Merz' Streit mit Kinderärztin ging noch weiter: "Er lachte mich aus!"
Der heftige Schlagabtausch zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Kinderärztin Bea Merscher in einer RTL-Sendung sorgte bereits für Aufsehen. Doch der Konflikt endete offenbar nicht vor den Kameras – beim anschließenden Fototermin eskalierte die Situation nach Darstellung der Ärztin erneut.
Was sich am Donnerstag in der RTL-Sendung "Am Tisch mit Friedrich Merz" abspielte, hatte es bereits in sich: Kinderärztin Bea Merscher ging den Kanzler frontal an. Die alleinerziehende Mutter aus Niedersachsen warf Friedrich Merz (CDU) vor, mit dem Sparpaket im Gesundheitswesen "menschenverachtende und zerstörerische Gesetze" zu erlassen und damit seinen Amtseid zu brechen. Die Budgetierung in der Kindermedizin sei verheerend: "Wenn Sie bei Kindern sparen, sägen Sie am eigenen Ast", sagte sie dem Kanzler ins Gesicht.
Merz reagierte sichtlich empört. Der Vorwurf sei eine "persönliche Herabsetzung" und gehe "zu weit", entgegnete er. Er verwies darauf, dass die ärztlichen Budgets in den vergangenen zehn Jahren um 40 Prozent gestiegen seien und Sparmaßnahmen nötig seien, um die Krankenversicherungsbeiträge der Arbeitnehmer nicht weiter steigen zu lassen.
Merz soll Ärztin "straffällige" Aussagen vorgeworfen haben
Doch mit dem Ende der Aufzeichnung war die Auseinandersetzung nicht vorbei. Wie die "Bild" unter Berufung auf Merscher berichtet, kam es beim anschließenden Fototermin zur nächsten Konfrontation. Der Kanzler sei nach dem Schlagabtausch in der Sendung offenbar noch aufgebracht gewesen und habe der 39-Jährigen vorgehalten, ihre Äußerungen seien "straffällig" gewesen.
Merscher ließ sich davon nach eigener Darstellung jedoch nicht einschüchtern. Sie habe Merz stattdessen ein weiteres persönliches Gespräch angeboten. Die Antwort des Kanzlers beschreibt sie so: "Er lachte mich aus!"
Einen zweiten Anlauf unternahm die Kinderärztin ebenfalls. Sie habe Merz darauf hingewiesen, dass sie demnächst ohnehin in Berlin sein werde – bei einer von ihr angemeldeten Kundgebung vor dem Reichstag, ganz in der Nähe des Kanzlers. Doch auch diesen Vorschlag habe Merz barsch abgeschmettert: "Ganz sicher nicht!", soll er geantwortet haben, wie auch t-online berichtet.
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Weiterer RTL-Gast stützt Darstellung der Ärztin
Merschers Version der Ereignisse wird von Oliver Bernt gestützt, der ebenfalls an der RTL-Diskussionsrunde teilgenommen hatte. Der dreifache Familienvater aus Coburg, der den Kanzler in der Sendung wegen mangelnder Unterstützung für Familien teils massiv kritisiert hatte, bestätigte die Schilderungen der Ärztin in einem Instagram-Video.
Das Kanzleramt äußerte sich auf eine Anfrage der "Bild" zunächst nicht zu den Vorgängen nach der Aufzeichnung.
"Man erwartet nichts und wird trotzdem enttäuscht"
Von ihren scharfen Vorwürfen während der Sendung rückt Merscher keinen Millimeter ab. "Zu den Aussagen stehe ich immer noch", sagte sie der "Bild". Die Haltung des Kanzlers sei "realitätsfern". Merz könne nicht nachvollziehen, "wie es ist, auf 25 Euro angewiesen zu sein", kritisierte die Medizinerin. Ihr bitteres Resümee nach dem Aufeinandertreffen mit dem Regierungschef: "Man erwartet nichts und wird trotzdem enttäuscht!" (red)