Massive Luftangriffe auf Odessa
Ukraine-News
Massive Luftangriffe auf Odessa
von MDR AKTUELL
Stand: 27.09.2026 22:08 Uhr
Kritik an Wadephul-Lawrow-Treffen
Wadephul verteidigt Treffen mit Lawrow
Fünf Tote nach russischen Angriffen
Brände nach Luftangriffen auf Odessa
Ereignisse gestern – Nachrichten und Podcast zum Ukraine-Krieg
Klitschko: Tote und Verletzte nach russischem Angriff
Bei einem russischen Angriff auf einen Markt in einem Vorort der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach ersten Angaben mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete am Abend auf Telegram von zwei Toten und mindestens vier Verletzten. Andere Quellen sprachen von mindestens zehn Verletzten. Der Kiewer Militärverwalter Timur Tkatschenko sprach ebenfalls von zwei Todesopfern nach dem Drohnenangriff auf den Markt im Bezirk Butscha. Die ukrainische Hauptstadt war im Tagesverlauf mehrmals von russischen Kampfdrohnen angegriffen worden. (Quelle: dpa)
Selenskyj: Moskau täuscht Friedensbereitschaft vor
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die jüngsten russischen Angriffe gegen Kiew und andere Städte seines Landes scharf verurteilt. Die Angriffe gegen Kindergärten, Schulen und Wohngebäude würden überall in der Welt als Terrorismus eingestuft, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. Unter den beschädigten Gebäuden sei auch die Residenz des Botschafters Saudi-Arabiens in Kiew.
Moskau verfolge mit diesen Angriffen keine militärischen Ziele. Sie seien lediglich ein Versuch, die Menschen der Ukraine zu brechen und die ukrainische Gesellschaft "so tief wie möglich zu verletzen". Selenskyj warf Moskau vor, die internationale Gemeinschaft mit falschen Friedenssignalen zu täuschen, um harte Sanktionen oder Reaktionen des Westens zu vermeiden. (Quelle: dpa)
CDU-Außenpolitiker Kiesewetter kritisiert Treffen von Wadephul und Lawrow
Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hat das Treffen von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow scharf kritisiert. "Ich sehe das Treffen sehr kritisch. Im Nachhinein wäre ein Telefonat klüger gewesen. Denn das Ergebnis bleibt das Gleiche", sagte Kiesewetter der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagsausgabe).
Bei dem Treffen sei weder für die Ukraine etwas erreicht worden noch für die Sicherheit Deutschlands, beanstandete Kiesewetter. Im Gegenteil erlebten die zwischen Deutschland und Russland liegenden Staaten den "alten Albtraum" einer Kommunikation zwischen Berlin und Moskau über ihre Köpfe und die der Ukraine hinweg. Das Treffen hinterlasse den Eindruck eines deutschen Sonderwegs und habe lediglich falsche Hoffnungen geschürt. (Quelle: AFP)
Tote und Verletzte in Sumy
Russische Luft- und Drohnenangriffe gegen die Ukraine haben unter der Zivilbevölkerung nach offiziellen Angaben erneut Opfer gefordert. In Sumy im Nordosten der Ukraine starben zwei Frauen beim Einschlag von Flugzeugbomben. Eine der Toten sei ein 16-jähriges Mädchen, berichteten örtliche Medien auf Telegram. Weitere fünf Menschen seien verletzt worden. Erst am Vortag waren bei einem russischen Luftangriff auf Sumy zwei Menschen getötet worden. (Quelle: dpa)
Ukraine: Lebensmittel per Drohne nach Oleschky geliefert
Ukrainische Truppen haben nach Behördenangaben mit Lastdrohnen vier Tonnen Lebensmittel in die seit Monaten abgeriegelte Stadt Oleschky auf russischem Besatzungsgebiet im Süden gebracht. Russland halte in der Stadt etwa 2.000 Menschen fest, darunter fast 50 Kinder, teilte der Gouverneur des ukrainischen Gebietes Cherson, Olexander Prokudin, auf Telegram mit. "Sie sind gezwungen, ohne Nahrung, Strom und Wasser zu überleben."
Hilfsorganisationen beklagen seit langem die humanitäre Lage in der Kleinstadt, die am südlichen Ufer des Dnipro liegt. Die Gebietshauptstadt Cherson in ukrainischer Hand ist nur neun Kilometer entfernt, doch dazwischen verläuft die Front. Nach jahrelangem wechselseitigem Beschuss liegen rund um Oleschky Minen, ein Verlassen ist in alle Richtungen lebensgefährlich. Seit Mai seien keine Lebensmittel mehr in den Ort gelangt. (Quelle: dpa)
Wadephul verteidigt Gespräch mit Lawrow
Erstmals seit Beginn des Ukraine-Krieges haben sich gestern die Außenminister Deutschlands und Russlands bilateral getroffen. Außenminister Johann Wadephul verteidigte das Gespräch mit Sergej Lawrow trotz ausbleibender Ergebnisse: "Mit Freunden muss man nicht verhandeln, mit Gegnern muss man verhandeln", sagte er. Deutschland suche damit wieder den direkten Austausch mit Russland. Dem ZDF sagte Wadephul, mehrere Amtskollegen hätten ihn gebeten, offen für Gespräche mit Moskau zu sein. Zudem wolle er den Austausch mit Russland nicht allein den USA überlassen.
