Massive Attack dürften nach Eklat mit Palästinenserflagge nicht mehr in Singapur auftreten
»Wir hätten uns nicht vorstellen können, dass das bloße Hochhalten einer Fahne eines souveränen Staates, der von 157 Ländern anerkannt wird (Palästina), einen Gesetzesbruch darstellen könnte«, schrieb die Band weiter. Diese »surreale Erfahrung« sei eine Erinnerung daran, dass die Menschenrechte und das Recht auf freie Meinungsäußerung überall dort verteidigt werden müssten, wo sie bedroht seien. Festnahme in London im April Die Band um Robert Del Naja (»3D«) und Grant Marshall (»Daddy G«) war am Mittwoch im Stadtstaat Singapur aufgetreten. Die für ihre Unterstützung der Palästinenser und ihre Kritik an Israel bekannten Musiker hielten dabei eine Palästinenserfahne in die Höhe. Einer der Musiker rief nach Angaben der Polizei »Free Palestine«. In Singapur, wo sehr strikte Gesetze herrschen, ist es verboten, eine ausländische Fahne ohne Genehmigung zu zeigen. Die Musiker von Massive Attack wurden von der Polizei »streng verwarnt«, wie die britische BBC unter Berufung auf eine Behördensprecherin meldet. Außerdem wurde ihnen eine erneute Einreise nach Singapur untersagt, Genehmigungen für künftige Konzerte sollen nicht mehr erteilt werden. Der 61-jährige Del Naja war im April in London festgenommen worden. Er hatte mit Hunderten weiteren Menschen auf dem zentralen Trafalgar Square demonstriert. Auf einem Schild hatte er seine Unterstützung für die in Großbritannien verbotene Organisation Palestine Action bekundet. Dies hatte letztlich zu seiner Festnahme geführt.