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Mehr Salz, stärkere Neurodermitis? Große Studie findet Zusammenhang

Gesundheit

Schon ein Gramm mehr Natrium bedeutete einen Unterschied

Pro zusätzlichem Gramm Natrium am Tag waren die Chancen für Neurodermitis in der Studie um 11 Prozent höher. Bei einer aktuell aktiven Erkrankung betrug der Unterschied 16 Prozent. Das bedeutet allerdings nicht, dass Salz Neurodermitis verursacht oder dass weniger Salz die Erkrankung bessert. Genau das konnte die Untersuchung nicht klären.

Mehr als 200.000 Erwachsene untersucht

Für die Studie werteten die Forscher Daten von 215.832 Erwachsenen aus der britischen UK Biobank aus. Die Teilnehmer waren zwischen 37 und 73 Jahre alt, das Durchschnittsalter betrug rund 57 Jahre. Bei 10.839 Teilnehmern, entsprechend 5 Prozent, lag eine Neurodermitis vor.

Um die Natriumaufnahme abzuschätzen, nutzten die Forscher eine Urinprobe. Daraus berechneten sie die geschätzte Natriumausscheidung innerhalb von 24 Stunden.

Zweite Untersuchung kommt zu ähnlichem Ergebnis

Die Wissenschaftler überprüften den Befund zusätzlich anhand von 13.014 Teilnehmern einer US-amerikanischen Untersuchung. Dort wurde die Natriumaufnahme über Ernährungsprotokolle abgeschätzt.

Auch in dieser Gruppe zeigte sich ein ähnliches Bild: Ein zusätzliches Gramm Natrium pro Tag war mit einer um 22 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit für eine aktuell bestehende Neurodermitis verbunden. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal JAMA Dermatology veröffentlicht.

Was Salz mit Neurodermitis zu tun haben könnte

Die Autoren verweisen auf frühere Forschung, nach der sich Natrium in der Haut anreichern kann und dort mit Immunreaktionen in Verbindung steht, die auch bei Neurodermitis eine Rolle spielen. Die vorliegende Studie liefert jedoch keinen Beweis dafür, dass eine hohe Natriumaufnahme Neurodermitis tatsächlich auslöst oder verschlimmert. Dafür müssten beispielsweise kontrollierte Studien untersuchen, ob eine gezielte Verringerung der Natriumaufnahme die Beschwerden von Patienten tatsächlich bessert.

Was das Ergebnis für Patienten bedeutet

Die Untersuchung liefert einen Ansatz für weitere Forschung, aber noch keine nachgewiesene Ernährungstherapie gegen Neurodermitis. Patienten sollten ihre Behandlung aufgrund dieser Studie nicht eigenständig verändern.

Eine weitere Einschränkung: Die Natriumaufnahme wurde anhand einer einzigen Urinprobe geschätzt. Diese bildet die langfristigen Ernährungsgewohnheiten nur eingeschränkt ab. Außerdem könnte eine hohe Natriumaufnahme für bestimmte Lebensmittel oder Ernährungsweisen stehen, die ihrerseits mit Neurodermitis zusammenhängen.

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