Bremm und Mabry auf dem Podium - Lückenkemper raus
Die Spätsession ab 20.15 Uhr im Livestream. 5000 Meter Männer: Nur Ingebrigtsen schneller als Bremm Selbst auf seiner Ehrenrunde gab Florian Bremm noch Vollgas, dann brach er in Tränen aus und weinte in die deutsche Flagge - so speziell feierte er seine sensationelle Silbermedaille von Birmingham. In einem atemberaubenden Finale über 5000 Meter lieferte Bremm (13:15,60 Minuten) eine taktische Meisterleistung ab und landete am Ende nur hinter Superstar Jakob Ingebrigtsen (13:15,29), der sich über weite Strecken ganz hinten im Feld versteckt hatte. Für den Norweger war Gold auch etwas ganz Besonderes: Erst im Februar war der Doppel-Olympiasieger und mehrfache Welt- und Europameister an der Achillessehne operiert worden und hatte seit September 2025 keinen Wettkampf mehr bestritten. Bremm feierte anschließend im Sportschau-Interview seinen Coup: "Es ist Wahnsinn, dass ich jetzt hier stehe. Vor fünf Jahren waren all diese Weltklasse-Läufer noch so weit weg, ich weiß gar nicht, was ich jetzt sagen soll. Es war gefühlt das dreckigste Rennen, das ich je gelaufen bin mit all dem Geschubse. Aber ich habe versucht, die richtigen Entscheidungen zu treffen, am Ende ist dann nur Jakob vorbeigezogen, es ist einfach unfassbar." 100 Meter Frauen: Lückenkemper scheidet aus Ihre Vorbereitung war durch einen Zeckenbiss schwierig, und es hat dann auch nicht fürs Finale gereicht: Sprint-Star Gina Lückenkemper ist im Halbfinale über die 100 Meter ausgeschieden. 11,28 Sekunden reichten nicht. Auch für ihre Teamkollegin Rebekka Haase (11,36) ist schon vor dem Finale Schluss. Lückenkemper sagte im Sportschau-Interview unter Tränen: "Hier auf der Bahn zu stehen, das ist ja alles andere als selbstverständlich. So ein Startplatz bei der EM ist und bleibt einfach nach wie vor etwas Besonderes. Am Ende muss man sich trotzdem für so einen Platz qualifizieren. Den kriegt man auch nicht geschenkt, auch nicht, wenn man das Ding schon mal gewonnen hat. Und deswegen bin ich einfach nur zufrieden. Und das sind Tränen des Glücks gerade." Kugelstoßen Frauen: Mabry feiert EM-Bronze Jubel bei Yemisi Mabry! Im leider auch am Abend spärlich besetzten Alexander Stadium in Birmingham hat die deutsche Kugelstoßerin mit Bronze die erste Medaille für den DLV geholt. Ihre beste Weite waren 19,50 Meter - die beiden ersten Plätze gingen an die Niederlande: Jessica Schilder siegte mit einem überragenden Wettkampf und der Bestweite von 20,73 Metern vor ihrer Landsfrau Jorinde van Klinken (19,64 Meter). Zur Sportschau sagte sie: "Die Medaille habe ich mir hart erkämpft, natürlich freue ich mich darüber. Ich bin super zufrieden, auch wenn ich zwischenzeitlich die Technik etwas verloren habe." Katharina Maisch belegte in einem starken Finale mit 18,39 Metern den siebten Platz, Achte wurde Nina Chioma Ndbusi mit 18,21 Metern. Für Mabry ist Bronze einer der größten Erfolge seit dem Sensationsgold bei den Olympischen Spielen in Paris vor zwei Jahren. Damals düpierte sie die Konkurrenz als Außenseiterin vollkommen überraschend. Wenige Monate zuvor hatte die seit Frühjahr verheiratete Mabry - früher Ogunleye - Bronze bei der EM in Rom gewonnen. 100 m Hürden Frauen - Rosina Schneider rennt Bestzeit Was für ein gradioser Lauf von Rosina Schneider - damit gehört sie tatsächlich zu den Medaillen-Kandidatinnen. Im Vorlauf über die 100 Meter Hürden gelang ihr mit 12,75 Sekunden nicht nur persönliche Bestzeit, sondern auch die schnellste Zeit aller Athletinnen in den drei Rennen. Auch noch knapp für das Halbfinale qualifiziert hat sich Lia Flotow als Fünfte ihres Vorlaufs in 12,95 Sekunden. 