Markus Lanz bis Andrea Kiewel: Was deutsche Moderatoren verdienen sollen
Gerüchte um TV-Honorare Was Deutschlands Moderatoren verdienen Von Dinah Rachko 07.08.2026 - 18:08 UhrLesedauer: 4 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Einige TV-Moderatoren sprechen nicht nur mit namhaften Persönlichkeiten, sondern sind heute längst selbst welche. Das scheint sich finanziell auszuzahlen. Wie viel verdienen Deutschlands Moderatoren? Janin Ullmann, die heute durch die RTL-Show "Temptation Island" führt, startete einst bei Viva. Zu Gast im Podcast "Baby got Business" sprach sie kürzlich offen über ihr damaliges Gehalt bei dem Musiksender: So erhielt sie als Berufsanfängerin 3.000 D-Mark brutto von ihrem Arbeitgeber, während ihr Kollege Oliver Pocher 5.000 D-Mark brutto ausgehandelt habe. Was sie für ihre heutigen TV-Auftritte erhält, gab Ullmann nicht preis. Selbst bei den mit Beitragsgeldern finanzierten öffentlich-rechtlichen Sendern ist undurchsichtig, wie hoch die Zahlungen an Moderatoren ausfallen. Zu einigen Fernsehgesichtern wurden in Medienberichten jedoch in der Vergangenheit konkrete Zahlen genannt. Markus Lanz, der Spitzenreiter Der "Welt am Sonntag" war 2024 eine Liste aus der Sender-Zentrale in Mainz zugespielt worden, die Auskunft über zuvor geheime Honorarvereinbarungen im ZDF geliefert haben soll. Die Liste stamme aus dem März 2023. Demnach war Talkmaster Markus Lanz zu dem Zeitpunkt der Bestverdiener unter den Moderatoren des Senders. Er soll der Liste zufolge knapp 1,9 Millionen Euro erhalten haben. 2025 seien sogar rund zwei Millionen Euro für ihn vorgesehen gewesen. Dicht auf war "Bares für Rares"-Moderator Horst Lichter. Er soll bis 2025 rund 1,7 Millionen Euro pro Jahr erhalten haben. Das Honorar von Oliver Welke, besonders bekannt aus der "heute-show", habe bis Ende 2023 bei rund 1,18 Millionen Euro jährlich gelegen. Zwar nicht im siebenstelligen, aber dennoch hohen sechsstelligen Bereich liegt laut Bericht das Honorar von Johannes Kerner mit 630.000 Euro. "Fernsehgarten"-Moderatorin Andrea Kiewel erhalte jährlich 400.000 Euro, also umgerechnet 20.000 Euro pro Show. Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Leiendecker komme auf 349.000 Euro und Giovanni Zarrella, der im ZDF regelmäßig durch seine gleichnamige Schlagershow führt, auf 300.000 Euro. Auf welcher Höhe die Honorare aktuell liegen, ist nicht bekannt. Christian Sievers, der das "Heute Journal" moderiert, soll laut "Welt am Sonntag" inklusive Mehrwertsteuer 350.000 Euro pro Jahr vom ZDF erhalten haben, Talkmasterin Maybrit Illner 480.000 Euro. Rudi Cerne soll 2024 382.000 Euro erhalten haben, Marietta Slomka 393.750 Euro. Das ZDF äußerte sich auf Nachfrage nicht zu Vertragsinhalten. Böhmermann bestreitet kolportierte Summen Auch "ZDF Magazin Royale"-Moderator Jan Böhmermann wurde in der von "Welt am Sonntag" erhaltenen ZDF-Liste aufgeführt. Er soll von dem Sender 2023 651.000 Euro plus Mehrwertsteuer erhalten haben. Es sei vertraglich vorgesehen gewesen, dass das Honorar 2024 um 31.000 Euro steigt. Für 2025 sei ein weiteres Plus auf insgesamt 713.000 Euro eingeplant gewesen. In einem "RTL Exclusiv"-Interview mit Frauke Ludowig reagierte Böhmermann 2025 auf Spekulationen zu seinem Honorar: "Im Internet wurde kolportiert, dass ich eine Summe X verdiene, weil irgendjemand im ZDF-Verwaltungsrat geplaudert hat, keine Ahnung. Die Summe stimmt nicht, die ist viel zu niedrig, aber die reale Summe, die ich vom ZDF bekomme, die ist, glaube ich, immer noch im Vergleich zu dem, was man bei RTL verdient, viel zu niedrig." Böhmermann vermutete, dass die Bezahlung bei