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Mercedes-Vorstand belebt Abfindungsprogramm ab Dezember wieder

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Mercedes schickt Zehntausenden Mitarbeitern einen Brief – und der hat es in sich

Von: Christoph Gschoßmann

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Der Absatzeinbruch in China reißt ein Loch, das Europa und Amerika nicht stopfen können – Mercedes zieht beim Sparkurs jetzt die nächste Schraube an.

Stuttgart – Für Zehntausende Mercedes-Mitarbeiter könnte der Dezember ein besonderer Monat werden – nicht wegen Weihnachten, sondern wegen eines Briefs aus der Chefetage. Der Stuttgarter Autobauer schickt seinen Beschäftigten in Verwaltung, Entwicklung und Finanzabteilung ein Angebot: Wer freiwillig geht, bekommt Geld. Das Abfindungsprogramm für die sogenannten indirekten Bereiche startet voraussichtlich im Dezember 2026 – und richtet sich erstmals auch an leitende Führungskräfte.

Das geht aus einem Schreiben des Vorstands an die Belegschaft hervor, das der WirtschaftsWoche vorliegt. Mercedes-Benz bestätigte die Informationen gegenüber dem SWR. Wer nicht gehen will, darf bleiben – das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit gilt weiterhin. Das bedeutet: Sowohl Beschäftigte als auch der Konzern müssen einem Ausscheiden zustimmen.

China-Einbruch führt zu erneutem Mercedes-Sparkurs

Der Grund für die erneute Sparrunde liegt in Fernost. Im zweiten Quartal 2026 brach der Pkw-Absatz in China um 30 Prozent ein, während der Absatz außerhalb Chinas zulegte – in Nordamerika um 13 Prozent, in Europa um vier Prozent, wie aus dem offiziellen Quartalsbericht von Mercedes-Benz hervorgeht. Konzernweit setzte Mercedes-Benz in diesem Zeitraum 511.900 Pkw und Transporter ab – sechs Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Der Vorstand schreibt in dem Mitarbeiterschreiben offen: „In einzelnen Regionen der Welt läuft unser Geschäft gut (…). Doch dieser Erfolg wird von Rückgängen im chinesischen Markt überkompensiert.“ Die Zahlen treffen den Konzern in einer ohnehin schwierigen Phase: 2025 brach der Gewinn von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro ein – fast die Hälfte weniger als im Vorjahr. Im ersten Quartal 2026 sank das Konzernergebnis um weitere 17,2 Prozent.

Das neue Abfindungsprogramm betrifft ausschließlich die indirekten Bereiche, also Mitarbeiter außerhalb der Produktion. Mercedes beschäftigt in Deutschland rund 108.000 Menschen. Beim früheren Programm zwischen April 2025 und März 2026 verließen laut Handelsblatt rund 5.500 Personen den Konzern – teilweise gegen Abfindungen im hohen sechsstelligen Bereich. Wie viele Stellen das neue Programm abbauen soll, teilt das Unternehmen bisher nicht mit.

Der Druck auf die Belegschaft wächst: Produktionsvorstand Michael Schiebe hatte zuletzt mit der Schließung von zwei deutschen Werken gedroht, sollten die Arbeitskosten nicht sinken. Das erklärte Ziel des Vorstands beim neuen Abfindungsprogramm: „die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und langfristig Beschäftigung am Standort Deutschland zu erhalten.“ (Quellen: WirtschaftsWoche, SWR Aktuell, Handelsblatt, Mercedes-Benz Quartalsbericht Q2 2026) (cgsc)

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