Megaprojekt mit 384 Dieselgeneratoren: Anwohner wehren sich gegen gigantischen Datenzentrum-Campus
In der Nähe von Wagga Wagga im australischen Bundesstaat New South Wales ist ein Datenzentrum-Campus geplant, der rund 15 Milliarden australische Dollar (etwa 9,3 Milliarden Euro) kosten soll.
Das Projekt des Unternehmens CDC Data Centres soll sich über rund 100 Hektar erstrecken und aus vier Gebäuden bestehen, die rund um die Uhr betrieben werden. Vorgesehen sind unter Artikelanderem 384 Diesel-Notstromgeneratoren, 6400 Tonnen Dieseltreibstoff und eine maximale Leistung von 1,4 Gigawatt, wie „The Times of India“ berichtet.
Mehr als 1000 Anwohner lehnen das Vorhaben ab. Sie befürchten negative Folgen für landwirtschaftliche Flächen, die ländliche Umgebung, angrenzende Wohnhäuser und die lokale Infrastruktur. „Ich weiß nicht, ob es Arbeitsplätze schafft, ich weiß, dass es Ressourcen verbraucht und ich weiß, dass es Emissionen verursacht“; sagte Anwohnerin Liz Warrell dem Sender ABC Sydney.
Anwohner wehren sich gegen gigantischen Datenzentrum-Campus: Befürworter sehen in dem Datenzentrum wirtschaftliche Chance
Weitere Kritikpunkte sind der hohe Energiebedarf von jährlich bis zu sieben Terawattstunden, Lärm und Emissionen sowie der mögliche langfristige Wasserverbrauch. Zwar plant der Betreiber ein geschlossenes Kühlsystem und Solaranlagen, doch diese würden nur einen kleinen Teil des gesamten Energiebedarfs decken.
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Befürworter sehen in dem Datenzentrum laut ABC Sydney eine bedeutende wirtschaftliche Chance für die Region. Sie erwarten Investitionen, neue Arbeitsplätze, Aufträge für lokale Unternehmen sowie Verbesserungen bei Infrastruktur und Ausbildung.
Für 5,6 Milliarden Euro: Schwarz-Gruppe plant riesiges Rechenzentrum bei Rostock
In Deutschland gibt es ebenfalls Pläne für ein Rechenzentrum. Die für ihre Handelsketten Lidl und Kaufland bekannte Schwarz-Gruppe will 5,6 Milliarden Euro in den Bau eines Rechenzentrums in Dummerstorf bei Rostock investieren.
Geplant sei der Aufbau eines Datacenters mit einer Kapazität von 240 Megawatt bis 2033, teilte das Unternehmen mit. „Digitale Souveränität entsteht nicht durch Appelle oder Reden. Sie entsteht durch Handeln, durch verlässliche Infrastruktur und durch praxistaugliche Anwendungen“, sagte der Chef der Schwarz-Gruppe, Gerd Chrzanowski. In Brandenburg baut Schwarz bereits ein ähnlich großes Rechenzentrum. Die Investitionskosten belaufen sich da auf elf Milliarden Euro.