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Marokko fordert Frankreich: Reifeprüfung für die "Atlaslöwen"

Sport

Am Abend des 14. Dezember 2022 bedurfte es im al-Bayt-Stadion zu al-Chaur zwischen Achraf Hakimi und Kylian Mbappé keiner Worte, um sich jeweils in die Gefühlswelt des anderen hineinzuversetzen. Und so standen die Freunde, die seinerzeit beide noch für Paris Saint-Germain aufliefen, nach dem Semifinale zwischen Frankreich und Marokko (2:0) einfach nur auf dem Rasen und umarmten sich eine Weile. Für den mit Marokko unterlegenen Hakimi war es eine Geste des Trostes, für Mbappé ein stiller, aber aufrichtiger Glückwunsch seines Kumpels. Emotionale Bilder zeugen von einer Männerfreundschaft, die vier Jahre später beim erneuten Aufeinandertreffen beider Teams und damit auch dem abermaligen Duell zwischen den dicken Kumpels auf eine harte Probe gestellt werden wird. "Auf dem Spielfeld ist er nicht mein Freund", schrieb Marokkos Kapitän Hakimi vor dem Viertelfinale am Donnerstagabend (09.07.2026, 22 Uhr MESZ, im Audiostream und Liveticker bei sportschau.de) bei "X". Youngster Bouaddi: "Werden unser Potenzial voll ausschöpfen" Die Worte des 27-Jährigen, der bei der WM 2026 im Sechzehntelfinale gegen die Niederlande sein 100. Länderspiel bestritt, zeugen vom großen Selbstbewusstsein der Marokkaner. Den Status eines Überraschungsteams, den sie noch in Katar innehatten, haben die Nordafrikaner längst abgelegt. Der deutliche 3:0-Erfolg im Achtelfinale gegen Co-Gastgeber Kanada war zumindest im zweiten Abschnitt eine weitere Demonstration der Stärke. Das Besondere daran: Er war ein Produkt des gleichberechtigten Gedankenaustausches zwischen Trainer-Team und Spielern. "In der Halbzeit haben Trainer, technischer Stab und Spieler miteinander gesprochen und Lösungen für unsere Probleme gefunden. Das war dann in der zweiten Hälfte zu sehen", erklärte Mittelfeldmann Ayyoub Bouaddi. Gegen Frankreich wolle die Mannschaft nun gleich von Beginn an ihre Stärken, sprich das Offensivspiel, zur Geltung bringen. "Wir werden unser Potenzial voll ausschöpfen", kündigte der 18-Jährige an. Zwei Teams auf technisch und taktisch hohem Niveau Der Rohdiamant von Lille OSC ist einer von sechs Akteuren im WM-Aufgebot, die in Frankreich geboren sind. Das sorgt für eine gewisse Brisanz, die im WM-Semfinale 2022 allerdings keine erhöhte Emotionalität zwischen den Spielern hervorrief. Gerade einmal eine Gelbe Karte (für Marokko) musste der mexikanische Schiedsrichter César Arturo Ramos Palazuelos damals zücken. Beide Teams definierten sich bereits damals über die feine Klinge statt der groben Grätsche. Und daran hat sich vier Jahre später nichts geändert. Ganz im Gegenteil: Die Viertelfinal-Konkurrenten haben ihren Spielstil und ihre taktische Variabilität noch einmal verbessert. Die Zuschauer am Donnerstag in Boston (Bundesstaat Massachusetts) sollten im Normalfall eine Partie auf höchstem fußballerischen Niveau sehen. Dafür garantieren eigentlich auch die vielen herausragenden Einzelspieler auf beiden Seiten. Während bei Frankreich die "üblichen Verdächtigen" um Mbappé (sieben Turniertore), Ousmane Dembélé (vier Treffer) und Michael Olise (sechs Vorlagen) aus einer durch die Bank hochwertig besetzen Equipe noch herausragen, haben sich bei Marokko neben den arrivierten Kräften um Hakimi und Brahim Díaz auch Akteure wie Azzedine Ounahi (Doppeltorschütze gegen Kanada) und Bouaddi in den Vordergrund gespielt, die auf der großen internationalen Bühne zuvor weniger bekannt waren. Letzterer war bis März noch Kapitän der französischen U21 und bildet nun mit dem sieben Jahre älteren Neil El Aynaoui (AS Rom), der ebenfalls in Frankreich das Licht der Welt erblickte, die "Doppel"-Sechs bei den Nordafrikanern. Das Duo überzeugt bisher nicht nur als "Staubsauger" vor der Abwehr, sondern ist gemeinsam mit dem etwas offensiver ausgerichteten Regisseur Azzedine Ounahi das Herz des marokkanischen Spiels. Saibari fällt gegen Frankreich aus

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