Messerangriff in Regensburger Bank: Täter ist polizeibekannt
Nach dem tödlichen Messerangriff in einer Regensburger Bankfiliale informiert die Polizei seit 14 Uhr über den Stand der Ermittlungen. Ein tatverdächtiger 20-jähriger Deutscher wurde am Donnerstag festgenommen. Das Motiv für den Messerangriff ist auch am Freitag weiterhin unklar. Die Polizei bestätigte, dass der Mann polizeibekannt ist. Er sei mehrmals mit leichten Waffen von der Polizei aufgegriffen worden. Deshalb sei ein unbefristetes Waffenbesitzverbot erteilt worden. Das letzte Mal sei der Mann in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in Erscheinung getreten. Der 20-Jährige habe sich selbst der Polizei stellen wollen, weil er eine Bierflasche geworfen hatte und am Fernsehturm mehrere Fahrzeuge beschädigt hätte. Da jedoch keine Haftgründe vorgelegen hätten, sei der Mann wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Die Tat in einer Filiale der Hypovereinsbank im Rennweg hatte am Donnerstag gegen 14.50 Uhr einen großen Polizeieinsatz ausgelöst. Es waren in der Spitze rund 370 Einsatzkräfte vor Ort. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen verletzte der 20-Jährige den Filialleiter mit einem zwölf Zentimeter langen Küchenmesser schwer. Der Angegriffene konnte von Mitarbeitern über ein Fenster ins Freie gehoben werden, wo er reanimiert werden musste. Später erlag der Mann im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann ein Zufallsopfer war. Täter und Opfer hätten sich nicht gekannt. Alle anderen Mitarbeiter und Kunden blieben unverletzt. Laut Polizei hatte der 20-Jährige den Filialleiter einen Zettel mit der Notiz „Bankraub“ gezeigt. Dann sei der Mann auf den Leiter losgegangen, ohne dass dieser die Möglichkeit gehabt hätte, Geld zu übergeben. Der Täter habe mehrere Male mit dem Messer zugestochen. Dann flüchtete der Mann in die hinteren Räume der Bank. Eine Geiselnahme habe es nicht gegeben. Die Polizei sperrte den Bereich um die Bank weiträumig ab. Spezialkräfte konnten zwei Personen, die sich noch im Gebäude befanden, unverletzt aus dem Gebäude holen. Beide Gerettete waren auch Bankangestellte. Anschließend konnte der Tatverdächtige in der Toilette der Bank festgenommen werden. Er leistete laut Polizei keinen Widerstand. Der Mann sei unverletzt geblieben. Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus. Der Beschuldigte wurde der Staatsanwaltschaft vorgeführt und befindet sich in einer JVA. Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus, in Tateinheit mit versuchter schwerer räuberischer Erpressung. Der Täter macht laut Polizei einen relativ geordneten Eindruck. Im Großen und Ganzen sei eine vernünftige Kommunikation mit ihm möglich, aber bislang mache der 20-Jährige vom Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Es gebe keine Anzeichen auf eine psychische Erkrankung. Ein Gutachten hierzu stehe aber noch aus. In der Nacht vor der Tat sei der 20-Jährige leicht alkoholisiert gewesen. Die Ergebnisse von Blut- und Haarproben vom Zeitpunkt der Tat stünden noch aus.