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„Markus Lanz“: „Die Leute haben offen gesagt …“ – Ronzheimer berichtet über neue Details der Merz

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In der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ hat „Bild“-Vizechefredakteur Paul Ronzheimer von massiven Zweifeln in der CDU an Bundeskanzler Friedrich Merz berichtet. „Egal, mit wem Sie in den vergangenen Wochen in dieser Partei gesprochen haben: Im Hintergrund hat sich keiner hinter diesen Kanzler gestellt“, sagte Ronzheimer am Donnerstagabend. CDU-Politiker hätten „ganz offen gesagt, dass das so nicht mehr weitergehen kann, dass er nicht mehr Kanzler bleiben kann“.

Nach Darstellung Ronzheimers löste die schwere Wahlniederlage der CDU in Sachsen-Anhalt einen „Polit-Telefon-Krimi“ aus. Ministerpräsidenten und andere einflussreiche Unionspolitiker hätten darüber beraten, ob Merz als Kanzler abgelöst werden müsse. Dabei sei zunächst gefragt worden, ob Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst für einen Wechsel nach Berlin bereitstehe. Dieser habe intern jedoch signalisiert, dass er nicht zur Verfügung stehe. Dafür könne es unterschiedliche Gründe geben, etwa die NRW-Landtagswahl nächstes Jahr oder die Feststellung, dass die internationale Lage aus Wüsts Sicht zu groß oder schwierig für ihn sein könnte.

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Danach sei auch über Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) als möglichen Nachfolger gesprochen worden, sagte Ronzheimer. „Und das zog sich Stunden, Tage“, sagte Ronzheimer. „Und dann am Ende war es wieder, jetzt kommen wir zurück auf Hendrik Wüst, der NRW-Ministerpräsident, der das Ganze mit abgeblasen hat.“

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Merz habe daraufhin begonnen, selbst Gespräche mit den CDU-Ministerpräsidenten und anderen Parteivertretern zu führen. Einige seien über die Anrufe verwundert gewesen, weil der Kanzler den direkten Austausch zuvor vernachlässigt habe, berichtete Ronzheimer. Anschließend veröffentlichten die acht CDU-Ministerpräsidenten eine gemeinsame Erklärung gegen Personaldiskussionen und stellten sich hinter den Reformkurs der Bundesregierung. „Und das Verrückte ist, dass ja dort Leute unterschrieben haben“, die die Personaldebatte vorangetrieben hätten, sagte Ronzheimer.

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Nach Ronzheimers Angaben fiel die Rückendeckung jedoch schwächer aus als ursprünglich geplant. In einem früheren Entwurf der Erklärung sei Merz noch namentlich genannt worden. Einige Ministerpräsidenten hätten die Formulierungen jedoch abgeschwächt. „Die Ursprungsversion des Briefes ging zurück in diese Ministerpräsidentenrunde und die haben dann gesagt: Das ist jetzt doch ein bisschen viel Unterstützung für den Bundeskanzler.“

In der CDU hätten sich deshalb Abgeordnete „fassungslos“ über die Erklärung der Ministerpräsidenten. Er habe mit Parlamentariern gesprochen, die gesagt hätten: „Moment mal, ich habe doch gerade mit Ministerpräsident XY gesprochen, der gesagt hat, es geht nicht mehr, und jetzt macht er hier so einen Brief?“

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„Tagesspiegel“-Journalist Daniel Friedrich Sturm sprach in der Sendung lediglich von einer „Atempause“ für den Kanzler. Die Vorbehalte in Partei und Fraktion seien durch die Erklärung nicht ausgeräumt. Merz habe einen erheblichen Autoritäts- und Ansehensverlust erlitten, sagte Sturm. Es gelte in der Union inzwischen als ausgemacht, dass der Kanzler nicht noch einmal antreten werde.

Ronzheimer verwies dagegen auf die hohe Geschwindigkeit politischer Entwicklungen. Innerhalb weniger Tage könne sich die Lage erneut grundlegend verändern. Die CDU sei in der Kanzlerfrage weiterhin zerrissen: Ein Teil der Partei fürchte einen weiteren Absturz mit Merz, andere warnten vor völligem Chaos durch einen Wechsel an der Spitze. Das größte Problem sei: Nach der Absage von Wüst habe es außer Söder keinen Kandidaten gegeben, hinter dem sich die Partei sammeln könne. „Dann war es vorbei. Erst mal.“

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