Metaplanet hat 10.000 Bitcoin verkauft und 11.000 BTC teurer zurückgekauft
Metaplanet, das japanische MicroStrategy, meldet seit Q4 2025 nur noch einmal pro Quartal, wie sich die Bitcoin-Bilanz verändert hat.
Für das japanische Unternehmen war 2026 bislang ein schwieriges Jahr. Im Zuge des Bitcoin-Bärenmarkts geriet die Metaplanet-Aktie erheblich unter Druck, was es deutlich unattraktiver machte, Stammaktien zu emittieren, um BTC zu kaufen.
Hinzu kam dann auch noch, dass der japanische Kapitalmarkt nicht dafür geeignet ist, eine Vorzugsaktienstrategie zu verfolgen. Metaplanet wollte mit MARS ein STRC-ähnliches Produkt lancieren, doch nach der Ankündigung Ende 2025 gab es an dieser Front noch keine Fortschritte zu berichten.
Wie CEO Simon Gerovich erklärte, gibt es in Japan erst sechs börsennotierte Vorzugsaktien, von denen keine eine unendliche Laufzeit hat. Außerdem ist es üblich, dass Dividenden nur einmal pro Halbjahr oder Jahr ausgeschüttet und aus operativen Cashflows finanziert werden.
Um dennoch eine Vorzugsaktie wie STRC von Strategy oder SATA von Strive herauszubringen, die hochfrequent ausschüttet und direkt am Markt emittiert werden kann, möchte Metaplanet eine US-amerikanische Aktiengesellschaft übernehmen. Der Superplanet-Deal, für den 2.100 BTC beigesteuert werden sollen, wird voraussichtlich im vierten Quartal abgeschlossen sein.
Trotz der schwierigen Marktbedingungen kaufte Metaplanet im ersten Quartal 5.075 Bitcoin, während es in Q2 2.823 BTC waren. Bei „Bitcoin Treasury Companies“ ist aber natürlich nicht nur der absolute Zuwachs relevant, sondern auch die Änderungsrate der Ratio BTC je Aktie. Im ersten Halbjahr betrug die BTC Yield 9,61 %.
Am heutigen Montag gab Metaplanet schließlich bekannt, im dritten Quartal dieses Jahres unter dem Strich 1.000 BTC hinzugekauft zu haben. Damit hält das Unternehmen jetzt 44.000 BTC auf der Bilanz, womit es Twenty One Capital (43.514 BTC) als zweitgrößten börsennotierten BTC-Halter überholen konnte.
Doch das jetzt abgeschlossene Quartal war ein äußerst ungewöhnliches für Metaplanet. Zum einen konnte die Stammaktie trotz der Bitcoin-Rally in Q3 kaum profitieren. Dies führte dazu, dass die Marktkapitalisierung konstant unter dem Nettowert der Bitcoin-Bilanz war.
Interessanterweise verkaufte Metaplanet zwischen Juli und September sogar 10.000 Bitcoin für 124,7 Milliarden Yen (~790 Millionen US-Dollar). Der durchschnittliche Verkaufskurs lag entsprechend bei 12,47 Millionen Yen (~79.000 US-Dollar) je Bitcoin.
Daraufhin wurden jedoch 11.000 BTC wieder hinzugekauft – und das für insgesamt 149,9 Milliarden Yen (~950 Millionen US-Dollar). Beim Rückkauf betrug der durchschnittliche Kaufkurs 13,63 Millionen Yen (~86.400 US-Dollar) je BTC. Damit kaufte Metaplanet die zuvor verkauften BTC rund 9,3 % teurer zurück.
Grund für diesen Trade war aber wohl nicht, dass Metaplanet darauf gehofft hatte, zu niedrigeren Kursen wieder einzusteigen. Vielmehr ging es darum, „das Vertrauen in die Kreditwürdigkeit des Unternehmens zu stärken und dessen Zugang zu künftigen Finanzierungsmöglichkeiten zu erweitern, darunter Unternehmensanleihen und Vorzugsaktien, mit dem übergeordneten Ziel, die Bitcoin-Bestände des Konzerns zu erhöhen“, wie es in dem Filing heißt.