800 m Männer: Stepanov läuft ins Halbfinale Über 800 m hielt sich Alexander Stepanov lange im Windschatten der Konkurrenz und ging dann auf den letzten 200 m in die Offensive. Hinter dem Briten Max Burgin und dem Schweden Andreas Kramer belegte der deutsche Meister in seinem Lauf in 1:46,27 Minuten den dritten Platz. Weiter geht's für ihn im Halbfinale am Mittwoch (12.08.2026). "Die Vorbereitung lief nicht perfekt. Aber dass ich das geschafft habe, war mein Ziel", so der 21-Jährige. Titelverteidiger Gabriel Tual aus Frankreich (1:46,33) schaffte es nur über die Zeitbesten-Regel ins Halbfinale. Hammerwurf: Hummel trotz schwacher Qualifikation weiter Vize-Weltmeister Merlin Hummel quälte sich durch die Hammerwurf-Qualifikation, ist aber weiter. Der beste Versuch des 24-Jährigen landete bei 75,49 m - gefordert waren aber 78,00 m für den direkten Einzug ins Finale. Als Fünfter der Gruppe A musste er darauf hoffen, dass in der zweiten Gruppe nur maximal sieben Athleten weiter warfen als er. Schließlich schaffte er als Gesamt-Zehnter den Einzug ins Finale der besten Zwölf am Dienstag (11.08.2026, 20.10 Uhr, im Live-Ticker bei sportschau.de). Auch Sören Klose ist im Finale dabei. Der zweite deutsche Teilnehmer verbuchte 75,80, die achtbeste Weite. Über 78,00 m warfen nur Wolodimir Mysiyvcuk aus Tschechien (79,61) und Bence Halász aus Ungarn (79,58). "Ich habe es nicht geschafft, richtig in den Wettkampf zu kommen. Ich war nicht so fokussiert wie sonst", sagte Hummel. Im Finale werden die Karten neu gemischt: "Da werde ich auch wieder mein Bestes geben. Und wir sehen, was dabei rauskommt." Weitsprung: Batz und Furlani verletzen sich Einen Morgen zum Abgewöhnen erlebte der deutsche Weitsprung-Meister Simon Batz: Der 29-Jährige verletzte sich beim Einspringen am linken Oberschenkel. "Beim Absprung habe ich den Beuger gespürt, dann musste ich sofort aufhören", berichtete der traurige Mannheimer. Nach einer starken Saison mit 8,29 m hatte Batz Aussichten auf eine Top-Platzierung. Alles dahin. "Ich bin in der besten Form angereist, in der ich jemals war. Ich glaube, ich hätte vorne mitmischen können. Umso bitterer ist das." Simon Plitzko (7,60 m) und Kevin Brucha (7,47) schafften die Quali-Weite von 8,15 m nicht. Batz war mit seinem Verletzungspech nicht alleine: Italiens Weltmeister und Mitfavorit Mattia Furlani verletzte sich in der Qualifikation am Bein und wurde im Rollstuhl aus dem Innenraum geschoben. Miltiadis Tentoglu aus Griechenland (8,26 m) und Simon Ehammer aus der Schweiz (8,10 m) gaben sich keine Blöße. Die beste Weite erreichte mit 8,34 m der Italiener Francesco Inzoli. 400 m Männer: Starker Vorlauf von Finke Während Jean Paul Bredau fürs Halbfinale gesetzt ist, musste Torben Finke im Vorlauf starten. In 45,79 Sekunden rannte er in seinem Lauf auf Rang vier und mit der achtschnellsten Zeit ins Halbfinale am Dienstag (11.08.2026, 22.00 Uhr). "Ich glaube, ich habe meinen Job ganz gut gemacht. Das war zwar nicht die Zeit von den Deutschen Meisterschaften, aber ich kann zufrieden sein", bilanzierte der 21 Jahre alte EM-Debütant. 400 m Hürden Frauen: Vorlauf-Aus für Baldé Vanessa Baldé verpasste den Einzug ins Halbfinale über 400 m Hürden hauchdünn. Die 23-Jährige lief in ihrem Vorlauf in 56,52 Sekunden auf Rang fünf. Am Ende fehlten 18 Hundertstelsekunden: Die Dänin Martha Rasmussen schnappte sich mit 56,34 Sekunden den letzten freien Platz über die Zeitregelung.