Megatrend Folger: Alphabet - KGV 16 vor den Zahlen: Ist Google jetzt zu günstig?
Kurz vor den neuen Quartalszahlen zeigt sich bei Alphabet eine ungewöhnliche Konstellation: Während der Konzern bei KI, Cloud und Suche Milliarden investiert und operativ weiter wächst, ist die Bewertung massiv zurückgekommen. Mit einem KGV von rund 16 wird Alphabet derzeit so niedrig bewertet wie seit vielen Jahren nicht mehr.
Das KGV ist auf rund 16 gefallen und liegt deutlich unter dem langfristigen Bewertungsniveau.
Google Cloud, Gemini und YouTube liefern zusätzliche Wachstumstreiber neben der Suche.
Die kommenden Zahlen werden zeigen, ob das Gewinnwachstum den Bewertungsabschlag weiter rechtfertigt.
Der entscheidende Punkt: Die niedrige Bewertung ist nicht das Ergebnis eines kollabierenden Geschäftsmodells. Alphabet verdient weiterhin Milliarden – und baut gleichzeitig seine Position im wichtigsten Technologietrend der kommenden Jahre aus.
Gewinne wachsen schneller als die Bewertung
Alphabet wurde über lange Zeit mit deutlich höheren Multiplikatoren gehandelt. Heute liegt das KGV trotz der starken Marktstellung nur noch bei rund 16.
Damit hat sich die Bewertungsrelation grundlegend verändert. Während der Markt wegen hoher KI-Investitionen, Konkurrenz durch ChatGPT und möglicher Veränderungen im Suchgeschäft skeptischer geworden ist, sind Umsatz und Gewinn weiter gewachsen.
Genau daraus entsteht die interessante Ausgangslage: Die Erwartungen sind niedriger geworden, die operative Ertragskraft aber nicht im gleichen Maße.
Search bleibt stark – Cloud und Gemini holen auf
Die größte Sorge der vergangenen Jahre lautete, generative KI könnte Googles Suchgeschäft kannibalisieren. Bislang ist dieses Szenario nicht eingetreten.
Google bleibt die zentrale Plattform für kommerzielle Suchanfragen, während KI-Funktionen zunehmend direkt in Search integriert werden. Gleichzeitig gewinnt Gemini an Bedeutung und kann über Android, Workspace, YouTube und weitere Google-Dienste an eine enorme Nutzerbasis verteilt werden.
Hinzu kommt Google Cloud. Die Sparte entwickelt sich immer stärker zum zweiten großen Gewinnmotor und profitiert direkt vom steigenden Bedarf an KI-Rechenleistung und Unternehmenslösungen.
Mehrere Gewinnquellen statt einer einzigen Wette
Alphabet hängt damit längst nicht mehr ausschließlich an der klassischen Websuche.
Search und Werbung bleiben die Cashflow-Basis. YouTube verbindet Werbeerlöse mit einem wachsenden Abo-Geschäft. Google Cloud erschließt den Enterprise-Markt. Gemini bringt künstliche Intelligenz in das gesamte Ökosystem. Mit Waymo besitzt Alphabet zusätzlich eine langfristige Option auf den Markt für autonomes Fahren.
Diese Breite macht die aktuelle Bewertung besonders interessant. Der Markt preist erhebliche Risiken ein, obwohl Alphabet gleichzeitig mehrere neue Wachstumsmotoren aufbaut.
Niedrige Bewertung trifft auf starke Substanz
Ein KGV von rund 16 ist für einen der weltweit führenden Plattform- und KI-Konzerne ungewöhnlich niedrig. Entscheidend werden nun die Quartalszahlen: Bleiben Search stabil, Cloud stark und die Margen trotz hoher KI-Investitionen robust, könnte sich der Bewertungsabschlag zunehmend schwer rechtfertigen lassen.
Im Megatrend Folger bleibt Alphabet deshalb ein zentraler Wert sowohl im Aktien- als auch im Optionsschein-Depot. Die Aktie bildet das langfristige Fundament, während ein ausgewählter Optionsschein zusätzliche Chancen bietet, wenn die kommenden Zahlen den nächsten Aufwärtsimpuls liefern.