Meta: Aufsichtsgremium warnt vor Einführung von "Community Notes" bei Meta
Vor dem Testlauf eines communitybasierten Faktenchecksystems des Digitalkonzerns Meta hat ein unabhängiges Aufsichtsratsgremium davor gewarnt, den bisherigen Faktencheck durch das neue System zu ersetzen. »Wir fordern Meta nachdrücklich auf, ›Community Notes‹ nicht als direkten Ersatz für Faktenchecks zu betrachten und alle Instrumente zu nutzen, die der Herausforderung durch Falschinformationen auf den Plattformen am besten gerecht werden«, erklärte das Aufsichtsgremium.
Bei dem System »Community Notes« können Nutzer Beiträge auf sozialen Netzwerken selbst mit einem einordnenden Kontext versehen. Meta hatte zuvor mitgeteilt, »Community Notes« in mehreren südamerikanischen Ländern zu testen. Seit Mittwoch können Nutzer in 16 spanischsprachigen Ländern der Region Onlinebeiträgen auf den sozialen Netzwerken des Konzerns Kommentare hinzufügen. Bisher handelt es sich allerdings nur um einen Testlauf, die Kommentare sind zunächst für andere Nutzer noch nicht sichtbar. Meta betreibt unter anderem die Netzwerke Facebook, Instagram und Threads.
Das Aufsichtsgremium erklärte, »Community Notes« könnten »zwar wichtige Debatten bereichern und die freie Meinungsäußerung fördern«. Doch könnten sie auch »zu realen Schäden beitragen, für deren Vermeidung oder Behebung Meta verantwortlich ist«.
Experten warnen vor Desinformationskampagnen
Ein communitybasiertes Kommentarsystem wird bereits vom Konkurrenten X von Tesla-Gründer Elon Musk benutzt. Dort hat das nutzerbasierte Prüfsystem bereits den herkömmlichen Faktencheck durch unabhängige Agenturen ersetzt. Im Falle eines erfolgreichen Tests plant auch Meta nach eigenen Angaben einen solchen Schritt. Zum möglichen Zeitpunkt hat sich der Konzern allerdings bisher noch nicht geäußert. Zuerst wolle man von der Funktionsfähigkeit des neuen Systems überzeugt sein, hieß es.
Zu den Ländern, die an dem Pilotprojekt von Meta teilnehmen, gehören Argentinien, Bolivien, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Uruguay und Venezuela.
Anfang letzten Jahres hatte Meta-Chef Mark Zuckerberg bekannt gegeben, dass das Unternehmen seinen Faktencheck zunächst in den USA einstellen werde. Faktenprüfer seien »einfach politisch zu voreingenommen« gewesen, sagte Zuckerberg damals. Besonders in den USA hätten sie »mehr Vertrauen zerstört als geschaffen«, begründete er den Schritt. US-Präsident Donald Trump hatte Faktenchecks in Onlinenetzwerken mehrfach als »Zensur« bezeichnet.