Marla Svenja Liebich: Neonazi Liebich wird in Männergefängnis verlegt
Neonazi Marla Svenja Liebich muss die im Juli 2023 angeordnete Haftstrafe in einem Gefängnis für Männer verbüßen. Das habe die Anstaltsleitung im Frauengefängnis in Chemnitz entschieden, teilte das sächsische Justizministerium mit. 2025 hatte Liebich den eigenen Geschlechtseintrag von männlich zu weiblich ändern lassen und den Namen Sven abgelegt. Es gab jedoch Zweifel an der Richtigkeit dieser Angaben. Nach Liebichs Auslieferung von Tschechien nach Deutschland war Liebich zunächst in das Frauengefängnis in Chemnitz gebracht worden. Noch am selben Tag sei Liebich aber in die Justizvollzugsanstalt Zeithain im Landkreis Meißen verlegt worden, teilte das Ministerium mit. Im Juli 2023 war Liebich vom Amtsgericht Halle wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Ursprünglich hatte Liebich die Haft schon Ende August 2025 antreten sollen, floh aber und wurde Anfang April in Tschechien festgenommen. Nach einem längeren Rechtsstreit um eine Auslieferung nach Deutschland wurde Liebich von der Bundespolizei nach Chemnitz gebracht. Sächsische Justizministerin begrüßt Entscheidung Sachsens Justizministerin Constanze Geiert (CDU) begrüßte die Entscheidung. »Gut, dass die JVA schnell Klarheit geschaffen und sich nicht auf Inszenierungen eingelassen hat«, sagte sie. Die Entscheidung der Anstaltsleitung wurde demnach nach einem Gespräch mit Liebich und einer Untersuchung getroffen. In der Abwägung maßgeblicher Aspekte sei es auch um die Sicherheit der Frauen im Justizvollzug in Chemnitz gegangen. Oberstaatsanwalt Dennis Cernota sagte, die Staatsanwaltschaft Halle bleibe die zuständige Vollstreckungsbehörde für den Fall Liebich, auch wenn seit Liebichs Ankunft die sächsische Justiz zuständig sei. In Halle habe man auch schon vor der Entscheidung zur Verlegung von Liebich mit den Verantwortlichen in Chemnitz in engem Austausch gestanden, sagte Cernota. Dass Liebich nach Zeithain gebracht wurde, sei auch das Ergebnis aus einem engen Austausch zwischen allen beteiligten Behörden, auch denen in Tschechien.