Meta und Cambridge Analytica: Facebook-Mutterkonzern Meta erleidet Niederlage vor Gericht
Der Facebook-Mutterkonzern Meta hat in einem Gerichtsverfahren um einen acht Jahre zurückliegenden Datenschutzskandal eine Niederlage erlitten. Geschworene im US-Bundesstaat New Mexico entschieden, dass Meta Nutzer in der Affäre rund um die Analysefirma Cambridge Analytica über den Schutz ihrer Daten getäuscht hat. Jetzt muss der Richter die Höhe der Strafe festlegen.
Meta drohen damit Bußgelder in Milliardenhöhe. Die Geschworenen fanden den Konzern bei den meisten der insgesamt gestellten 34 Fragen haftbar – mit jeweils 1,3 bis 2,1 Millionen Verstößen angesichts der Zahl betroffener Nutzer, wie der Finanzdienst Bloomberg aus dem Gerichtssaal berichtete. Pro Verstoß könnte eine Strafe von bis zu 5.000 Dollar fällig werden.
Bei dem Skandal um Nutzerdaten wurden 2018 Informationen aus einer harmlos erscheinenden Umfrage eines Datenforschers zur Erstellung von Nutzerprofilen genutzt und ohne Zustimmung der Nutzer mit der Analysefirma Cambridge Analytica geteilt. Das Unternehmen verkaufte die Daten unter anderem an das Wahlkampfteam des damaligen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Insgesamt waren rund 87 Millionen Nutzeraccounts betroffen. Der Konzern zahlte unter anderem rund fünf Milliarden Dollar an die US-Regierung, um Ermittlungen dazu einzustellen.
Meta zeigt sich keiner Schuld bewusst
Bei dem Verfahren in New Mexico ging es ab 2021 dann auch um Fragen der Meinungsfreiheit auf der Plattform. Auslöser waren Enthüllungen im Zuge der Aufarbeitung des Falls. Unter anderem hieß es dabei in einem Whistleblower-Bericht, dass einige prominente Accounts von Regeln zu auf der Plattform erlaubten Inhalten heimlich ausgenommen worden seien.
Meta kündigte an, sich auch nach dem Urteil weiter gegen die Vorwürfe zu wehren. Man habe laut US-Verfassung das Recht, die Plattformen so zu betreiben, wie man es im Interesse der Nutzer für richtig halte. Das bedeute, der Meinungsfreiheit eine Priorität einzuräumen, Informationen der Nutzer zu schützen und ihnen die Kontrolle über ihre Daten zu geben, hieß es.