Massiver Hackerangriff auf Autohaus in Bayern: Kaufdaten von Kunden aus ganz Deutschland gestohlen
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Massiver Hackerangriff auf Autohaus in Bayern: Kaufdaten von Kunden aus ganz Deutschland gestohlen
Von: Felix Herz
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Ein Hackerangriff auf Autohaus-Software gefährdet Kunden deutschlandweit. Kriminelle könnten mit gestohlenen Kaufdaten täuschend echte Betrugsversuche starten.
München – Nach einem Hackerangriff auf eine weit verbreitete Software für Autohäuser drohen Fahrzeugkäufern in ganz Deutschland besonders raffinierte Betrugsversuche. Die Angreifer konnten offenbar an sensible Informationen wie Auftrags- und Rechnungsnummern, Liefertermine sowie Kauf-, Zahlungs- und Finanzierungsbeträge gelangen. Dadurch könnten gefälschte Nachrichten der Kriminellen für Betroffene nur schwer von echten Mitteilungen ihres Autohauses zu unterscheiden sein.
Cyberangriff über Sicherheitslücke bei Drittanbieter-Software
Die Polizei bestätigte inzwischen, dass ein IT-Dienstleister im Raum Würzburg Ziel eines Cyberangriffs wurde. „Nach derzeitigem Ermittlungsstand erfolgte der Zugriff über eine Drittanbietersoftware, welche zu dieser Zeit eine schwerwiegende Sicherheitslücke aufwies“, teilten die Ermittler mit. Zum genauen Ausmaß der gestohlenen Daten und zur Anzahl der geschädigten Kunden ließen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine konkreten Aussagen treffen.
Betroffen sind nach Angaben des Softwareanbieters in erster Linie – jedoch nicht ausschließlich – Autohäuser, die Fahrzeuge von Marken des VW-Konzerns vertreiben. Volkswagen räumte ein, dass auch die konzerneigene Volkswagen Group Retail Deutschland mit ihren rund 120 Standorten bundesweit die betroffene Software nutzt. Betroffene Kundinnen und Kunden seien zeitnah kontaktiert und über mögliche Gefahren in Kenntnis gesetzt worden. Laut der Homepage des Softwareanbieters zählen auch einige der größten Handelsgruppen des Landes zu den Nutzern – Unternehmen mit Milliardenumsätzen, die jährlich zehntausende Fahrzeuge absetzen.
Der IT-Dienstleister hat seinen Sitz im Raum Würzburg in Unterfranken, die Auswirkungen des Datenlecks erstrecken sich jedoch auf Autohändler im gesamten Bundesgebiet.
Warnung vor gefälschten Zahlungsaufforderungen und Phishing-Mails
Vorsorglich hat der Softwareanbieter sämtliche von ihm betreuten Autohäuser über den Vorfall informiert und warnt eindringlich: „Kriminelle versuchen in solchen Fällen häufig, Käufer dazu zu bringen, offene Rechnungen auf fremde Konten zu überweisen. Dazu könnten sie sich mit den erbeuteten Angaben als Autohaus oder Verkäufer ausgeben, etwa mit gefälschten Zahlungsaufforderungen, angeblich geänderten Bankverbindungen oder Anrufen. Da die Täter möglicherweise echte Details aus dem Kaufvorgang kennen, können solche Nachrichten glaubwürdig wirken.“ Besondere Vorsicht sei geboten, wenn kurz vor der Fahrzeugübergabe noch eine Zahlung eingefordert werde. Darüber hinaus seien auch Phishing-Mails vorstellbar, mit denen Verbraucher zum Anklicken von Links oder zur Preisgabe weiterer persönlicher Daten verleitet werden sollen.
Wie viele Kunden und welche Händler konkret betroffen sind, steht bislang nicht abschließend fest. Es handele sich aber um Kaufvorgänge bei Händlern im gesamten Bundesgebiet, so der Anbieter. Die Autohäuser würden nun aktiv auf ihre Kunden zugehen, um diese insbesondere vor Überweisungen auf falsche Konten zu bewahren. Sowohl die Polizei als auch der Softwareanbieter raten dazu, im Zweifel direkt beim Autohaus anzurufen – allerdings nicht unter einer Nummer aus der verdächtigen Nachricht, sondern über eine vertrauenswürdige Quelle. Geänderte Bankverbindungen sollten grundsätzlich kritisch hinterfragt werden. Links in E-Mails sollten nicht angeklickt und persönliche Daten nicht eingegeben werden. Auch Warnhinweise der Bank, etwa wenn Empfängername und IBAN nicht übereinstimmen, seien unbedingt ernst zu nehmen. Wer bereits Geld auf ein verdächtiges Konto überwiesen hat, sollte umgehend seine Bank kontaktieren und versuchen, die Zahlung rückgängig zu machen. (Quelle: dpa), (fhz)