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Mehr REM-Schlaf mit geringerem Risiko für 83 Krankheiten verbunden

Gesundheit

In einer Auswertung von Bewegungssensordaten aus 95.559 Teilnehmenden der britischen UK Biobank war mehr REM-Schlaf – eine von mehreren Schlafphasen, die die Forschenden aus den Daten ableiteten – mit einem geringeren Risiko für 83 von 1.049 untersuchten Krankheiten verbunden. Auch mehr Tiefschlaf ging mit einem geringeren Risiko für 7 Krankheiten einher, während stärkere Schlafunregelmäßigkeit und mehr Wachzeit nach dem Einschlafen mit einem erhöhten Risiko für 3 beziehungsweise 6 Krankheiten verbunden waren. Das ist das zentrale Ergebnis einer Kohortenstudie, die im Fachjournal PLOS Medicine veröffentlicht wurde.

Wie die Forschenden an ihre Daten kamen

Grundlage ist die UK-Biobank-Kohorte, für die zwischen 2006 und 2010 insgesamt 502.129 Personen im Alter von 40 bis 69 Jahren an 22 Untersuchungszentren in England, Schottland und Wales rekrutiert wurden. Zwischen 2013 und 2015 luden die Forschenden 236.519 Teilnehmende ein, sieben Tage lang ein Akzelerometer – einen Bewegungssensor – am Handgelenk zu tragen; 103.611 lieferten verwertbare Daten. Nach Ausschluss von Datensätzen mit mangelnder Qualität oder zu langer Tragepause blieb eine Analysestichprobe von 95.559 Teilnehmenden. Aus deren Bewegungsdaten leitete ein Algorithmus namens SleepNet reale Schlafmuster ab: REM-Schlaf, die Schlafstadien N1, N2 und N3, die Gesamtschlafdauer, die Schlafunregelmäßigkeit und die Wachzeit nach dem Einschlafen (WASO).

Diese Schlafmerkmale verglichen die Forschenden per Cox-Regression mit dem späteren Auftreten von 1.049 Gesundheitsereignissen. Um bei so vielen gleichzeitig getesteten Zusammenhängen falsch-positive Befunde zu vermeiden, prüften sie die statistische Signifikanz zunächst mit einer False-Discovery-Rate-Schwelle und danach mit einer strengeren Bonferroni-Korrektur, die multiples Testen berücksichtigt. Die Teilnehmenden wurden vom Tragen des Sensors an bis zur ersten Erkrankung, zum Tod oder bis zum 1. April 2024 nachverfolgt; die mediane Nachbeobachtungszeit lag bei 8,9 Jahren.

Kurzschläfer mit den meisten Auffälligkeiten

In einer Analyse nach Schlafdauer-Kategorien zeigten Menschen mit extrem kurzem Schlaf von unter 5 Stunden die am weitesten verbreiteten klinischen Auffälligkeiten. Verglichen mit der Referenzgruppe, die 6 bis 8 Stunden schlief, entfielen 37 der insgesamt 41 festgestellten ungünstigen Zusammenhänge auf diese Gruppe. Auch nichtlineare Analysen zur Schlafdauer zeigten für 69 von 86 untersuchten Krankheitsbildern das geringste Risiko im Bereich von 6 bis 8 Stunden Schlaf. Die Autoren schreiben, dass das Einhalten von 6 bis 8 Stunden Schlaf mit einer günstigeren Schlafarchitektur und einem geringeren Krankheitsrisiko verbunden sei.

Beobachtungsdesign und moderate Messgenauigkeit

Die Autoren nennen als Hauptlimitation ihrer Arbeit das Beobachtungsdesign, das anfällig für Restkonfundierung – also verbleibende, schwer kontrollierbare Störfaktoren – bleibt und deshalb keine Kausalschlüsse zulässt. Auch das Messverfahren selbst hat Grenzen: Für die Unterscheidung von REM-Schlaf, Nicht-REM-Schlaf und Wachzustand erreichte der SleepNet-Algorithmus einen laut Autoren moderaten F1-Score von 0,49 (Standardabweichung 0,10). Im Vergleich zur als Goldstandard geltenden Polysomnographie (PSG) zeigte das Modell mittlere Abweichungen von 48,2 Minuten bei der Schlafdauer, -17,1 Minuten bei der REM-Dauer, 31,1 Minuten bei der NREM-Dauer (Leicht- und Tiefschlaf zusammen) und 9,2 Prozentpunkten bei der Schlafeffizienz. Die Übereinstimmung mit den Goldstandard-Messungen bleibt nach eigenen Angaben der Autoren vergleichsweise moderat.

Zwischen Zusammenhang und Beweis

Die statistischen Modelle wurden für zahlreiche mögliche Störfaktoren adjustiert, darunter Alter, Geschlecht, sozioökonomischer Status, Rauchen, Alkoholkonsum, körperliche Aktivität sowie Fernseh- und Computerzeit. Interessenkonflikte geben die Autoren nicht an; finanziert wurde die Arbeit unter anderem durch den chinesischen National Science Fund for Distinguished Young Scholars, der laut Studienangaben keinen Einfluss auf Design, Auswertung oder Veröffentlichung hatte. Trotz dieser Kontrollen bleibt es bei einer Beobachtungsstudie: Sie zeigt für Menschen mit sehr kurzem Schlaf von unter 5 Stunden die deutlichsten statistischen Auffälligkeiten, kann aber laut ihren eigenen Autoren nicht belegen, dass der Schlaf selbst die Ursache ist.

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