Meloni erklärt neue Regeln für Ausländer an Italiens Schulen
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Ausländerquote in Schulklassen und Sprachpflicht für Eltern: Meloni greift in Italien durch
Von: Richard Strobl
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Giorgia Meloni will neue Regeln für ausländische Kinder an Italiens Schulen einführen. Neben einer Obergrenze pro Klasse gibt es auch ein Burka-Verbot.
Rom – Giorgia Meloni sorgt mit neuen, harten Regeln an Italiens Schulen für Aufsehen. Die Ministerpräsidentin Italiens will unter anderem eine prozentuale Obergrenze von 30 Prozent ausländischen Kindern in jeder Klasse festlegen. Zudem soll es ein Burka-Verbot geben. Und auch die Eltern von Kindern mit Integrationsproblemen will Meloni direkt in die Pflicht nehmen. Beschlossen sind diese Ideen noch nicht. Meloni kündigte lediglich eine Ministerratssitzung an, die dann über die Vorschläge berate.
„Zur Schule geht man mit unverhülltem Gesicht“, so Meloni bei einer Veranstaltung der Jugendorganisation ihrer Partei Fratelli d‘Italia am 20. September zu dem geplanten Verbot von Burka und Niqab an Italiens Schulen. Sie erklärte weiter: „In Italien kann niemand im Namen einer echten oder vermeintlichen Tradition entscheiden, dass eine junge Frau sich verschleiern muss“.
Meloni bringt Ausländerquote in Italiens Schulklassen – aber nicht für alle Ausländer
Zudem plant Meloni eine Obergrenze von 30 Prozent ausländischen Kindern pro Klasse, wie Rai News berichtet. Nach Ansicht Melonis soll so die Integration beschleunigt werden: „Wenn es in einer Klasse nur ein einziges Kind gibt, das kein Italienisch versteht, wird dieses Kind wahrscheinlich gemeinsam mit seinen Mitschülern und Lehrern die Sprache lernen und sich schnell integrieren können“.
Gleichzeitig machte Italiens Regierungschefin auch ein anderes Ziel ihres Vorstoßes deutlich: „Es kann nicht sein, dass sich in einer italienischen Klasse italienische Kinder in eine Ecke gedrängt fühlen, weil sie zur Minderheit geworden sind. Das geht nicht.“
Neue Ausländer-Regeln an Italiens Schulen – auch Eltern sollen in die Pflicht genommen werden
Noch fehlen die Details zu dem Plan, allerdings verweist der Bericht darauf, dass die neue Quote wohl nicht für alle Schüler mit Migrationshintergrund gelten soll. Demnach sollen EU-Bürger mit EU-Pass ausgenommen sein sowie Einwanderer der zweiten Generation mit guten Italienischkenntnissen. Rai weist darauf hin, dass komplett offen sei, wie die Regierung diese Sprachkompetenz messen will.
Darüber hinaus will Meloni auch Eltern von Schülern mit Migrationsproblemen dazu verpflichten, Italienisch zu lernen. Auch hier fehlen aber noch Details zu den Vorgaben.
Ausländische Schüler in Italien:
Nach Angaben von Rai besuchen aktuell knapp 930.000 Schüler ohne italienische Staatsbürgerschaft Schulen im Land. Das sind 11,6 Prozent der Gesamtschüler. Nach einer Studie von Idos ist der Anteil von ausländischen Schülern in den letzten elf Jahren um knapp 16 Prozent gestiegen, die Zahl der einheimischen Schüler dagegen um 12,5 Prozent gesunken. Der gestiegene Anteil von ausländischen Schülern habe den demografischen Rückgang eingedämmt. Dennoch sei die Zahl der Schüler insgesamt von fast neun Millionen im Jahr 2014 auf knapp acht Millionen Schüler heute gesunken.
Von den 930.000 ausländischen Schülern sind knapp zwei Drittel in Italien geboren. Die fünf größten Nationalitätengruppen sind Rumänien, Albanien, Marokko, China und Ägypten.
Die Maßnahme war bereits im August von Bildungsminister Giuseppe Valditara angekündigt worden. Er sprach sich dafür aus, dass Schulämter sich absprechen sollten, um ausländische Schüler auf Schulen und Klassen zu verteilen. In eine ähnliche Richtung will man in Italien auch mit der Wohnungsbaupolitik stoßen: So will man „Ghettos“ verhindern, wie Valditara sagte.
Italien wählt bald: Meloni will Stärke zeigen
Meloni führt Italiens Regierung so lange ununterbrochen an wie kein anderer italienischer Ministerpräsident seit Kriegsende. Die 49-Jährige hatte mit dem Versprechen eines harten Kurses gegen Migranten erfolgreich Wahlkampf gemacht.