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McRIP: Das Ende des McDonald’s-Burgers und die Geschichte eines deutschen Sonderfalls

Wirtschaft

McDonald’s: Das Ende des McRib – die Geschichte eines deutschen Sonderfalls

Auf den Speisekarten der deutschen McDonald’s-Filialen behauptete sich der McRib seit Kanzler Kohls Zeiten. Eine Rückkehr ist nicht ganz ausgeschlossen.

Ende Oktober nimmt McDonald’s Deutschland den McRib aus dem Sortiment Foto: IMAGO/Zoonar

McDonald’s Deutschland macht zum 28. Oktober Schluss mit einem Dauergast auf der Speisekarte: Nach über 35 Jahren verschwindet der McRib aus dem festen Sortiment. Das kündigte McDonald’s in einem Kunden-Newsletter an. Einen genauen Grund nannte die Fast-Food-Kette mit knapp 1400 Restaurants und täglich fast 1,9 Millionen Gästen in Deutschland auf Nachfrage der WirtschaftsWoche nicht.

Für viele Kunden kommt der Schritt überraschend. Der nahezu salatlose Burger mit Barbecue-Soße und Schweinefleisch stand seit 1989 durchgängig auf den deutschen Speisekarten und erreichte Kultstatus. Der deutsche und der luxemburgische Markt waren damit eine Ausnahme: Selbst im Mutterland USA wurde der McRib 1981 eingeführt, einige Jahre später aber wieder gestrichen und kehrte danach vor allem als zeitlich begrenztes Aktionsprodukt wieder.

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Seine Entstehung war eher Improvisation als Produktstrategie, zumindest laut des Erfinders. Entwickelt hat den McRib René Arend, luxemburgischer Koch und Produktentwickler bei McDonald’s. Arend gilt auch als Erfinder der Chicken-McNuggets.

Als die Nuggets Anfang der 1980er-Jahre unerwartet stark gefragt waren, fehlte es dem Konzern laut Arend an einer Lieferstruktur für ausreichend Hähnchenfleisch. „Die McNuggets kamen so gut an, dass sie jeder Franchisenehmer haben wollte“, sagte der mittlerweile verstorbene Arend 2009 dem Magazin „Maxim“. „Wir mussten uns deshalb ein neues Produkt für die anderen Franchisenehmer einfallen lassen, also entstand der McRib wegen des Mangels an Hühnerfleisch.“ Eine Legende war geboren.

McDonald’s investiert in die Filialen

Das Ende des McRib scheint auf den ersten Blick zur Konzernstrategie zu passen. McDonald’s versucht seit Jahren, sich einen neuen Anstrich zu verpassen und sein Image aufzupolieren – man denke nur an den zwischenzeitlichen Farbwechsel vom klassischen Signalrot zu einem dunklen Grün, an das McCafé, die Salate oder Wraps. Da ist zumindest fraglich, wie sehr noch ein Schweinefleisch-Burger ins Konzept passt, der in Deutschland auf der Karte steht, seit Helmut Kohl Kanzler war.

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Ohnehin hat die US-Muttergesellschaft erst kürzlich angekündigt, ihre Restaurants zu modernisieren, Abläufe zu vereinfachen und stärker zu technologisieren. Bis 2036 will McDonald’s Franchisenehmer dafür weltweit mit rund 8,5 Milliarden Dollar unterstützen – durch Kapitalhilfen und Mietentlastungen. Der Konzern verspricht sich davon produktivere Restaurants und ein für Betreiber leichter zu steuerndes Geschäft.

Beim Menü will McDonald’s vor allem in den Kategorien Hähnchen und Getränke wachsen: Bis 2030 soll der Marktanteil in beiden Bereichen um jeweils 1,5 Prozentpunkte zulegen. Zusätzliche Chicken-Sandwiches und Wraps sind nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zunächst für den US-Markt geplant.

McRib könnte mit Aktionsangeboten zurückkommen

Doch so ganz schreibt die Kette den McRib in Deutschland noch nicht ab. „Ein Abschied aus dem Standardsortiment bedeutet nicht zwangsläufig einen Abschied für immer. Eine zeitweise Rückkehr zu einem späteren Zeitpunkt ist möglich“, sagte ein Sprecher.

McDonald’s Deutschland könnte beim McRib also künftig eine ähnliche Strategie verfolgen wie in den USA und den Burger nur für unregelmäßige Aktionen zurückbringen, um so mehr Aufmerksamkeit und damit mehr Frequenz zu generieren.

So ganz müssen Fans aber schon jetzt nicht verzichten: McDonald’s bewirbt mit dem „McRib Sweet Heat“ bereits eine neue Variante des Burgers. Zumindest für kurze Zeit.

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