondic mit Eintracht Trier noch in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Nach der Regionalliga-Rückkehr des Klubs hatte er eine durchwachsene erste Saison in der Viertklassigkeit, ehe der Durchbruch in der Hinrunde 2025/26 erfolgte. Nach sieben Toren und fünf Vorlagen in 17 Partien wurde der Champions-League-Teilnehmer auf ihn aufmerksam. „Total surreal! Das Angebot kam in einer Phase, in der ich sportlich niemals damit gerechnet hätte“, sagt Biondic über seinen Transfer zu USG. „Als die Unterschrift gesetzt war, kam zuerst die Erleichterung – und dann ganz langsam die Erkenntnis, was da eigentlich gerade passiert ist. Besonders glücklich hat mich gemacht, dass ich diesen Moment mit meinen Eltern teilen durfte, nach allem, was wir gemeinsam durchgemacht haben.“

Saint-Gilloise zahlte 220.000 Euro für Biondic und machte ihn damit zum Rekordabgang Triers. „Weil ich vorher mit einigen Verletzungen zu kämpfen hatte, bestand die größte Herausforderung darin, gemeinsam mit dem Staff meinen Körper in den Griff zu bekommen. Nur so konnte ich mich möglichst verletzungsfrei an das deutlich höhere und physischere Niveau gewöhnen“, erklärt Biondic die Anpassung an das höhere Niveau. Der Fußball in Belgien – und gerade bei Union – sei viel körperbetonter und intensiver als in der Regionalliga, der Ball laufe schneller. „Nach zwei Monaten stand ich zum ersten Mal in der Startelf. Weil sich mehrere Stürmer verletzt hatten, wurde ich ins kalte Wasser geworfen. Ich glaube, genau das hat mir geholfen, schneller auf dieses Niveau zu kommen.“

Zu Beginn befand sich Biondic in der Jokerrolle hinter Promise David, Kevin Rodríguez und Raul Florucz. Doch zum Ende der regulären Ligasaison in Belgien plagten Saint-Gilloise in der Offensive Verletzungsprobleme, sodass er immer öfter in der Startelf stand. In den Playoffs um die belgische Meisterschaft war er auf einmal Stammkraft und trug mit drei Treffern und einer Vorlage zu Platz zwei bei. Zudem stand er beim Pokaltriumph gegen den RSC Anderlecht (3:1 n. V.) in der Startelf.

„Gerade deshalb war das erste halbe Jahr viel mehr, als ich mir je hätte erträumen können“, meint Biondic. „Mit so viel Spielzeit war angesichts meiner Fitness und meines Wechsels aus der Regionalliga nicht zu rechnen. Ich konnte mich von Spiel zu Spiel weiterentwickeln, der Mannschaft zu Erfolgen verhelfen und spüren, was es heißt, auf höchstem Niveau Fußball zu spielen. Allein wegen dieser Erfahrungen war das halbe Jahr herausragend.“ Das Sahnehäubchen für den Ex-Trierer: In wichtigen Spielen ein Faktor zu sein und seinen ersten Pokalsieg zu feiern – beziehungsweise den zweiten, wenn man den Rheinlandpokal mit der Eintracht mitzählt.

Biondic weiter: „Mein Start in die neue Saison war zunächst durchwachsen. In den ersten Spielen kam ich nicht zum Einsatz und musste mich hintenanstellen. Trotzdem wusste ich: Wenn ich die Chance wieder bekomme, muss ich bereit sein. Mit der ersten Einwechslung gegen Zulte Waregem und dem ersten Startelfeinsatz gegen Anderlecht habe ich dann richtig Fahrt aufgenommen. Vielleicht ist das der Beweis, dass sich die Umstände schneller ändern können, als man denkt. Gemessen an der Ausgangslage bewerte ich den Saisonstart deshalb als äußerst erfolgreich. Was ich mitnehme: niemals aufgeben, egal unter welchen Umständen. Das Ergebnis sind ein deutlich höherer Marktwert seit meinem Wechsel aus Trier und Auszeichnungen für meine Leistungen.“

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