Mercedes zeigt seiner Belegschaft Kostenvergleich mit Osteuropa
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82 Prozent günstiger – Mercedes zeigt Beschäftigten Kostenvergleich mit Osteuropa
Von: Christoph Gschoßmann
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Mercedes offenbart seinen Arbeitern drastische Kostenunterschiede zu Osteuropa. Es wächst die Angst vor längeren Arbeitszeiten und einem Werksschluss.
München – Eine Zahl mit Sprengkraft für Mercedes: Für eine Arbeitsstunde am rumänischen Standort Cugir weist eine interne Präsentation einen Kostenvorteil von 81,7 Prozent gegenüber deutschen Standorten aus. Für Ungarn nennt der Konzern 75 Prozent, für Polen 76,5 Prozent. Die Zahlen stammen aus Folien, die das Management bei einer Betriebsversammlung gezeigt haben soll. Darüber berichtet die WirtschaftsWoche. Es handelt sich dabei um einen konzerninternen Vergleich, nicht um eine unabhängige Studie über ganze Länder.
Die Botschaft an die Belegschaften ist deutlich: Mercedes hält die deutschen Standorte bei vergleichbarer Produktivität für zu teuer. Gleichzeitig betont der Konzern, er wolle die deutschen Werke und die Beschäftigung erhalten. Dafür müssten sich jedoch die Bedingungen für Produktivität und Kosten verbessern.
Arbeitszeit und Werksschließung: Der Streit bei Mercedes verschärft sich
Nach Recherchen der F.A.Z. fordert Mercedes eine Ausweitung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 40 Stunden – ohne Lohnausgleich. Falls Betriebsrat und Gewerkschaft die Forderung ablehnen, soll der Konzern auch eine Werksschließung in Deutschland und zusätzliche Kapazitäten in Osteuropa als Szenario genannt haben.
Eine Entscheidung über ein konkretes Werk gibt es laut F.A.Z. bisher nicht. Außerdem gilt für die Beschäftigten in Deutschland eine Beschäftigungssicherung bis 2035. Die IG Metall weist die Forderung nach fünf zusätzlichen Stunden zurück. „Fünf unbezahlte Stunden mehr Arbeit wären eine Entgeltkürzung von insgesamt 20 Prozent“, sagt ein Sprecher der Gewerkschaft.
Mercedes: Kecskemét wächst, China belastet das Geschäft
Parallel stärkt Mercedes den ungarischen Standort Kecskemét. Das Unternehmen investiert dort rund eine Milliarde Euro. Die Werksfläche wächst von etwa zwei auf 4,4 Millionen Quadratmeter. Kecskemét produziert unter anderem die neue elektrische C-Klasse und soll über flexible Produktionsverbindungen auch mit deutschen Werken zusammenarbeiten. Das geht aus einer Mitteilung von Mercedes-Benz hervor.