Unterstützung kam aus SPD und Grünen. SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic bezeichnete das Treffen gegenüber der "Rheinischen Post" als "wichtigen ersten Schritt" zur Beendigung des Krieges. Grünen-Chefin Franziska Brantner erklärte ebenfalls gegenüber der Zeitung, sie sei Wadephul dankbar, dass er das Gespräch gesucht habe. (Quelle: dpa)
Selenskyj: 2.200 russische Drohnenangriffe in einer Woche
Russland hat die Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj in der vergangenen Woche mit mehr als 2.200 Kampfdrohnen großer Reichweite angegriffen. Auch mehr als 1.640 Gleitbomben und 38 ballistische Raketen und Marschflugkörper seien eingesetzt worden, schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken. (Quelle: dpa)
Fünf Tote nach Luftangriffen auf Ukraine
Bei den russischen Angriffen in der Ukraine sind ukrainischen Angaben zufolge fünf Menschen getötet worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, in der südlichen Region Saporischschja seien drei Menschen getötet worden. Zudem sei ein Mensche durch einen russischen Drohnenangriff in Kiew gestorben. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte, dass eine Frau und zwei 16-Jährige in der Hauptstadt verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert worden seien. Russland greife die Region Kiew weiterhin mit Angriffsdrohnen an, erklärte die Stadtverwaltung. 16 Gebäude seien beschädigt worden, darunter zwölf Privathäuser in den Vororten sowie ein Lager und eine Produktionsstätte. (Quelle: AFP)
Russland: Angriffe auf militärische Ziele
Russland hat nach eigenen Angaben in der Nacht zum Sonntag Ziele in der Ukraine mit Drohnen angegriffen. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, die Attacken hätten sich gegen Logistikzentren, Hafen- und Verkehrsinfrastruktur sowie Kommunikationszentralen und Schiffe mit Verbindung zum ukrainischen Militär gerichtet. Getroffen worden seien unter anderem ein Datenzentrum in Kiew, Logistik-Knotenpunkte in den Regionen Kiew und Odessa sowie zwei Drohnenlager in Mykolajiw. (Quelle: Reuters)
Mehrere Brände nach russischen Angriffen auf Odessa
Eine Serie russischer Angriffe hat die ukrainische Hafenstadt Odessa getroffen. Mindestens zwei Menschen sind laut Medienberichten bei den Attacken verletzt worden. An mehreren Orten seien Brände ausgebrochen, über der Stadt bildeten sich dichte Rauchwolken. Bei den Attacken seien private Wohnhäuser, eine Produktionshalle sowie Lagerräume getroffen worden, teilte die regionale Militärverwaltung mit. Zuvor hatte das russische Militär im Tagesverlauf zweimal einen Baumarkt in der Hafenstadt angegriffen. (Quelle: dpa)
Die Ereignisse gestern – am 26. September 2026
Am Rande der UN-Generalversammlung in New York haben sich Bundesaußenminister Johann Wadephul und sein russischer Kollege Sergej Lawrow zu einem gut 20-minütigen Gespräch getroffen. Nach Angaben aus deutschen Delegationskreisen hat Wadephul Russland aufgefordert, den "gefährlichen Weg der Eskalation" gegenüber Deutschland, Europa und der Nato zu verlassen. Lawrow erklärte anschließend, das Treffen habe aus seiner Sicht keine Fortschritte gebracht. Vor der UN-Generalversammlung warf er den europäischen Staaten zudem vor, Friedensverhandlungen zu verhindern und die Ukraine bei Angriffen auf zivile Ziele zu unterstützen.
Unterdessen hat es erneut gegenseitige Angriffe gegeben. Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge sind in der südukrainischen Stadt Saporischschja zwei Menschen getötet worden; auch aus der Region Sumy meldeten die Behörden zwei Tote.
Russische Behörden berichteten ihrerseits von vier Toten bei ukrainischen Angriffen in der Region Belgorod und im von Russland besetzten Teil der Region Saporischschja. Aus der südrussischen Region Krasnodar meldeten die örtlichen Behörden zudem drei Tote und zwei Verletzte nach einem ukrainischen Drohnenangriff. Der ukrainische Generalstab teilte mit, bei einem nächtlichen Angriff sei dort die Ölraffinerie Ilsky getroffen worden und in Brand geraten.
Ukraine-News am Sonntag, 27. September 2026
Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg gegen die Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.
Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.