DAX +0,03 % 26.331,07 Pkt 18:00:00 MDAX +0,26 % 32.335,17 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,26 % 6.533,99 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,38 % 53.770,27 Pkt 22:43:59 S&P 500 -0,06 % 7.748,50 Pkt 22:36:53 Nasdaq -0,06 % 26.588,49 Pkt 23:15:59 Nikkei +1,23 % 68.353,91 Pkt 08:02:30 Gold +0,61 % 4.435,60 USD 08:07:29 Silber -0,78 % 65,05 USD 08:07:19 Brent -0,12 % 88,87 USD 08:05:45 WTI -0,16 % 83,14 USD 08:07:29 Bitcoin +0,55 % 63.758,25 USD 08:17:26 EUR/USD -0,16 % 1,15250 USD 08:17:21 EUR/GBP -0,06 % 0,85390 GBP 08:17:32 EUR/CHF +0,15 % 0,93760 CHF 08:17:31 EUR/JPY -0,13 % 183,610 JPY 08:17:32

Mehr Reichweite im E-Auto: Effizienz statt Akku-Wettrüsten

Wirtschaft

Akkus sind schwer und teuer. Deshalb ringen die Autobauer zunehmend mit Effizienz um Reichweite. Den größten Einfluss hat aber der Fahrer, schon vor dem ersten Kilometer. Kopenhagen/Stuttgart (dpa/tmn)- Der rechte Fuß ganz leicht, der Blick wachsam auf den Verkehrsfluss gerichtet und ja keine voreilige Beschleunigung. Bei der Testfahrt mit dem neuen Audi A2 steht nicht die Fahrdynamik im Vordergrund, sondern der geringe Verbrauch. Mehr als 25 Jahre nach der Premiere des ersten A2 will Audi das Konzept eines besonders sparsamen Kleinwagens auf die Elektromobilität übertragen. Das neue Modell ist deutlich größer als das 3-Liter-Auto aus den späten 1990er-Jahren und umfangreicher ausgestattet. Nach Angaben des Herstellers soll es zu den effizientesten Elektroautos auf dem deutschen Markt gehören. Um dies zu belegen, schickt Audi das Fahrzeug bereits vor der Markteinführung auf eine Verbrauchsfahrt durch Dänemark und Schweden. Das Durchschnittstempo beträgt dabei etwas mehr als 50 km/h. Nach mehr als 200 Kilometern zeigt der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 12,3 kWh an. Damit liegt der Audi A2 unter dem Verbrauch der meisten Kleinwagen. Die 61 kWh große Batterie des 4,30 Meter langen Fünfsitzers ermöglicht unter diesen Bedingungen eine Reichweite von knapp 500 Kilometern. Kampf um jede Kilowattstunde Der eiserne Kampf um jede Kilowattstunde beim Normverbrauch liegt im Trend. Denn die Batterien sind nach wie vor zu teuer, um sie ins Unermessliche wachsen zu lassen, sagt Marcus Zacher als Chefredakteur des Fachmagazins "Elektroautomobil". Statt sich die Reichweite einfach mit immer mehr Zellen zu erkaufen, ringen die Hersteller mit der Effizienz und sparen so lieber am Verbrauch, hat er beobachtet. So wie Verbrennungsmotoren über Jahrzehnte im Wirkungsgrad optimiert wurden, nutzen sie dabei ihre wachsende Erfahrung mit E-Maschinen, Akku-Komponenten und Steuerelektronik, um von Generation zu Generation ein paar Prozentpunkte gutzumachen. Aerodynamik bringt Energieersparnis - auch beim E-Auto Beim A2 etwa setzt Audi dabei vor allem auf einen geringen Luftwiderstand, sagt Moni Islam, der bei den Bayern die Aerodynamik leitet. Das beginne bei der vom Original inspirierten Grundform mit dem hohen Dach, dem auffällig abfallenden und leicht eingezogenen Heck sowie dem kleinen Spoiler am Knick in der Kofferraumklappe. Und das endet bei Details wie dem nahezu komplett verkleideten Unterboden und einem Gap Reducer in den Kotflügeln, der die Verwirbelungen im Radhaus reduziert. Das Ergebnis: "Obwohl er zum Beispiel auf 19-Zoll-Rädern steht statt wie das Original auf 14 Zoll, ist der cw-Wert gegenüber dem ersten A2 sogar von 0,25 auf 0,24 gesunken", sagt Islam und beziffert den Effizienzgewinn der Aerodynamik-Maßnahmen auf 0,9 kWh/100 Kilometer. Rückt mehr zusammen, Ihr Kraftprotze Was bei den andern Schlüsselkomponenten möglich ist, hat BMW gerade bei der Neuen Klasse und zuletzt beim iX5 demonstriert. Der ist deutlich größer und schwerer als der kleinere iX3. Es gibt aber trotzdem nicht unbegrenzt Platz im Unterboden. Daher haben die Bayern nach eigenen Angaben unter anderem eine neue Batteriezelle entwickelt und so die Leistungsdichte des Akkus dramatisch erhöht. Ganz vereinfacht gesagt: mehr Kraft auf weniger Platz. Und wenn Mercedes im Herbst den neuen AMG GT Viertürer bringt, dann geht es den Schwaben zwar zuallererst um elektrische Performance und einen schnellen, wiederholbaren Leistungsabruf, erläutert AMG-Chef Michael Schiebe. Aber es gibt auch für mehr Effizienz eine aktive Aerodynamik und zum ersten Mal sogenannte Axial-Fluss-Motoren, die kompakter und leichter sind als herkömmliche E-Maschinen. Beim Sparen tun sich die Entwickler eines Elektroautos deutlich leichter als früher, sagt Axel Heix, der den neuen Mercedes CLA verantwortet. Mit einem Verbrauch von 12,3 kWh gilt er den Schwaben als die elektrische Neuinterpretation des Drei-Liter-Autos. Und Heix hat viel in die Effizienz investiert: "Für jeden Kilometer, den wir so gewinnen, müssen wir ein paar Batteriezellen weniger einbauen. So lässt sich Effizienz auch für uns Hersteller in Euro und Cent berechnen und jede Investition in eine Komponente aus dem Akku heraus refinanzieren." Auch beim Kauf kann man bei Details auf Effizienz achten Klar, es gibt auch viele Spartipps speziell fürs E-Autofahren. Die sind gut und richtig. Aber das Sparen kann auch schon vor dem Fahren anfangen. Audis Chef-Aerodynamiker Islam ruft den Kunden seine Disziplin in Erinnerung: "Hersteller bieten für jedes Modell viele unterschiedlichen Rad-Reifen-Kombinationen an", sagt er und verweist auf die Detail-Angaben im Konfigurator für die jeweiligen Modelle. "Da liegen oft bis zu 20 Kilometer zwischen den vielleicht attraktivsten und der effizientesten Paarung im Radhaus" Und da seien die entsprechenden Reifen mit oder ohne Leichtlaufeigenschaften noch gar nicht mitgerechnet. Ebenfalls der Reichweite dienlich seien Luftfederung oder Sportfahrwerke, weil das Auto damit tiefer liege und sich so die Stirnfläche verringere, was ebenfalls den Luftwiderstand senke und den Aktionsradius vergrößere. Tipp: Auf Dauer lieber die Klimaanlage anschalten, als die Fenster offenzulassen. "Vier offene Scheiben kosten durch die Verwirbelungen schnell fünf Hundertstel und lassen den cw-Wert von 0,24 auf 0,29 steigen - und all unsere Effizienzbemühungen sind buchstäblich zum Fenster raus", so Moni Islam. (dpa)

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