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Mehr als erwartet: Deutsche Wirtschaft im Frühjahr stärker gewachsen

Wirtschaft

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Berlin – Ist das schon ein Vorzeichen einer Wende zum Besseren? Die Wirtschaft in Deutschland ist im zweiten Quartal trotz Belastungen durch den Iran-Krieg etwas stärker gewachsen als angenommen. Statt 0,2 Prozent Wachstum errechnete das Statistische Bundesamt beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) jetzt 0,3 Prozent Plus zum Vorquartal.

„Die ‌Wachstumsdynamik der deutschen Wirtschaft vom Jahresbeginn setzt sich fort“, sagte ‌die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand. Das gehe ​erneut „auf die gute Exportentwicklung zurück“. Europas größte Volkswirtschaft wuchs dadurch bereits das dritte Quartal in​ Folge: Ende 2025 reichte es zu einem Wachstum von 0,3 Prozent, in den ersten drei Monaten 2026 zu 0,4 Prozent.

Noch mehr positive Signale

Viele Konjunkturdaten wiesen im Sommer trotz der ‌anhaltend hohen Ölpreise infolge des Iran-Kriegs nach oben. So kletterte der Einkaufsmanagerindex für das deutsche Verarbeitende ‌Gewerbe im August auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren. ‌Auch wegen der besseren Lage der ⁠Industrie, ⁠die nicht zuletzt von staatlichen Großaufträgen für Infrastruktur und Verteidigung profitiert, haben ‌sich die Konjunkturaussichten zuletzt aufgehellt.

Der Bundesverband ​der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) verdoppelte seine Wachstumsprognose für das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr von 0,5 auf ​1,0 Prozent.

Niedrigwasser bremst

Das ​ Rekord-Niedrigwasser auf dem Rhein dämpft der Bundesbank zufolge jedoch die Erholung. Nur noch begrenzt nutzbare Transportwege auf wichtigen ⁠Flüssen wie dem Rhein und kräftig steigende Transportkosten dürften Industrieproduktion und Exportwachstum deutlich beeinträchtigen. „Das Niedrigwasser belastet damit auch die gesamtwirtschaftliche Aktivität im dritten Quartal spürbar“, schreibt die ​Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte „allenfalls noch leicht zulegen“.

Und es könnte so weitergehen! Thomas Gitzel, VP Bank, sagte der Agentur Reuters: „Das sind erfreuliche Nachrichten. Das bereits ohnehin ursprünglich gemeldete robuste Wachstum wird weiter nach oben revidiert. Gemessen ‌an den stellenweise düsteren Konjunkturaussichten in Anbetracht des Iran-Kriegs, fällt das deutsche Wachstum erstaunlich solide aus.“ Er ist sicher: Die ​guten Nachrichten werden sich fortsetzen, die deutsche Wirtschaft werde trotz hoher Energiepreise wesentlich schneller wachsen als in ​den vergangenen Jahren. Wermutstropfen bleibt, dass nicht alle Branchen gleichermaßen profitieren.

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