DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,21 % 64.443,67 USD 07:23:55 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Mercedes und Taxis: Konkurrent BYD startet mit Plug-in-Hybriden

Wirtschaft

Neue Taxi-Konkurrenz für Mercedes Ein wichtiges Kapitel ist vorbei Von Christopher Clausen 24.07.2026 - 13:40 UhrLesedauer: 4 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Einst prägten Mercedes-Limousinen das Taxigewerbe wie keine andere Marke. Nun drängen neue Wettbewerber auf den Markt und wittern ihre Chance. "Wenn ich Mercedes fahren will, bestelle ich mir ein Taxi." Der Spruch war lange mehr als ein Witz: Wer an ein Taxi in Deutschland dachte, dachte meist an eine elfenbeinfarbene Limousine mit Stern auf der Haube. Kaum eine Marke prägte das Straßenbild so sehr wie die aus Stuttgart. Doch dieses Bild bröckelt schon seit einigen Jahren. An den Taxiständen stehen heute deutlich mehr Marken als früher. Toyota hat sich einen festen Platz im Gewerbe erarbeitet, auch Volkswagen, Kia oder Hyundai sind vielerorts vertreten. Für Autobauer ist das Taxigeschäft mehr als ein zusätzlicher Vertriebskanal. Fahrzeuge sind oft rund um die Uhr im Einsatz und legen innerhalb weniger Jahre Laufleistungen von mehreren Hunderttausend Kilometern zurück. Wer Taxiunternehmer überzeugt, kann deshalb nicht nur hohe Kilometerleistungen und Haltbarkeit im Alltag nachweisen, sondern platziert seine Fahrzeuge im Stadtbild und erreicht täglich Tausende potenzielle Kunden. Doch Mercedes gehört immer weniger dazu. Ein bewusster Rückzug Nach Daten des Marktforschungsunternehmens Dataforce wurden zwischen Januar und August 2024 bundesweit nur noch 497 Mercedes-Fahrzeuge als Taxi neu zugelassen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 1.730 gewesen. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei der E-Klasse aus: Von ihr kamen lediglich 127 neue Taxis auf die Straße. Von der B-Klasse wurde sogar nur noch ein einziges Fahrzeug als Taxi zugelassen. Ein Grund dafür liegt in einer Entscheidung aus dem Jahr 2023. Mercedes beendete damals das Geschäft mit werksseitig vorbereiteten Taximodellen. Bis dahin hatten Unternehmen komplett fertig konfigurierte Taxen in Stuttgart bestellen können und brauchten sich nicht um Umbauten zu kümmern. Der Rückzug der Stuttgarter hatte mehrere Gründe: Offiziell verwies Mercedes auf die sinkende Nachfrage nach den Taxi-Paketen und eine Neuausrichtung des Modellangebots in Richtung Luxus. Gleichzeitig veränderte sich der Markt. Immer mehr Taxiunternehmer entschieden sich für Fahrzeuge anderer Hersteller, ob aus Kosten- oder aus Qualitätsgründen. Der Diesel verlor an Bedeutung, und die Elektrifizierung stellte das Gewerbe vor neue Anforderungen. Speziell ausgestattete Taximodelle lohnten sich für Mercedes bei sinkenden Stückzahlen immer weniger. Kunden haben jedoch weiterhin die Möglichkeit, sich bei Umrüstern einen Mercedes zum Taxi machen zu lassen. Doch mit dem Auslaufen der komfortablen Werksoption fiel für viele Unternehmer offenbar ein Anreiz weg, zum Stern zu greifen. Im Januar 2026, so berichtet das Branchenmagazin "Taxi Times", bot Mercedes bis zu 24 Prozent Rabatt auf einige Modelle an, um sie attraktiver zu machen. Eine Strategieänderung bedeutete das aber nicht. Mercedes und die Taxis Mit dem Ende der Serien-Taxis ging ein bedeutsames Stück Geschichte bei Mercedes zu Ende. Bereits 1897 hatte in Stuttgart die erste motorisierte Droschke der Welt ihren Betrieb aufgenommen – ein Daimler-Landaulet mit Taxameter. In den folgenden Jahrzehnten prägten Fahrzeuge von Daimler und später Mercedes-Benz das Taxigewerbe in Deutschland und vielen anderen europäischen Städten. Mit dem Mercedes 260 D brachte der Hersteller 1935/1936 den ersten serienmäßigen Diesel-Pkw auf den Markt. Der sparsame und langlebige Antrieb machte das Modell schnell zum Favoriten vieler Taxiunternehmer und legte den Grundstein für die jahrzehntelange Dominanz der Marke im Gewerbe. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Baureihen wie der "Ponton", die "Heckflosse", der "Strich Acht", der W123 oder später die E-Klasse zu festen Größen an den Taxiständen. Doch das ist nicht mehr die Regel – und neue Hersteller wittern ihre Chance. BYD drängt mit Taxen auf den Markt Chinesische Hersteller sehen in der Branche einen Weg, die Verkaufszahlen anzukurbeln. BYD bringt gemeinsam mit vier Umbau-Experten das Modell Seal U DM-i als Taxi auf den deutschen Markt. Die Unternehmen rüsten Serienfahrzeuge für den Taxibetrieb um und installieren unter anderem Taxameter, Dachzeichen, Notalarmanlage und weitere gesetzlich vorgeschriebene Ausstattung. Zum Start sollen bereits 100 Fahrzeuge bereitstehen. Dass BYD dabei auf einen Plug-in-Hybrid setzt, passt zu den aktuellen Anforderungen vieler Betriebe. Zwar wächst der Anteil batterieelektrischer Taxis, doch längst nicht jedes Unternehmen kann Fahrzeuge während des laufenden Betriebs regelmäßig laden. Ein Plug-in-Hybrid ermöglicht elektrisches Fahren auf kurzen Strecken, ohne auf die Reichweite eines Verbrenners verzichten zu müssen. Wie gut sich der Seal U DM-i im Taxi-Alltag schlägt, hat "Taxi Times" getestet. Die Redaktion lobt das Platzangebot im Fond, den großen Kofferraum und den Fahrkomfort. Im elektrischen Betrieb fahre der Kombi leise und angenehm – Eigenschaften, die vor allem im Stadtverkehr gefragt seien. Nicht alle Eindrücke fallen positiv aus. Die Tester kritisieren, dass die Basisversion per Gleichstrom mit vergleichsweise geringer Leistung lädt. Das verlängert Ladepausen und kann im gewerblichen Einsatz zum Nachteil werden. Die Redaktion kommt dennoch zu dem Schluss, dass vor allem der Preis über den Erfolg im Taxigewerbe entscheiden dürfte. Mit den angekündigten Rabatten setzt BYD genau dort an. Und könnte damit Erfolg haben – der einstige Primus hätte das Nachsehen.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren