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McRib wird gestrichen: Erhöhte Nachfrage auch in Lüdenscheider Fastfood-Restaurants

Wirtschaft

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Lüdenscheid

McRib wird gestrichen: Erhöhte Nachfrage auch in Lüdenscheider Fastfood-Restaurants

Von: Fabian Paffendorf

McDonald’s nimmt den McRib am 27. Oktober endgültig vom Speiseplan – nach 37 Jahren in Deutschland. In Lüdenscheider Schnellrestaurants ist der Hype um den Burger spürbar.

Lüdenscheid – Im Fast-Food-Mutterland USA stand er seit 1981 immer mal wieder auf der Speisekarte, in Deutschland gibt‘s den McRib seit 1989 durchweg im Sortiment der McDonald‘s-Filialen. Aber damit soll jetzt Schluss sein. Am 27. Oktober wird der Burger mit dem Schweinefleisch-Patty letztmalig regulär angeboten. Das am Dienstag angekündigte Aus sorgt jetzt auch in den Lüdenscheider McDonald’s-Restaurants für spürbar höhere Nachfrage nach dem Burger-Klassiker.

Lars Krajewski war schon lange nicht mehr in einer McDonald‘s-Filiale. So lange nicht, dass er mit den Bestell-Terminals im Schnellrestaurant am Brockhauser Weg ein wenig mehr „kämpft“ als manch anderer Gast, der regelmäßig beim Burgerbrater einkehrt. Dennoch findet er am Touchscreen des Bestellmonitors flugs zum Ziel – das Sparmenü mit dem McRib wird in den digitalen Warenkorb geschoben. „Ich bin nach Ewigkeiten jetzt extra nochmal hergefahren, wegen des McRib“, erklärt Krajewski. Er findet es schade, dass der Fast-Food-Riese den hauseigenen Klassiker nun endgültig von der Speisekarte streicht – nach 37 Jahren. „So ganz verstehen kann ich‘s nicht. Aber vielleicht liegt‘s ja daran, dass Schweinefleisch bei den Kunden mittlerweile weniger beliebt ist“, meint Krajewski.

Im Kunden-Newsletter, in dem McDonald’s zum Wochenbeginn das baldige Aus für den McRib bekannt machte, findet sich keine konkrete Erklärung dafür, warum der Burger aus dem Sortiment verabschiedet wird. Der Fast-Food-Anbieter bezeichnet das Produkt darin allerdings als „eine echte Ikone“ und kündigt einen zeitlich begrenzten Verkauf eines „McRib Sweet Heat“ an. Anstatt der für den Burger typischen rauchigen Barbecue-Soße, werde diese Variante das Schweinefleisch-Patty mit einer süß-scharfen Chilisauce präsentieren. Ob das den selbst erklärten Fans des Originals schmeckt? Florian Janz ist da skeptisch. Schließlich sei für ihn ja auch der ursprüngliche McRib eher die „Liebe auf den zweiten Biss“ gewesen.

Zubereitung ist aufwendiger

„Wenn ich ehrlich bin, war der Burger früher nicht so meins. Aber später habe ich dann für mich festgestellt, dass ich den doch schon ganz gut finde“, erklärt der Kunde der Filiale am Brockhauser Weg. Der Abschied vom McRib wäre für ihn nun keine Tragödie, aber „schon komisch, weil es den gefühlt immer gab“. Auf der anderen Seite der Theke möchte man dem vermeintlichen Fan-Favoriten nicht so recht hinterhertrauern. „Genau genommen war der McRib zumeist ein Ladenhüter. Einer, der wenig bestellt wurde und in der Zubereitung aufwendiger war als andere Burger“, erklärt eine Mitarbeiterin.

Dass der McRib noch viel mehr Geschmackssache ist als andere Burger von McDonald‘s, zeigt auch ein Blick auf das internationale Sortiment. Dauerhaft stand die Schweinefleischbulette in den vergangenen Jahrzehnten ausschließlich in Luxemburg und Deutschland auf der Karte. Die Schnellrestaurants im Rest der Welt boten den Snack nur saisonal gelegentlich an. Die US‑Filialen führten ihn gar nur von 1981 bis 1985 dauerhaft im Sortiment.

