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Mercedes-Arbeiter schicken Brandbrief an Friedrich Merz: "Weltfremd"

Nation

Brandbrief an Bundeskanzler

"Weltfremd": Mercedes-Beschäftigte kritisieren Merz

Von t-online, tos

01.08.2026 - 08:49 UhrLesedauer: 2 Min.

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Der Bundeskanzler steht von vielen Seiten in der Kritik. Nun haben Gewerkschaftler einen Brandbrief an Friedrich Merz geschickt.

Vertreter der IG Metall in den deutschen Mercedes-Benz-Werken fordern Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf, geplante Reformen im Sozialbereich zu überdenken. In einem offenen Brief kritisieren sie unter anderem Überlegungen zum Renteneintritt, zu Arbeitszeiten und zur Altersteilzeit.

Der Brief stammt von den Vertrauenskörperleitungen der IG Metall an den deutschen Mercedes-Standorten, seine Verfasser repräsentieren rund 100.000 Mercedes-Beschäftigte. Er wurde in dieser Woche an den Kanzler verschickt und auf der Internetseite der IG Metall Stuttgart veröffentlicht. Zuvor hatte "n-tv" darüber berichtet.

Verfasser: Schreiben spiegelt Stimmung in den Werken wider

Die Arbeitnehmervertreter sprechen sich für den Erhalt der abschlagsfreien Rente nach 45 Berufsjahren, des Acht-Stunden-Tages und bestehender Altersteilzeitregelungen aus. Die von Union und SPD vereinbarten Reformvorhaben bezeichnen sie als "weltfremd".

Zugleich werfen die Autoren der Bundesregierung vor, mit Äußerungen über Beschäftigte ein falsches Bild zu zeichnen. In dem Schreiben heißt es, Arbeitnehmer würden als "zu faul, zu teuer, zu häufig krank" dargestellt. Konkrete Zitate von Bundeskanzler Merz werden in dem Brief nicht genannt.

Nach Angaben der Initiatoren spiegele das Schreiben die Stimmung in den Werken wider. "Der Brief fasst die Stimmung zusammen, die wir in den Werken von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zurückgemeldet bekommen", sagte Jose-Miguel Revilla, Leiter der Vertrauensleute im Mercedes-Werk Untertürkheim und Mitglied im Leitungsgremium der Vertrauenskörper, auf Anfrage von n-tv.

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Brandbrief: Bundestag interessiert sich nicht für Arbeitnehmer

In dem Brief warnen die Arbeitnehmervertreter zudem vor einem schwindenden Vertrauen vieler Beschäftigter in die Politik. Es wachse die Sorge, dass die Interessen von Arbeitnehmern im Bundestag nicht ausreichend vertreten würden. Dies könne politischen Kräften außerhalb der demokratischen Mitte nutzen, heißt es.

Die IG Metall unterstützt die Initiative. Ein Sprecher erklärte auf Anfrage von n-tv, der Brief zeige beispielhaft, wie angespannt die Stimmung in vielen Betrieben derzeit sei. Er spiegele wider, wie Beschäftigte den politischen Diskurs wahrnähmen.

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