Der Konzern verkaufte Bitcoin in einem Umfang, der den gesamten ausstehenden Nennbetrag seiner Anleihen, Kredite und sonstigen verzinslichen Verbindlichkeiten überstieg, und hielt die Verkaufserlöse in bar. Durch diese tatsächliche Transaktion demonstrierte der Konzern damit, dass er Bitcoin, seinen wichtigsten Vermögenswert, bei Bedarf in Bargeld umwandeln kann.
Metaplanet
Zudem entstand durch den Verkauf ein steuerlicher Verlust, durch den Metaplanet künftig möglicherweise rund 97 Millionen US-Dollar weniger Steuern zahlen muss. Der durchschnittliche Kaufkurs über alle 44.000 BTC hinweg beträgt 103.764 US-Dollar.
Wie Metaplanet den Kauf der zusätzlichen Bitcoin finanziert hat, ist aus dem Filing nicht direkt zu entnehmen. Das Unternehmen ist deutlich intransparenter als Wettbewerber wie Strategy oder Strive.
Der Website ist jedoch zu entnehmen, dass die Anzahl an ausstehenden Aktien im dritten Quartal von 1,281 Milliarden auf 1,364 Milliarden gestiegen ist. Währenddessen stiegen die Schulden von 464 auf 700 Millionen US-Dollar.
Laut dem Filing führte dies alles zu einer BTC Yield von 11,3 % auf Quartalssicht. Das Problem dabei ist jedoch, dass hierbei nur die verwässerte Anzahl der Aktien betrachtet wird.
Die Anzahl an BTC pro ausstehender Aktie sank im dritten Quartal sogar von 3.356 auf 3.225 Satoshis (Untereinheit von Bitcoin).
Grund für diese Differenz ist, dass Metaplanet im September verkündete, die Aktienbezugsrechte der Insider um 41 % zu reduzieren. Dies war eine Antwort auf die Kritik von Aktionären. Denn vor Beginn der Bitcoin-Strategie wurde eine Klausel abgesegnet, laut der der Pool dieser Optionen mit der Anzahl der ausstehenden Aktien mitwächst.
Als dieses Thema im August in den Mittelpunkt rückte, verwiesen viele Marktbeobachter auf mögliche Interessenkonflikte. Denn die Insider, darunter CEO Simon Gerovich, profitieren proportional mit der Ausgabe neuer Aktien, während die anderen Metaplanet-Halter verwässert werden. Diese Klausel rückte die große Kapitalerhöhung im Herbst 2025, die kaum zusätzliche BTC Yield erwirtschaftete, in ein gänzlich anderes Licht.
Durch die Maßnahme, diesen Aktienpool rückwirkend ab September 2025 einzufrieren, erhöhte sich die Anzahl der Bitcoin je vollständig verwässerter Aktie allein um 8,8 %, wie CEO Gerovich in seinem Post dazu betonte.
Demnach sind die für Q3 2026 ausgewiesenen 11,3 % mit Vorsicht zu genießen. Für bestehende Aktionäre ist deshalb zusätzlich die Entwicklung der Bitcoin je tatsächlich ausstehender Aktie relevant – und diese Kennzahl war in Q3 rückläufig.
Der Skandal rund um die Management-Vergütung dürfte auch einer der Hauptgründe für die schwache Aktienperformance von Metaplanet gewesen sein. Bei Aktiengesellschaften ist das Vertrauen der Investoren von großer Bedeutung.
Aktuell ist Metaplanet immer noch ein gutes Stück weniger wert als die BTC auf der Bilanz unter Berücksichtigung der ausstehenden Vorzugsaktien und Schulden.
Die Marktkapitalisierung beträgt nämlich 2,5 Milliarden US-Dollar, während die 44.000 BTC rund 3,75 Milliarden US-Dollar wert sind und insgesamt knapp 850 Millionen US-Dollar an Schulden und Vorzugsaktien ausstehen.
Wie es von hier aus weitergehen wird, dürfte neben dem Bitcoin-Kurs vor allem auch davon abhängen, ob es Metaplanet gelingt, das Vertrauen des Marktes zurückzugewinnen und eine erfolgreiche Vorzugsaktienstrategie zu etablieren.