Meterhohe Flammen ziehen ganz nah bis an die Häuser: Bewohner bangen um ihr Hab und Gut
Ein verheerender Feldbrand hat am Sonntagmittag die Region um Staven nahe Neubrandenburg in Atem gehalten und einen Großeinsatz der Rettungskräfte ausgelöst. Angefacht durch anhaltend starken Wind breiteten sich die Flammen auf einem Getreideschlag in rasender Geschwindigkeit aus. Die gefährliche Dynamik des Feuers führte dazu, dass die Brandwand schnell auf die örtlichen Wohngebäude zusteuerte und eine ernsthafte Bedrohung für umliegende Gebäude darstellte. Flammen zogen bis an die Grundstücke heran Besonders dramatisch spitzte sich die Lage an der Rossower Straße in Staven zu. Dort zogen die Flammen bis unmittelbar an die Grundstücke heran und schlugen nur wenige Meter neben einem Einfamilienhaus hoch. Die Bewohner mussten um ihr Hab und Gut bangen, während dichter Rauch über die Straße zog. Dem massiven und schnellen Eingreifen der alarmierten Feuerwehren ist es schließlich zu verdanken, dass eine Katastrophe in letzter Sekunde abgewendet und Schlimmeres verhindert werden konnte. Gut die Hälfte der Einwohner von Staven mussten ihre Häuser verlassen und kamen zwischenzeitlich bei der Feuerwehr Staven unter. Insgesamt eilten rund 100 Einsatzkräfte aus den Amtsbereichen Woldegk, Neverin, Altentreptow und Friedland herbei, um die Brandbekämpfung von mehreren Seiten gleichzeitig aufzunehmen. Neben den Rettern zeigten auch die örtlichen Landwirte großen Einsatz. Sie eilten mit ihren Traktoren und Grubbern herbei, um Schneisen in den Boden zu ziehen und das Feuer so einzudämmen. Außerdem halfen sie mit Wasser aus. Riskante Manöver, starker Zusammenhalt Bei einem riskanten Manöver fing eine der landwirtschaftlichen Maschinen kurzzeitig selbst Feuer, konnte jedoch schnell gelöscht werden und trug nach ersten Angaben keine schweren Beschädigungen davon. Trotz des schnellen Eingreifens hinterließ das Feuer erhebliche Schäden in der Landwirtschaft. Insgesamt seien rund 45 Hektar Wintergerste den Flammen zum Opfer gefallen, wie der stellvertretende Kreiswehrführer Jörg Schmidtke im Nachgang des Einsatzes mitteilte. Gegen 14 Uhr konnte von der Einsatzleitung schließlich die erlösende Meldung „Feuer aus“ verkündet werden. Der Einsatz war damit jedoch noch nicht vollständig beendet: Die Feuerwehrkräfte blieben weiterhin vor Ort, um das weitläufige Areal nach verdeckten Glutnestern zu kontrollieren und ein erneutes Aufflammen durch den Wind zu unterbinden. Die Einwohner konnten mittlerweile alle wieder in ihre Häuser zurück. Vier Feuerwehrleute und zwei Anwohner erlitten eine Rauchgasvergiftung und werden entsprechend behandelt. Vier von ihnen ambulant, zwei kamen ins Krankenhaus.