Merz warnt vor „Wutbürger“-Experiment
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Merz warnt vor den Folgen eines „Wutbürger“-Experiments – Siegmund reagiert mit Spott
Von: Clara Dzemla
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Merz ist im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt unterwegs und warnt vor einem AfD‑Sieg. Ulrich Siegmund sieht darin einen „Ritterschlag“.
Quedlinburg/Klein Wanzleben – Trotz aller Kritik: Der Kanzler war auf Wahlkampftour in Sachsen-Anhalt. In der beschaulichen Kleinstadt Quedlinburg warnte Friedrich Merz (CDU) dabei vor einem Wahlsieg der AfD. „Sachsen-Anhalt darf kein Experimentierfeld für Wutbürger werden“, sagte der Kanzler vor Journalisten. „Das geht am Ende zulasten der Menschen in Sachsen-Anhalt.“ Er fügte hinzu: „Wenn da möglicherweise die absolute Mehrheit einer rechtspopulistischen Partei am nächsten Montag feststehen sollte, dann werden internationale Investoren es sich dreimal überlegen, ob sie noch in Sachsen-Anhalt investieren.“ Das schrieb die Tagesschau.
Merz’ Auftritt wirkte bei seinem Auftritt am Montagabend neben dem des AfD-Kandidaten kalt und leer. Wie die Welt berichtet, feierte Ulrich Siegmund fast zeitgleich in Klein Wanzleben fast eine Party. Zwischen Hüpfburgen und „Uli! Uli!“-Sprechchören nahm Siegmund die Worte des Kanzlers gelassen. „Es ist völlig egal, ob Friedrich Merz vor mir warnt“, rief er. „Ganz im Gegenteil, das ist der Ritterschlag.“ Laut Welt kamen Hunderte Anhänger zu dem als „Bürgerdialog“ angekündigten Abend im sachsen-anhaltischen Landkreis Börde.
AfD spottet über Merz‘ Wahlkampfauftritt in Sachsen-Anhalt: „Jammerkanzler“
Siegmunds Rede blieb dabei relativ kurz. „Lasst uns Geschichte schreiben hier in Sachsen-Anhalt“, rief er. „Lasst uns unser wunderschönes Land zurückholen.“ Kritische Fragen aus dem Publikum gab es nicht, dafür Selfie-Möglichkeiten mit dem Spitzenkandidaten. Siegmund gab sich bürgernah. „Hier ist keiner rechtsextrem, sondern extrem im Recht“, rief er. „Hier ist die Mitte der Gesellschaft.“ Nach Siegmund sprach unter anderem Landeschef Martin Reichardt. Dieser griff Merz laut dem Welt-Bericht scharf an. „Unser Jammerkanzler ist zur Stunde wohl in Quedlinburg und trifft sich mit seinen Parteibonzen in irgendeinem Hinterzimmer, weil er sich nicht mehr unters Volk traut“, rief Reichardt.
Tatsächlich waren bei Merz’ Besuch in Quedlinburg weder CDU‑Anhänger noch Wahlkampfplakate der Partei zu sehen. Wie der Tagesspiegel berichtet, ließ sich der Kanzler mit einer Limousine auf den Schlossberg von Quedlinburg fahren und mied den Kontakt mit den Bürgern weitgehend. Laut dem CDU-Kandidaten und Ministerpräsidenten Sven Schulze wurde der Termin jedoch auf Wunsch der CDU vor Ort so gestaltet. In Quedlinburg trafen sich Merz und Schulze mit CDU-Landtagskandidaten und Lokalpolitikern. Danach stellten sie sich etwa zehn Minuten vor die Kameras der angereisten Journalisten. Fragen waren nicht zugelassen. Merz warnte vor den wirtschaftlichen Folgen eines AfD‑Sieges und versprach, am Sonntag werde es ein „gutes Ergebnis“ für die CDU geben.