privaten Sendern höher ist als beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk und fragte Ludowig konkret nach ihrem Einkommen: "Frauke, sag mal nur: sechsstellig oder fünfstellig oder siebenstellig?" Die ließ sich jedoch nicht in die Karten schauen, scherzte stattdessen, sie verdiene achtstellig: "Nach oben hin ist alles offen", sagte sie über ihre angeblichen Millionenverdienste. Auch bei einem anderen, vergleichsweise neuen RTL-Gesicht wurde das Einkommen zum Thema. Das einstige ProSieben-Zugpferd Stefan Raab feierte nach einem knapp neunjährigen TV-Rückzug 2024 ein großes Comeback bei der Konkurrenz. Nach "DWDL"-Informationen soll RTL gegenüber der Produktionsfirma von Stefan Raab und Daniel Rosemann die Zusage über ein Produktionsvolumen von garantiert mindestens 90 Millionen Euro gemacht haben. Die genaue Summe, die Stefan Raab persönlich für seine Moderation oder Beteiligung an dem RTL-Deal erhält, ist jedoch nicht öffentlich bekannt. Gottschalks Honorar Zu Deutschlands bekanntesten TV-Moderatoren zählte lange Zeit auch Thomas Gottschalk, der viele Jahre durch die ZDF-Sendung "Wetten, dass..?" führte. 2012 moderierte er jedoch auch seine eigene Sendung "Gottschalk live" in der ARD. Der Verband AG Dok veröffentlichte später laut der "Süddeutschen Zeitung" ein vertrauliches Papier, das Einblick in Gottschalks Honorar gab. Verantwortliche der WDR Mediagroup und der Produktionsfirma Grundy Light sollen darin für 144 Ausgaben der Gottschalk-Show 4,6 Millionen Euro veranschlagt haben. Abgesetzt wurde die Sendung bereits nach 70 Folgen. Die Zahlung für ein Jahr sei Gottschalk jedoch garantiert worden. Unklar ist, bei welcher tatsächlichen Höhe die Summe seines Honorars im finalen Vertrag lag. Loading... Loading... Loading... Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung aus dem Jahr 2023 soll Thomas Gottschalk für seine erste Moderation von "Wetten, dass..?" am 10. November 1987 ein Gehalt von 100.000 DM, umgerechnet 51.000 Euro, pro Folge erhalten haben. In späteren Jahren soll seine Gage der Zeitung zufolge auf bis zu 100.000 Euro pro Folge gestiegen sein. Neben "Wetten, dass..?" habe Gottschalk in den 80er-Jahren für das Format wie "Na, sowas Extra" 20.000 DM (10.000 Euro) pro Folge und für "Na, siehste" 80.000 DM (40.000 Euro) pro Folge erhalten. Die Engagements sollen ihn damals zu einem der bestbezahlten Moderatoren im deutschen Fernsehen gemacht haben. Wie seine Honorare in den letzten Jahren seiner TV-Karriere aussahen, ist nicht bekannt. Über Geld spricht man nicht: Dieser geflügelte Satz gilt auch für die TV-Branche – Moderatorengehälter eingeschlossen. Und doch könnten diese Zahlen die Dimensionen der Fernsehgagen veranschaulichen, zumal ARD und ZDF zuletzt Transparenzoffensiven starteten und die Gesamtkosten für ihre Moderatoren preisgaben. Video So hatte die ARD laut "Frankfurter Allgemeine" offengelegt, für 14 Sportmoderatoren des Senderverbunds, die zwischen August 2023 und Juli 2024 für das Erste im Einsatz waren, 1,81 Millionen Euro ausgegeben zu haben. Das entspricht im Schnitt etwa 129.000 Euro pro Person. Als Moderatoren waren in dem Zeitraum unter anderem Alexander Bommes, Esther Sedlaczek, Lea Wagner und Jessy Wellmer im Einsatz. Tatsächliche Einzelhonorare gab die ARD jedoch nicht bekannt. Beim ZDF lagen die Gesamtkosten für das Jahr 2024 bei 1,19 Millionen Euro für elf Sportmoderatoren, was einer durchschnittlichen Vergütung von rund 108.000 Euro pro Moderator entspricht. Im Zweiten führten in der Zeit unter anderem Jochen Breyer, Sven Voss, Katrin Müller-Hohenstein und Lena Kesting durch das Sportprogramm.