Meteorit in Haus eingeschlagen - jetzt fehlt von den Bewohnern jede Spur
Ein Brocken kracht durchs Dach, hinterlässt ein Loch und macht ein Haus in Rheinland-Pfalz zum Fundort einer seltenen Weltraum-Entdeckung.
Die Polizei spricht von einem „etwa faustgroßen Meteoriten“. Doch rund sieben Monate später gibt es ein neues Rätsel: Wo sind die Menschen, denen das wertvolle Gestein gehört?
400 Gramm Meteorit gefunden: Wer wohnt in dem Haus?
Nach dem Einschlag im März wurden in dem Haus laut Polizei insgesamt rund 400 Gramm Meteorit gefunden. Das größte Stück wog etwa 160 Gramm. Die Polizei gab es später an die Eigentümer des Hauses zurück. Nun könnte ausgerechnet dieser Brocken für die Wissenschaft entscheidend sein – doch der Forscher, der sich darum bemüht, kommt nicht weiter.
Dennis Harries, Planetologe am Luxemburger Institut für Wissenschaft und Technologie, möchte dem Meteoriten einen offiziellen Namen geben. Doch wie der „SWR“ berichtet, konnte Harries bislang keinen Kontakt zu den Hauseigentümern herstellen. Auch Hans-Peter Ackermann, Ortsvorsteher von Güls, habe demnach mehrfach versucht, die Menschen an ihrer Adresse zu erreichen. Doch niemand habe geöffnet. Wer in dem Haus wohnt, wisse offenbar auch er nicht.
Seltener Meteorit in Haus eingeschlagen: Forscher fehlen 20 Gramm
Dabei könnte der Fund mit einem offiziellen Namen dauerhaft in die Wissenschaftsgeschichte eingehen: Erste Untersuchungen haben ergeben, dass es sich um einen seltenen Eukrit-Meteoriten handelt. Solche Steinmeteoriten stammen vermutlich vom Asteroiden Vesta, der im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter kreist.
Für die offizielle Klassifizierung fehlt den Forschern allerdings noch genügend Material. Harries suchte in den Tagen nach dem Einschlag selbst vor Ort – einen größeren Brocken fand er dabei jedoch nicht. Das ist ein Problem: Für die Anerkennung und Registrierung durch die internationale Meteoritical Society müssen mindestens 20 Gramm als Referenzmaterial in einer wissenschaftlichen Sammlung hinterlegt werden.
Und auch beim Namen gibt es noch Gesprächsstoff. Ackermann würde den Meteoriten gern nach dem Stadtteil Güls benennen. Harries favorisiere dagegen „Koblenz“. Üblicherweise orientiert sich die Namensgebung am größten Ort in der Nähe des Einschlags, erklärt der Forscher im Bericht. Doch bevor die Namensfrage geklärt werden kann, muss erst einmal genügend Material zusammenkommen. Und dafür braucht Harries vor allem eines: Kontakt zu den Menschen, bei denen der größte Brocken liegt.