Tatsächlich war der McRib ursprünglich als eine Art Lückenbüßer auf die Karten gekommen, als Alternative, weil aufgrund der damals hohen Nachfrage an Chicken-McNuggets bei McDonald‘s das Hähnchenfleisch knapp war. Die Nuggets wie auch den McRib hatte René Arend, ein für den US-Riesen tätiger Koch aus dem luxemburgischen Wiltz, Anfang der 1980er-Jahre mitentwickelt.

Wer‘s erfunden hat, mag den Verehrern des schnellen Essens womöglich gleich sein. Schließlich kommt’s letztlich doch eh nur auf den Geschmack an. Dass der beim McRib überzeugt, stellt auch Timo Petersilie fest. Der hat sich in der McDonald’s-Filiale am Bräucken deshalb umgehend vier der Burger in die Papiertaschen packen lassen. „Ich habe den Kollegen auf der Arbeit schon einen vorgeheult, weil ich‘s einfach nicht glauben kann“, formuliert er seinen ganz persönlichen Abschied vom Burger und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Ich leide wirklich.“

Erfrischungstuch inbegriffen

Das Team der Filiale, die wie auch die Dependance in Lüdenscheid-Nord vom Franchise-Unternehmer Matthias Rüten betrieben wird, berichtet von einem echten Run auf den McRib. „Der Burger läuft gerade wie verrückt. Man kann fast schon sagen, dass wir durch die Nachfrage seit Anfang der Woche geradezu überrannt werden“, sagt eine Mitarbeiterin. Eine Kundin, die lieber ihren Hunger mit einem Big Mac stillt, schätzt den losgetretenen Hype um den McRib gänzlich anders ein: „Ich glaube, dass es ein Marketing-Gag ist, um den Burger zu pushen.“

Was von den Burger-Begehrlichkeiten abseits des PR-Anschubs bleibt? Heruntergebrochen auf das, was regulär drin ist: zerkleinertes Schweinefleisch in Rippchenoptik geformt, Barbecuesoße, Zwiebeln und Gewürzgurken zwischen zwei länglichen Scheiben Softbrötchen. Weil insbesondere das typische Übermaß an Soße das Essen mitunter zur Herausforderung macht, reicht man standardmäßig Erfrischungstücher dazu.

Die hat auch ein junger Mann jetzt nötig, der seinem Burger gerade noch mit einem Abschiedsbiss Lebewohl gesagt hat und seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Wohl aber klarmacht: „Natürlich finde ich den McRib super. Der gehört für mich irgendwie einfach zu Mäkkes dazu.“ Ein Pärchen am Nebentisch teilt die Auffassung nicht. Man sei mit dem McRib nie wirklich warm geworden, werde ihn auch kaum vermissen.

Für die Fans, die der „deftigen Schweinerei“ eine Träne nachweinen dürften, hält man laut eines Mitarbeiters der Filiale demnächst noch ein kalorienstarkes Trostpflaster bereit: „Ab dem 28. Oktober kommt mit dem McFarmer ein anderer, neuer Schweinefleisch-Burger in die Aktion.“ Der könnte für den schnellen Hunger jener etwas sein, die es wieder herzhafter mögen. Denn das sogenannte Sausage-Patty liegt dann im Brötchen auf einem Bett aus Senf-Meerrettich-Soße.

Kunden sind im Social Media empört

Dass der Abgesang auf den McRib jetzt vor Ort in den McDonald’s-Restaurants wie auch in den sozialen Medien für Diskussionsstoff und Empörung unter den Stammkunden sorgt, verwundert Mitarbeiter in den Lüdenscheider Filialen. Denn das Feedback auf die letzte Sortimentsveränderung sei vergleichsweise verhalten ausgefallen. Die betraf den McChicken, der seit einigen Wochen mit neuer Rezeptur und in anderer Erscheinungsform über die Theke geht. Der Bergstädter, der bei all den Veränderungen im Fast-Food-Sektor nun nur mit den Schultern zucken mag, lobt sich seine Potthucke. Da weiß er schließlich verlässlich, was er im Topf hat.

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