DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin -0,05 % 64.280,71 USD 08:19:27 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Menschenrechtler und Fanorganisation kritisieren FIFA und WM-Gastgeber USA

Sport

Der Weltverband habe seinen politischen Einfluss nicht genutzt, um auf die strikten Einreisebestimmungen der US-Regierung einzuwirken. Bei einer Pressekonferenz in New York am Donnerstag zogen Human Rights Watch und die Sport & Rights Alliance gemeinsam mit Vertretern von Amnesty International USA, Football Supporters Europe und weiteren Organisationen eine kritische Bilanz des Turniers. "Keine inklusive WM" Ronan Evain, Geschäftsführer von Football Supporters Europe, widersprach dem von der FIFA vermittelten Bild einer besonders offenen und inklusiven Weltmeisterschaft. "Das war keine inklusive WM. Viele Fans, insbesondere aus Afrika und Asien, wurden durch die Einreisebestimmungen ausgeschlossen", sagte Evain. Die Organisationen kritisieren insbesondere die strikten Vorgaben der US-Regierung. Betroffen seien unter anderem Menschen aus WM-Teilnehmerländern, für die Einreisebeschränkungen oder Einreiseverbote gelten, darunter Haiti, die Elfenbeinküste, Iran und Senegal. Dadurch hätten zahlreiche Fans ihre Nationalmannschaften nicht vor Ort unterstützen können. Amnesty: FIFA hat ihren Einfluss nicht genutzt Auch Daniel Noroña von Amnesty International USA warf der FIFA Versäumnisse vor. Der Weltverband hätte nach Ansicht der Organisation seine Stellung gegenüber der US-Regierung stärker einsetzen müssen. "Die FIFA hat ihren Einfluss nicht genutzt, um mit Blick auf die strikten Einreisebestimmungen auf die US-Regierung einzuwirken. Die Realität ist, dass Fans und sogar ein Schiedsrichter nicht einreisen durften", sagte Noroña. Damit spielte Noroña unter anderem auf den Fall des somalischen Schiedsrichters Omar Artan an, der wegen der US-Einreisebestimmungen unter Verweis auf Sicherheitsbedenken nicht an der Weltmeisterschaft teilnehmen durfte. Kritik wegen Benachteiligung queerer Fans Auch ILGA World, der internationale Dachverband von LGBTQ+-Organisationen, sieht den Anspruch einer inklusiven Weltmeisterschaft verfehlt. Aufgrund der US-Einwanderungspolitik sowie einer zunehmend transfeindlichen Rhetorik und Gesetzgebung hätten zahlreiche queere Fußballfans auf eine Reise zur WM verzichtet. Kritik an Infantinos Nähe zu Trump Die Menschenrechtsorganisationen kritisierten zudem die enge Beziehung zwischen FIFA-Präsident Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump. Als Beispiele nannten sie unter anderem Infantinos Teilnahme am sogenannten Gaza Peace Summit sowie die umstrittene Vergabe des FIFA-Friedenspreises an Trump im vergangenen Dezember. Aus Sicht der Organisationen steht diese Nähe im Widerspruch zum Grundsatz der politischen Neutralität, den die FIFA in ihren Statuten verankert hat. Menschenrechte waren erstmals Teil des Bewerbungsverfahrens Die WM 2026 war die erste Männer-Weltmeisterschaft, bei deren Vergabe die neuen FIFA-Menschenrechtsanforderungen vollständig Bestandteil des Bewerbungsverfahrens waren. Nach Angaben des Weltverbandes wurden diese gemeinsam mit verschiedenen Interessengruppen und unter Unterstützung des Büros des UN-Hochkommissars für Menschenrechte entwickelt. Die Bewerberländer und Austragungsorte mussten sich verpflichten, die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte einzuhalten und entsprechende Strategien zum Schutz der Menschenrechte während des Turniers zu entwickeln. Die an der Pressekonferenz beteiligten Organisationen sehen jedoch Defizite bei der Umsetzung dieser Standards. Nach ihrer Auffassung hätte die FIFA insbesondere angesichts der verschärften US-Einreisepolitik stärker auf die Regierung von Präsident Donald Trump einwirken müssen. Bericht über Menschenrechtsfolgen angekündigt Die Sport & Rights Alliance kündigte zudem an, erstmals Ergebnisse eines Berichts über die Menschenrechtsfolgen der Weltmeisterschaft in den kommenden Monaten vorzustellen. Im Mittelpunkt stehen nach Angaben der Organisation unter anderem die Erfahrungen von Fans, Journalisten und weiteren Betroffenen sowie die Frage, ob die FIFA ihren eigenen Menschenrechtsverpflichtungen während des Turniers gerecht geworden ist.

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