Marsmond Deimos wohl infolge einer Kollision so „glatt und jugendlich“
close notice This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication. . Deimos, der kleinere und äußere der beiden Marsmonde, wurde einst offenbar von einem Asteroiden getroffen und das dabei ausgeschlagene Material hat dafür gesorgt, dass er heute so „glatt und jugendlich“ aussieht. Das ist das Ergebnis einer Analyse, die die Europäische Weltraumagentur jetzt publik gemacht und die unter anderem auf Aufnahmen der ESA-Asteroidensonde Hera beruht. Software für hoch aufgelöste Simulationen solch eines Einschlags habe gezeigt, dass ein derart katastrophales, aber nicht zerstörerisches Ereignis erklären könnte, warum Deimos sich so stark von Phobos unterscheidet, dem zweiten Mond des Mars. Weiterlesen nach der Anzeige Asteroid eher klein, aber schnell Auf Basis der vorhandenen Daten hat die Forschungsgruppe um Sabina Raducan von der Universität Bern demnach etwa 100 Simulationen mit unterschiedlich großen Asteroiden und verschiedenen Einschlagswinkeln durchgeführt. Am besten habe die Kollision mit einem vergleichsweise kleinen, 320 Meter großen Himmelskörper gepasst, der den Mond mit hoher Geschwindigkeit getroffen hat. Dabei sei auf dem Südpol des Mondes ein großer Krater geschlagen worden, während sich das Material über den ganzen Himmelskörper gelegt hat. Die Umrisse dieses Kraters sind auf Aufnahmen noch zu erkennen. Noch seien alternative Erklärungen nicht ausgeschlossen, aber die Arbeit habe auch praktische Hinweise gegeben, wie mit künftigen Sonden nach weiteren Spuren gesucht werden könne. Auf den Bildern von Hera erkennbare Spuren von Kratern, die vor dem massiven Einschlag entstanden sein müssen, legen laut dem Forschungsteam auch nahe, dass Deimos relativ fragil ist. Bei einem festeren Körper hätten die Schockwellen der Kollision dafür gesorgt, dass diese älteren Strukturen verschwinden. Stattdessen deuten diese nun darauf hin, dass das Innere von Deimos „hochporös und zerklüftet“ ist. Er könnte zum Beispiel aus Material entstanden sein, das bei Einschlagen aus dem Mars herausgeschlagen wurde. Die vollständige Forschungsarbeit wurde in Nature Astronomy veröffentlicht. Hera hat Deimos vor anderthalb Jahren passiert und soll im November bei ihrem eigentlichen Ziel ankommen: den Doppelasteroiden Didymos und Dimorphos.